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Premnitz Pflegekräfte gesucht: Aktionswoche in Premnitz
Lokales Havelland Premnitz Pflegekräfte gesucht: Aktionswoche in Premnitz
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20:03 26.09.2018
Gudio Panschuk (rechts) mit seinen zwei Umschülerinnen und den Vertreterinnen der Arbeitsagentur. Quelle: Uwe Hoffmann
Rathenow

Im dritten Jahr nacheinander veranstaltete das Bundesarbeitsministerium gemeinsam mit der Agentur für Arbeit die bundesweite Aktionswoche „Menschen in Arbeit – Fachkräfte in den Regionen”. Der Agenturbezirk Neuruppin, zu dem auch der Landkreis Havelland gehört, hat sich für diese Aktionswoche den Schwerpunkt Pflegebranche gesetzt.

Nun stellten die Arbeitsagentur und das Diakonie-Medizin- und Pflegezentrum in Premnitz, mit zwei Umschülerinnen zur Pflegefachkraft, das Programm „Förderung der Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter Älterer im Unternehmen” vor.

Überall wird gesucht

„In der Pflegebranche werden überall Fachkräfte gesucht”, sagt Arbeitsagentur-Teamleiterin Sabine Amboß. „So ist es wichtig, das Potenzial im eigenen Unternehmen zu nutzen. Wichtig ist auch, Pflegehelfer zu Altenpflegefachkräften zu qualifizieren.”

Im Agenturbezirk sank die Zahl der Arbeitslosen im Vergleichsmonat Juli von 2016 bis 2018 jährlich um über elf Prozent. Bei derzeit insgesamt 101 bestehender sozialversicherungspflichtiger Stellen für Pflegefachkräfte im Bereich Neuruppin waren im Juli lediglich 15 Pflegefachkräfte arbeitslos gemeldet.

„Auch die Zeit, bis eine offene Pflegestelle durch die Arbeitsagentur wieder besetzt werden kann, hat sich von 2017 auf 2018 von durchschnittlich 167 auf 175 Tage erhöht. Das sind durchschnittlich über 60 Tage mehr als bei allen anderen Berufen”, so Amboß weiter. „Durchschnittlich 90 Prozent der Teilnehmer waren nach ihrer Qualifizierung zur Altenpflegefachkraft sozialversicherungspflichtig beschäftigt.” Die Zahl der Teilnehmer stieg von 2015 mit 31 Teilnehmern auf 63 im Jahr 2017.

Diakonie-Geschäftsführer Guido Panschuk im Gespräch mit Sabine Amboß und Sabine Haase beim Rundgang durch das vor einem Jahr eröffnete „DiaMed” Premnitz. Quelle: Uwe Hoffmann

Die Zahl der Beschäftigten im Diakonischen Werk Havelland mit seinen Sozialstation-Standorten Premnitz, Rathenow mit Nennhausen, Rhinow, der häuslichen Krankenpflege und weiteren Angeboten stieg von 80 im Jahr 2005 auf heute 150. Der Zuwachs betrifft vor allem den Pflegebereich.

Zu ihnen gehört seit 2009 die Pflegerin in der häuslichen Pflege Anne Mooshagen. „Nach Ausbildungsabschluss als Heilerziehungspflegerin war ich ein Jahr in Berlin beschäftigt, wollte aber nach Premnitz zurück”, sagt die Premnitzerin, die mit ihrer Vorbildung im dritten Weiterbildungsjahr zur Altenpflegefachkraft einstieg und mit der mündlichen Prüfung nun ihre Qualifizierung abschließt.

Unverblümte Erfahrungsberichte

„Die Bedingungen mit theoretischem Blockunterricht an der Schule der Havelland Kliniken in Selbelang, gerade mit der Zeit in der Phase der Prüfungsvorbereitung, die uns hier bei der Diakonie eingeräumt wurde, waren gut. Die verkürzte Weiterbildung mit einem Jahr war für mich anfangs recht schwer. Aber ich habe ich reingefunden.”

Maidelys Arndt absolvierte 2010 eine Pflegebasisausbildung und ist seit 2011 als Altenpflegehelferin in der häuslichen Pflege tätig. 2015 begann sie ihre Qualifizierung. „Ich würde diese Entscheidung immer wieder so treffen”, so die Milowerin. „Als gebürtiger Kubanerin bekam ich durch die Ausbildung sogar meine unbegrenzte Aufenthaltsgenehmigung bereits vorzeitig.”

Pflegekräfte werden dringend gresucht. Quelle: Julian Stähle

Die Arbeitsagentur fördert die Lehrgangskosten der Weiterbildungskurse zwischen 50 und 100 Prozent. Dazu kommen teilweise Arbeitsentgeltzuschüsse sowie Fahrtkosten und Kinderbetreuungskosten. „In unserer Region ist der Fachkräftemangel auch spürbar. Als Arbeitgeber muss man reagieren. Nur zufriedene Mitarbeiter kann man dauerhaft an das Unternehmen binden. Gerade auch, weil Pflegeberufe in Brandenburg rund 25 Prozent geringer vergütet werden als in Berlin”, so Diakonie-Geschäftsführer Guido Panschuk.

„Deshalb unterstützen wir die Qualifizierung von Mitarbeitern, auch mit einem finanziellen Eigenanteil an den Kursen.” Derzeit nimmt noch eine dritte Mitarbeiterin der Diakonie in Rhinow an einem Qualifizierungskurs teil.

Von Uwe Hoffmann

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