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Premnitz Feuerwehrleute bekommen Ausweise und Pässe kostenlos
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14:09 29.01.2019
Einen dramatischen Einsatz hatten die Premnitzer Feuerwehrleute im Dezember bei einem Wohnungsbrand in der Neuen Waldstraße. Ein Mann musste schnellstens aus dem dritten Obergeschoss gerettet werden. Quelle: Julian Stähle
Premnitz

Es war ein seltsames Zusammentreffen von zwei Ereignissen, die in keinem direkten Zusammenhang standen. Auf der Stadtverordnetenversammlung (SVV) am 13. Dezember hatte der Premnitzer Bürgermeister Ralf Tebling (SPD) erstmals mitgeteilt, dass in Würdigung des ehrenamtlichen Einsatzes der Feuerwehrleute ab 2019 für sie eine neue Festlegung der Verwaltung gilt: Alle aktiven Einsatzkräfte der Feuerwehren von Premnitz, Döberitz und Mögelin bekommen ihre Ausgaben erstattet, wenn sie einen neuen Ausweis oder Reisepass beantragen.

Keine Stunde nach dieser SVV wurden die Feuerwehrleute zu einem ihrer schwersten Einsätze des vergangenen Jahres gerufen. Ein junger Mann auf einem Fahrrad war am Bahnübergang der Alten Waldstraße von einem Zug erfasst worden und zu Tode gekommen. Die örtlichen Feuerwehrleute sperrten den Unfallort weiträumig ab, halfen bei der Bergung des Opfers, leuchteten das Gelände aus, stellten ein Zelt für die Untersuchung auf und taten noch vieles mehr.

Schwerer Einsatz für die Feuerwehr, tödlicher Bahnunfall Anfang Dezember in Premnitz. Quelle: Ramona Staedler

„Eine Geste der Wertschätzung“

Die Stadt Premnitz ist die erste im Kreis, die ihren Feuerwehrleuten Ausweise und Pässe kostenfrei ausstellt. Bürgermeister Ralf Tebling will das gar nicht an die große Glocke hängen. „Das ist eine Geste der Wertschätzung“, sagt er. Rund 70 aktive Einsatzkräfte haben die Wehren von Premnitz, Döberitz und Mögelin. Das Ausstellen eines Ausweises kostet 30 Euro, ein Bundesreisepass 60 Euro.

Die Entscheidung in Premnitz geht auf einen Vorschlag des Rathenower Wehrführers Oliver Lienig zurück, erklärt Ralf Tebling. Auf einer öffentlichen Veranstaltung über das Ehrenamt im Kulturzentrum habe er vorgeschlagen, Verwaltungshandlungen für Feuerwehrleute zu erstatten. Das habe die Stadt Premnitz dann sehr schnell aufgegriffen.

1500 Euro für jede Jugendfeuerwehr

Die Kostenerstattung für Personaldokumente ist nicht die einzige, nur die neuste „Vergünstigung“, die die Stadt Premnitz ihren Feuerwehrleuten zukommen lässt. Jede einzelne Wehr erhält pro Jahr 2000 Euro zur freien Verfügung und 1500 Euro für ihre Jugendfeuerwehr.

Mitglieder der Jugendfeuerwehren dürfen ferner das Premnitzer Freibad nutzen, ohne Eintritt zu bezahlen. Diese Dinge und noch mehr sind genau festgelegt in der Satzung über Aufwandsentschädigungen und Zuwendungen an Mitglieder der freiwilligen Feuerwehren, die in der SVV im Dezember 2017 erneuert worden ist.

70 aktive Feuerwehrleute

Seit Beginn des Jahres 2019 bekommen aktive Feuerwehrleute der Wehren in Premnitz, Döberitz und Mögelin die Kosten für das Ausstellen von neuen Ausweisen und Reisepässen von der Verwaltung zurück erstattet.

Die drei Ortsfeuerwehren haben zusammen gegenwärtig rund 70 aktive Feuerwehrleute.

Das Ausstellen eines Ausweises kostet 30 Euro, ein Bundesreisepass 60 Euro.

Die Stadtverwaltung hat vorausberechnet, dass in diesem Jahr elf Personaldokumente der genannten Art ablaufen.

Premnitz ist die erste Stadt im Landkreis, die auf diese Art ihre Feuerwehrleute würdigt.

„Das ist eine prima Sache, dass wir so unterstützt werden“, sagt Stadtwehrführer Olaf Thiem. Das mit den Ausweisen und Pässen sei eine neue Form der Anerkennung. Er weist darauf hin, dass das Land Brandenburg ab 2019 auch verschiedene neue finanzielle Zuwendungen für freiwillige Feuerwehrleute zahlen will: 200 Euro pro Jahr für jedes aktive Mitglied. 500 Euro für jeweils zehn Jahre aktive Mitgliedschaft.

„In großen Schritten“ nachgezogen

Die Stadt habe in den letzten Jahren „in großen Schritten“ die technische Ausstattung ihrer drei Wehren nachgezogen, sagt Olaf Thiem. Wenn denn jetzt bald die Mögeliner Feuerwehr ihr neues Löschfahrzeug bekomme, dann könne das letzte alte Fahrzeug aus DDR-Produktion außer Dienst gestellt werden. Es sei ein guter Stand erreicht, jetzt müsse man nur weiter dranbleiben.

Als „Schritt in die richtige Richtung“ bezeichnet der Döberitzer Wehrführer Manuel Felbinger die Kostenerstattung für Ausweise. Das sei eine Würdigung der Feuerwehrleute, die Reaktionen der Kameraden seien positiv. Auch sonst könne sich die Döberitzer Wehr über fehlende Unterstützung durch die Stadt nicht beklagen. In diesem Jahr werde dort eine neue Garage gebaut.

Stadt Premnitz ist Vorreiter

Der Mögeliner Wehrführer Detlef Liebknecht nennt die Kostenerstattung für Ausweise eine „gute Sache“, zumal die Stadt Premnitz damit ein Vorreiter sei. Die Tätigkeit der Feuerwehrleute werde damit generell anerkannt. Er macht darauf aufmerksam, dass die aktiven Feuerwehrleute seit langer Zeit schon alle fünf Jahre eine Zuwendung von 25 Euro erhalten. Das sei eine Anerkennung, die er für gut halte.

Ein alter Herzenswunsch wird für Detlef Liebknecht aber wohl unerfüllt bleiben. Weil er auf der Jahreshauptversammlung am 9. Februar nach über 30 Jahren aus Altersgründen als Wehrführer der Mögeliner Wehr verabschiedet wird, erlebt er in dieser Funktion nicht mehr die Indienststellung des neuen Löschfahrzeuges, dessen Auslieferung in den nächsten Wochen erfolgen soll.

Die Stadt gibt dafür 320.000 Euro aus. Weil sie nicht die beim Kreis beantragten Fördermittel erhält, ist der Kauf um ein Jahr verschoben worden. Dafür bezahlt die Stadt die ganze Summe aus der eigenen Kasse.

Von Bernd Geske

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