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Premnitz Schwimmcamp für 23 Flüchtlingsmädchen
Lokales Havelland Premnitz Schwimmcamp für 23 Flüchtlingsmädchen
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15:38 28.11.2018
Jeden Tag haben die Flüchtlingsmädchen und -frauen vier Stunden im Wasser verbracht. Quelle: Privat
Premnitz

Eine Woche lang haben 23 Flüchtlingsmädchen und -frauen aus Premnitz an einem Schwimmcamp in Wittenberge teilgenommen. Eingeladen hatte sie dazu die Premnitzer Sozialberaterin Fränze-Johanna Labes von der Mobilen Sozialberatung Havelland, deren Träger die Awo Betreuungsdienste gGmbH ist. Veranstaltet wurde das Camp von der Brandenburgischen Sportjugend mit Mitteln aus dem Programm „Integration durch Sport“.

Das Schwimmcamp bescherte vielen der Mädchen und jungen Frauen einen ersten Kontakt dieser Art mit dem nassen Element, berichtet Fränze-Johanna Labes. Es sei für sie eine höchst willkommene Auszeit aus dem nicht selten anspruchsvollen und stressigen Alltag gewesen. Sie hätten erstmals die Gelegenheit bekommen, das Schwimmen zu lernen. In ihren Heimatländern sei ihnen das Baden und Schwimmen verwehrt worden.

Einige nicht ohne Burkini

Viele der Frauen hätten sich erstmals frei entfalten können, teilt die Sozialberaterin mit. Sie hätten nicht ständig Rücksicht auf ihre heimische Kultur nehmen müssen. Weil sie in den gewohnten Traditionen aber eine gewisse Sicherheit fanden, seien für einige Teilnehmerinnen Burkini genannte Ganzkörperbadeanzüge bestellt und ausgeliehen worden.

Das Schwimmtraining dauerte vormittags und nachmittags je zwei Stunden. Zwei Neu-Schwimmerinnen schafften am Ende der Woche die Bedingungen für das „Seepferdchen“: Ein Sprung vom Beckenrand, 25 Meter schwimmen und einen Gegenstand vom Grund des Schwimmer-Beckens holen. Fünf junge Frauen erreichten sogar das Deutsche Jugendschwimmabzeichen in Bronze. Sie mussten viermal die 50-Meter-Bahn schwimmen, zwei Meter tief tauchen und einen Startsprung von Ein-Meter-Brett zeigen.

Keine Angst mehr vor dem Ertrinken

„Die Schwimmerinnen hatten damit nicht nur eine völlig neue Fähigkeit erworben, die ihre Lebensqualität bereichert“, berichtet Fränze-Johanna Labes, „auch und gerade für ihr Selbstbewusstsein wurde viel getan.“ Immerhin seien viele der Camp-Teilnehmerinnen nun in ihren Familien die einzigen, die sich uneingeschränkt im Wasser bewegen können und keine Angst vor dem Ertrinken haben brauchen.

An den Abenden standen Kochen, Kino und Bowling auf dem Programm. Die Brandenburgische Sportjugend stellte sich mit einem Vortrag vor. Die Kinder konnten basteln. Elisabeth Hendrich übernahm ehrenamtlich die Betreuung von drei Kindern.

Von Bernd Geske

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