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Premnitz Wohnungsbrand: Zahl der Verletzten steigt auf sechs
Lokales Havelland Premnitz Wohnungsbrand: Zahl der Verletzten steigt auf sechs
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18:26 26.10.2018
Per Drehleiter gelangten die Rettungskräfte auf den Balkon und von dort ins Innere der brennenden Wohnung. Quelle: Kay Harzmann
Premnitz

Nach dem Großbrand in einem Wohnblock für Senioren am Donnerstagabend war am Tag danach Erleichterung die vorherrschende Stimmung in Premnitz. „Wir sind froh, dass niemand dauerhaft zu Schaden gekommen ist“, sagte Premnitz Bürgermeister Ralf Tebling, nachdem er sich am Vormittag am Ort des Brandes ein Bild von der Lage gemacht hatte.

Am Donnerstagabend brannte es in einem Premnitzer Wohnhaus. Der Einsatz dauerte bis in die Nacht, viele Bewohner mussten anderswo untergebracht werden.

Sechs Personen, die in dem fünfgeschossigen Wohnblock für Senioren (betreutes Wohnen) lebten, mussten laut Polizei wegen Rauchgasvergiftungen im Krankenhaus behandelt werden. Nachhaltig sei niemand geschädigt worden, sagte Tebling.

Das grenzt, wenn man sich die Ereignisse vom Donnerstagabend in Erinnerung ruft, an ein Wunder. Um 17.42 Uhr war die Premnitzer Feuerwehr alarmiert worden. Als die Einsatzkräfte zehn Minuten später am Brandort eintrafen, loderten Flammen aus einem Balkonfenster im 3. Obergeschoss.

Bewusstlose Mieterin gerettet

Einsatzleiter Fabian Müller, stellvertretender Ortswehrführer der Feuerwehr Mögelin, berichtet, dass Feuerwehrleute mit Atemschutzmasken per Drehleiter auf den Balkon und von dort in die Wohnung gelangt seien. Aus dieser seien zwei Personen gerettet worden: Ein Mitarbeiter eines Pflegedienstes und die 80-jährige Mieterin der Wohnung. Diese sei nicht mehr bei Bewusstsein gewesen, habe dieses aber nach Behandlung durch die Sanitäter wieder erlangt.

Blick in die Küche der Wohnung, in der am Donnerstagabend das Feuer ausgebrochen war. Quelle: Kay Harzmann

Systematisch durchkämmten die Feuerwehrleute die Wohnungen in dem verrauchten Block. Am Ende wurden 52 Personen gerettet und in die Hände der Sanitäter übergeben. Sechs Menschen wurden ins Krankenhaus gebracht. Lebensgefährlich sei nach bisherigem Stand der Dinge glücklicherweise niemand verletzt worden, berichtet Tebling.

Untersuchungen zur Brandursache

Die Frage nach der Ursache des Brandes kann derzeit noch nicht beantwortet werden. Fest steht, dass das Feuer in der Küche der Wohnung ausgebrochen ist. Spezialisten des Landeskriminalamt und der Kriminalpolizei untersuchten am Freitag den Brandort.

Neben 70 Feuerwehrleuten aus Premnitz, Rathenow und Stechow waren rund 20 Mitarbeiter der Katastrophenschutzes sowie elf Polizisten im Einsatz. Weil einige der Bewohner betagt und in ihrer Mobilität eingeschränkt waren, mussten sie von den Einsatzkräften ins Freie getragen werden. Dort wurden sie von den Sanitätern in Empfang genommen und medizinisch untersucht.

Sanitäter nahmen die evakuierten Bewohner in Empfang. Quelle: Kay Harzmann

Ein Teil der evakuierten Bewohner verbrachte die Nacht bei Verwandten oder Bekannten. Andere wurden von Pflegeeinrichtungen in Premnitz und Rathenow aufgenommen.

14 Wohnungen unbewohnbar

Nach derzeitigem Stand der Dinge wurden 14 Wohnungen durch Rauch, Hitze oder Löschwasser so beschädigt, dass die vorerst nicht mehr bezogen werden können. Derzeit prüft der Vermieter, es handelt sich um die Premnitzer Wohnungsbaugesellschaft, wo und wie die Bewohner dieser Wohnungen untergebracht werden können.

Bürgermeister Ralf Tebling lobte den Einsatz der Rettungskräfte. Nur dem schnellen und gezielten Vorgehen sei es zu verdanken, dass der Brand keine schlimmeren Ausmaße angenommen habe. Fabian Müller hebt die Reaktion der Anwohner hervor. Diese seien sehr hilfsbereit gewesen und hätten Bewohner und Einsatzkräfte spontan mit Tee versorgt.

Von Markus Kniebeler

Zu einem Großeinsatz mussten die Feuerwehren am Donnerstagabend nach Premnitz ausrücken. Dort geriet in einem Wohnhaus für betreutes Wohnen ein Apartment in Brand. Es gab vier Schwerverletzte.

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