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Premnitz Therapie-Alpaka als positiver Einfluss
Lokales Havelland Premnitz Therapie-Alpaka als positiver Einfluss
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17:01 13.09.2018
Umarmen gern gesehen: Joachim Kuntzagk mit seinem Alpaka-Hengst „Caral“ im Seniorenpflegenzentrum Premnitz. Quelle: Bernd Geske
Premnitz

 Eine neue Attraktion erlebten Bewohner, Personal und Gäste des Seniorenpflegezentrums Premnitz bei einem bunten Generationentreffen am Dienstagnachmittag. Kuscheln, Streicheln, Anfassen, Schmusen und Umarmen war ausdrücklich erwünscht. Und damit die Bestrebungen dieser Art auch ein passendes Ziel finden konnten, hatte die Leitung ein Therapie-Alpaka engagiert.

Angereist war Joachim Kuntzagk, der im osthavelländischen Börnicke seit 1998 die 1. Alpaka-Farm im Havelland betreibt. Mitgebracht hatte er seinen 13 Jahre alten Hengst „Caral“, der als Therapie-Tier zugelassen ist. Mit einem Strohhut zwischen den langen Ohren und einer schmucken Decke über dem Rücken war das Alpaka entsprechend gekleidet.

Von den Kindern der Kita „Flax und Krümel“ war das Alpaka schnell umringt. Quelle: Bernd Geske

In aller Ruhe ging Joachim Kuntzagk mit seinem Hengst von Bewohner zu Bewohner. Zu Beginn führte er meist den Kopf des Alpakas ganz langsam immer näher an den Kopf der Bewohner heran, bis es zu einer Berührung kam. Das Tier zeigte keine äußere Regung. Es wirkte entspannt und ruhig. Die Zunge blieb drin und von Spucken, das Tieren dieser Art manchmal nachgesagt wird, konnte nicht im Ansatz die Rede sein.

Manche Bewohner zeigten Respekt und zogen sich leicht zurück. Doch nach ein bisschen Zeit näherten sich so gut wie alle dem Therapie-Alpaka an. Es wurde reichlich gestreichelt, oft umarmt und immer wieder sah man innige Berührungen von Gesicht und Gesicht.

Gäste aus der Kita „Flax und Krümel“

Zuerst allerdings wurde das Alpaka von kleinen Kindern dicht umlagert. Das Seniorenpflegezentrum hatte die Premnitzer Kita „Flax und Krümel“ zu dem besonderen Tag eingeladen, mit dem es einen Kooperationsvertrag hat, damit die Kinder auch einmal ein Alpaka aus der Nähe kennenlernen können. Wie Pflegedienstleiter Thomas Rieger erklärt hat, kommen Gruppen dieser Kita schon seit Jahren regelmäßig in das Seniorenpflegezentrum, um bei Geburtstagen oder anderen festlichen Anlässen für die Bewohner zu singen. Als Dank dafür wurde eine Kindergruppe zur Alpaka-Party eingeladen. Singen war ausnahmsweise nicht vorgesehen.

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Streicheleinheiten für Alpakas

Wie Joachim Kuntzagk gesagt hat, sind Alpakas sanft, fügsam und sehr gut für den Umgang mit Kindern, Alten und behinderten Menschen geeignet. Deshalb könnten sie bestens als Therapie-Tiere eingesetzt werden. Das Alpaka wirke als Gefährte des Menschen mit dem Ziel, seinen Gesundheitszustand positiv zu beeinflussen. Das Tier könne den Therapeuten nicht ersetzen. Eine Fachkraft müsse unbedingt anwesend sein, aber das Alpaka könne innerhalb der Therapie vermitteln, helfen und unterstützend wirken.

Erster Besuch als Probelauf

Dass ein Alpaka durch sein ruhiges und freundliches Wesen auf Menschen ausgleichend und entspannend wirkt, war im Seniorenpflegezentrum live zu erleben. Hengst „Caral“ ist gerade für die Aufgabe ausgewählt worden, weil er über das passende Nervenkostüm verfügt. Der Besuch in großer Runde war ein Probelauf. Künftig will das Haus von Zeit zu Zeit Joachim Kuntzagk mit einem Alpaka engagieren, um mit ihm zu Bewohnern aufs Zimmer zu gehen, die ihr Bett nicht mehr verlassen können.

Von Bernd Geske

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