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Havelland Keine Räume für die Chirurgin Gisela Stiba
Lokales Havelland Keine Räume für die Chirurgin Gisela Stiba
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00:28 05.12.2015
Die Chirurgin Gisela Stiba macht sich Sorgen, dass sie für ihre Praxis in Premnitz bis 2017 vielleicht keine neuen Räume findet. Quelle: Bernd Geske
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Premnitz

Man sieht ihr das Alter nicht an. Trotzdem sollte die Premnitzer Ärztin Gisela Stiba mit ihren 65 Jahren eigentlich verstärkt an den Ruhestand denken können. Vorher will die seit 1991 in freier Niederlassung tätige Chirurgin aber erst noch ein Problem regeln, für das sie gegenwärtig keine Lösung sieht. Wenn im Sommer 2017 das schöne, große, neu gebaute Gesundheitszentrum im Stadtzentrum eröffnet wird, dann soll es darin für ihre Praxis keine Räume geben. Da gleichzeitig das alte, jetzige Gesundheitszentrum an der Friedrich-Engels-Straße geschlossen wird, muss die Ärztin spätestens Ende Juni 2017 dort ausziehen. Im Moment weiß sie nicht, wohin sie gehen könnte.

Im Oktober die Praxis ans Städtische Klinikum Brandenburg/H. verkauft

Die Stadt Premnitz, beklagt Gisela Stiba, als Gesellschafterin der Premnitzer Wohnungsbaugesellschaft und der Arbeitsförderungsgesellschaft AFP, die das große Industrieparkzentrum besitzt, habe das Vermieten von Räumen an sie sogar ausdrücklich abgelehnt. Selbst den Flachbau vor dem jetzigen Gesundheitszentrum, der eigentlich stehen bleiben sollte und in den sie auch einziehen würde, wolle die Stadt nun abreißen lassen. Der Grund für die mutmaßliche Verweigerungshaltung liegt für die Ärztin auf der Hand: Zum 1. Oktober 2015 hat sie ihre Praxis an das Städtische Klinikum in Brandenburg/H. verkauft. Weil die Stadt Premnitz zum Aufbau des neuen Gesundheitszentrums eine Partnerschaft mit den Havelland-Kliniken eingegangen sei, erklärt Gisela Stiba, sei bei diesen eine Konkurrenz durch das Brandenburger Klinikum in der Stadt unerwünscht. Speziell die Havelland-Kliniken liefen Sturm gegen ihren Praxisverkauf ans Klinikum. Nun sehe sie die Gefahr, dass ihre Praxis 2017 vielleicht schließen muss. 1300 Patienten hatte sie im letzten Quartal. „In Premnitz würde ein Stück Lebensqualität verloren gehen“, sagt sie, „ich werde dafür kämpfen, dass die Leute hier auch künftig versorgt sind.“

Der Premnitzer Bürgermeister Roy Wallenta sagt: „Es hat von Anfang an ein absolut transparentes Verfahren gegeben.“ Es sei schon lange klar, dass ein neues Haus gebaut und das alte Haus geschlossen werde. Warum Frau Stiba im neuen Gesundheitszentrum womöglich keine Räume bekomme, das könne nur der Investor erklären. Frühzeitig sei entschieden worden, dass den Neubau ein privater Investor errichten soll. In einem korrekten Vergabeverfahren sei ein Premnitzer Bauunternehmer erfolgreich gewesen. Dass die Stadt selbst entschieden hat, keine Räume für die Praxis von Gisela Stiba zu vermieten, bestätigt der Bürgermeister dann wirklich. „Wir können nicht einen neuen Standort ausschreiben und einen privaten Investor ins Risiko gehen lassen“, erklärt Roy Wallenta, „und dann als Stadt einen zweiten Ärzte-Standort unterhalten, der in Konkurrenz zum neuen Standort tritt.“ Der richtige Partner von Frau Stiba, sagt der Bürgermeister, könne nur das Städtische Klinikum sein, an das sie ihre Praxis verkauft habe.

Der Investor sagt, die Ärztin habe sich viel zu spät bei ihm gemeldet

Der Investor, der das neue Gesundheitszentrum errichtet, ist der Premnitzer Bauunternehmer Josef Rampf. Nachdem im August 2014 die Stadtverordneten beschlossen hatten, ihn mit der Aufgabe zu betrauen, berichtet er, hätten sich sofort alle Interessenten gemeldet, die in den Neubau mit einziehen wollten. Erst im März 2015 habe Gisela Stiba bei ihm angefragt, da seien alle Flächen längst vergeben gewesen.

Sören Stolper, Geschäftsführer des Medizinischen Dienstleistungszentrums Havelland (MDZ) und auch des Gesundheitszentrums Premnitz, weist für die Unternehmensgruppe der Havelland-Kliniken die Vorwürfe von Gisela Stiba zurück. Die Aussage, die Havelland-Kliniken liefen Sturm gegen ihren Praxisverkauf ans Brandenburger Klinikum, nennt er „unbegründet“ und „nicht nachvollziehbar“. „Wir würden es im Sinne der Bevölkerung begrüßen“, sagt Sören Stolper, „wenn die chirurgische Praxis in Premnitz erhalten bleibt.“

Bleibt nur noch zu erfragen, was Hans-Wilhelm Geue, Geschäftsführer des Gesundheitszentrums Brandenburg, zur mutmaßlichen Premnitzer Problemlage sagt. Er spricht in dieser Angelegenheit für das Städtische Klinikum. „Wir haben den Standort in Premnitz übernommen, um ihn zu erhalten“, sagt er. Die chirurgische Praxis dort solle auf alle Fälle weiter geführt werden. „Darauf arbeiten wir hin“, betont Hans-Wilhelm Geue, „und wir gehen davon aus, dass wir eine Lösung finden.“

Von Bernd Geske

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