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Premnitzer Ethanol-Anlage hat neuen Besitzer

Insolvenz beendet Premnitzer Ethanol-Anlage hat neuen Besitzer

Vier Jahre nach dem Insolvenzantrag für die Eco Strom Plus GmbH als Betreiber der Bioethanol-Anlage im Industriepark Premnitz gibt es gute Nachrichten. Die Anlage ist verkauft worden an die Eco Energy EOOD, eine Tochtergesellschaft des bulgarischen Investors Euroethyl. Die Produktion soll wieder aufgenommen werden.

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Vier Jahre lang war wenig los auf dem Gelände der Ethanol-Anlage. Jetzt soll es einen neuen Anfang geben.

Quelle: Bernd Geske

Premnitz. Vier Jahre nach dem Insolvenzantrag für die Eco Strom Plus GmbH ist das Trauerspiel um die Bioethanol-Anlage im Industriepark Premnitz zu einem Ende gelangt. Die Kanzlei Kübler Rechtsanwälte, die das Insolvenzverfahren führt, hat am Dienstag bestätigt, dass die Anlage verkauft worden ist. Erworben hat sie die Eco Energy EOOD, eine Tochtergesellschaft des bulgarischen Investors Euroethyl.

Dieses Unternehmen habe das beste Konzept gehabt und dadurch die Zustimmung der Gläubiger erhalten. Auf die Frage nach dem Inhalt des Konzepts, teilte die Kanzlei Kübler mit, die Eco Energy EOOD wolle die Anlage über eine Gesellschaft aus dem Unternehmensverbund in Premnitz betreiben. Sie solle reaktiviert werden für die Produktion von Neutralalkohol. Beabsichtigt sei die Erweiterung bzw. ein Umbau auf die Verarbeitung von Weizen.

Wallenta: Eine gute Nachricht für Premnitz

Von einer guten Nachricht für Premnitz sprach Bürgermeister Roy Wallenta. Das mache Mut nach der über vierjährigen Insolvenzphase. Ein Gewerbe für die Anlage sei in der Stadtverwaltung bereits angemeldet worden. Deren Verkauf sei rundum zu begrüßen, so der Bürgermeister. Die Reaktivierung werde auch positive Effekte haben für weitere Unternehmen am Standort, die Versorgung, Entsorgung oder andere Dienstleistungen dafür anbieten können.

Groß waren im Jahr 2008 die Erwartungen, als Georg Tuma, Chef der damaligen Betreiberfirma Eco Strom Plus GmbH (kurz esp Chemie genannt) an die Verwirklichung seines Bioethanol-Projektes ging. Die Umstellung von weiten Teilen der Gesellschaft auf Bioenergie war in aller Munde. Die Europäische Union und die Bundesrepublik hatten Festlegungen getroffen, in welchen Mengen dem normalen Mineralölkraftstoff künftig Biokraftstoff beigemischt werden sollte. Der erste Spatenstich für die Anlage im Industriepark Premnitz war am 3. Juni 2009. Die Investitionssumme lag bei beachtlichen 50 Millionen Euro. Eine nicht unbeträchtliche Summe gab das Land Brandenburg durch Fördermittel dazu.

Produzierte Menge nach kurzer Zeit bei 1200 Tonnen pro Woche

Der Bau schritt schnell voran. Im Dezember 2010 konnte das Hochfahren der Anlage beginnen. Einige Wochen später lag die produzierte Menge bei 1 200 Tonnen Bioethanol in der Woche. Zum Beginn des Jahres 2011 verfügte die Bundesregierung deutschlandweit die Einführung des neuen Kraftstoffs E 10, der zehn Prozent Bioethanol enthalten musste. Doch bis zum heutigen Tag stieß der neue Sprit bei den deutschen Kraftfahrern auf wenig Gegenliebe.

Aufgekommen war auch die Debatte um „Tank oder Teller“, weil alle Ethanol-Anlagen Getreide als Rohstoff verwendeten. Der Premnitzer Geschäftsführer Georg Tuma ging deshalb nach einem veränderten Konzept vor. Als Rohstoffe setzte er Stärke und die Zuckerprodukte Melasse, Dicksaft und Dextrose ein.

Erstmals angefahren im Dezember 2010

Der erste Spatenstich für die Bioethanol-Anlage im Industriepark Premnitz war am 3. Juni 2009.

Das Richtfest ist bereits am 15. September 2010 gefeiert worden.

Die Investitionssumme lag bei 50 Millionen Euro.

Das Hochfahren der Anlage begann im Dezember 2010.

Anfang März 2012 ist der Insolvenzantrag für den Betreiber Eco Strom Plus GmbH gestellt worden.

Ausgelegt für eine Jahresproduktion von 150 000 Tonnen Bioethanol, kam die Anlage aber niemals auf vollen Touren ins Laufen. Anfang März 2012 stellte Georg Tuma für esp Chemie den Insolvenzantrag. Als Gründe nannte er gestiegene Rohstoffpreise und eine schwierige Absatzlage. Gerade war zu jenem Zeitpunkt in Deutschland ein neues Insolvenzrecht in Kraft getreten.

Möglich wurden Planverfahren, die es den zahlungsschwachen Unternehmen ermöglichen sollten, aus eigener Kraft heraus wieder in sicheres Fahrwasser zu kommen. Das beabsichtigte Planverfahren für das Unternehmen selbst ist aber nicht genehmigt worden. Zuletzt sind dort 34 Mitarbeiter beschäftigt gewesen. Dann war die Anlage lange Zeit nahezu menschenleer. Das soll sich nun bald wieder ändern.

Von Bernd Geske

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