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Premnitzer Lucke-Hof erhält Fördergelder

Denkmalschutz Premnitzer Lucke-Hof erhält Fördergelder

Die Lokale Aktionsgruppe Havelland hat für den 300 Jahre alten Lucke-Hof in Premnitz Fördermittel aus dem Leader-Programm bewilligt. Es ist eine fünfstellige Summe, mit der die Fassadensanierung des Gutshauses an der Alten Hauptstraße und die Reparatur des alten Lehmbackhauses von 1723 ermöglicht werden. Im Juni sollen die Arbeiten beginnen.

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Bauforscherin Michaela Denk ist glücklich: Endlich kann auf dem Lucke-Hof die Fassade des Gutshauses neu gemacht werden.

Quelle: Bernd Geske

Premnitz. Zwei i-Tüpfelchen werden jetzt auf die seit Jahren in kleineren Abschnitten fortschreitende Sanierung des Lucke-Hofs in Premnitz gesetzt. Scheune, Kuhstall und Remise des fast 300 Jahre in Familienbesitz befindlichen denkmalgeschützten Vierseitenhofs sind bereits wieder hergestellt – jetzt können die letzten zwei noch nicht aufgearbeiteten Gebäude des Ensembles schön gemacht werden. Die Lokale Aktionsgruppe Havelland, die für die Vergabe von Fördermitteln aus dem Leader-Programm zuständig ist, hat mitgeteilt, dass für den Lucke-Hof Gelder ausgereicht werden, um das Gutshaus und das Backhaus zu sanieren. Wie Inhaberin Ute Lucke-Polz sagt, sollen die Arbeiten im Juni beginnen.

Über die konkrete Bau- bzw. Fördersumme ist Stillschweigen vereinbart worden. Die Aktionsgruppe hat lediglich mitgeteilt, dass für fünf Vorhaben insgesamt 400 000 Euro Leader-Förderung vergeben werden. Das Gutshaus, dessen klassizistische Fassade zur Alten Hauptstraße zeigt, soll wieder zum schmückenden Aushängeschild werden. Der alte Lehmbackofen, der hinten im Garten steht, stammt von 1723 und funktioniert immer noch. Ute Lucke-Polz ist froh, dass die Außenhülle des Gutshauses saniert werden kann. „Der Eingang vorn würde bald einstürzen“, merkt sie an, „und der Fußboden auf dem Dachboden ist auch schon sehr morsch.“ Das Dach hatte sie 2014 machen lassen. Es ist mit Biberschwänzen gedeckt worden, die nach der Dacherneuerung der Premnitzer Kirche frei geworden waren.

Als Grundlage für die Sanierung des Gutshauses hatte Michaela Denk unter anderem alle Maße fachgerecht aufgenommen

Als Grundlage für die Sanierung des Gutshauses hatte Michaela Denk unter anderem alle Maße fachgerecht aufgenommen.

Quelle: Bernd Geske

Der Lucke-Hof ist der einzige Vierseitenhof fränkischer Bauart im ganzen Kreis Havelland. Unter den tausenden Kolonisten, die der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm nach dem Dreißigjährigen Krieg ins entvölkerte Land Brandenburg holte, sind einst auch fränkische Handwerker gewesen. Dach und Holzkonstruktion des alten Backhauses sind dringend reparaturbedürftig. Sie werden nun mit Hilfe der Leader-Fördergelder nach allen Regeln des Denkmalschutzes in Ordnung gebracht.

Fast 300 Jahre in Familienbesitz

Der Lucke-Hof in Premnitz ist der einzige Vierseitenhof nach fränkischer Bauart im Landkreis Havelland und befindet sich seit fast 300 Jahren in Familienbesitz.

Saniert wurden dort bereits die Scheune, der Kuhstall, die Remise und das Dach des Gutshauses.

Aus dem Leader-Programm hat die Lokale Aktionsgruppe Havelland jetzt Fördermittel für die ersten fünf Projekte bewilligt, unter denen der Lucke-Hof ist.

Sein Backofenfest feiert der Lucke-Hof in diesem Jahr am 11. und 12. Juni, jeweils von 11 bis 18 Uhr. Höhepunkte sind ein mittelalterliches Stück der Theatergruppe Lichtblick um 15 Uhr und der Auftritt des Akkordeonorchesters der Musikschule Fröhlich am Sonntag um 15 Uhr. Am Sonnabend um 13 Uhr wird ein Film über Milow gezeigt.

Wenn die Abläufe sich wie gewünscht fügen, können alle Interessierten die Baufortschritte selbst begutachten, wenn der Lucke-Hof am 11. und 12. Juni zu seinem diesjährigen Backofenfest einlädt. Zu Beginn um 11 Uhr gibt es an beiden Tagen frisch gebackenes Brot aus dem alten Ofen, anschließend wird der Kuchen hinein geschoben. Alte landwirtschaftliche Geräte werden gezeigt, eine Spinnerin erklärt ihr Handwerk, Trachten aus dem Havelland sind zu sehen, ein Züchter lässt Tauben fliegen und ein Schornsteinfeger in Kluft spricht über seinen Beruf.

Als Höhepunkt am Sonnabend werden Mädchen und Jungen aus der weißrussischen Stadt Mogiljow erwartet, die der Verein „Kinder von Tschernobyl“ eingeladen hat. Bei ihrem gut dreiwöchigen Erholungsaufenthalt im Westhavelland werden sie diesmal auf dem Lucke-Hof wohnen. Zur Begrüßung soll für sie im alten Ofen eine Riesen-Pizza gebacken werden, die sie selbst belegen dürfen.

Von Bernd Geske

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