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Premnitzer Verein schafft Platz für Trommler

Flüchtlinge Premnitzer Verein schafft Platz für Trommler

„All Tromm“ nennt sich eine Trommelgruppe von Asylbewerbern aus Kamerun, die in Premnitz untergebracht sind. Bei vielen Veranstaltungen in der Region sind sie schon aufgetreten. Bislang mussten sie zum Üben immer nach Göttlin fahren. Jetzt haben sie im Keller des Premnitzer Jugendklubs einen Raum bekommen, in dem sie ohne großen Fahraufwand musizieren können.

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Drei Mitglieder der Gruppe „AllTromm“ beim Üben, von links Samuel Sunday, Valantin T. Djaya und Christian B. Essongo.

Quelle: Bernd Geske

Premnitz. Ohne diese Trommelgruppe ist das Westhavelland gar nicht mehr vorstellbar. Sechs Asylbewerber aus Kamerun, die alle in Premnitz untergebracht sind, haben sich zusammengefunden zu einem Ensemble. Wenn es möglich ist, reist zu den Auftritten noch ein siebenter Flüchtling aus Kamerun an, der seine Unterkunft in Teltow hat. Vor einiger Zeit noch kannte man sie unter dem Namen „Einer für alle, alle für einen“. Doch weil der ein bisschen lang und sperrig war, benannten sie sich um in „All Tromm“. Bei vielen Festen für Weltoffenheit und Toleranz sind sie schon aufgetreten. Beim letzten Basketball-Punktspiel der Red Eagles aus Rathenow waren sie kürzlich dabei und am Mittwochabend spielen sie bei einem Dorffest in Briest (bei Genthin). Die Liste der Anfragen ist mittlerweile so lang geworden, dass sie sich jetzt neu abstimmen müssen, um zu klären, wo überall sie noch zusagen können.

Nun endlich haben die Trommler auch einen Raum, in dem sie ohne größeren Aufwand üben können. Seit Beginn des Jahres 2015 fuhren sie immer nach Göttlin, weil sie dort zunächst in privaten Räumen und dann bei der örtlichen Feuerwehr spielen konnten. Doch das Fahren von Premnitz und zurück war immer ein großer Aufwand. So bat schließlich Wolfgang Hundt, stellvertretender Vorsitzender der Deutsch-Französischen Gesellschaft Premnitz, der aufgrund seiner Sprachkenntnisse die frankophonen Kameruner betreut, die Stadt um Hilfe. Dort orientierte man ihn auf den Jugendklub Preju, und die Lösung war nahe.

Im Keller des Klubs gibt es einen Probenraum, in dem früher einmal eine Jugendband übte. Deren Mitglieder sind mittlerweile dem Jugendalter entwachsen, so war ihr Raum schon längere Zeit ungenutzt. Den haben die Trommler aus Kamerun nun bekommen und sind sehr glücklich darüber. Christian B. Essongo etwa konnte es gar nicht fassen, dort ein richtiges Schlagzeug vorzufinden. Eben dieses Instrument hatte er bei einer Band in Kamerun gespielt und konnte nun in Premnitz die Stöcke wieder wirbeln lassen.

Drei Djembe-Trommeln hatte der Landkreis bezahlt. Zwei weitere wurden über die Initiative „Partnerschaft für Demokratie Rathenow-Nauen-Westhavelland“ angeschafft. An jedem Mittwochabend wird nun ab 17 Uhr im Keller des Klubs lautstark afrikanisch getrommelt und gesungen. Schon vor dem Haus ist zu hören, was da im Keller gerade vor sich geht. „Wir wachsen in Kamerun mit Trommeln auf“, erklärt Valantin T. Djaya, „das ist unsere Lebensart.“ Seine Freunde und er seien sehr dankbar dafür, dass man sich in Premnitz so um sie sorgt.

Seit einem Jahr haben die Premnitzer Trommler auch eine Partnerschaft mit der Förderschule „Spektrum“ in Rathenow. Dort gibt es schon seit vielen Jahren auch eine Trommelgruppe, die sich „Tambouros“ nennt. Immer am Freitag musizieren die Flüchtlinge aus Kamerun eine Stunde zusammen mit den Kindern. Sie haben schon angefangen, deren Repertoire um einige afrikanische Lieder zu erweitern.

Von Bernd Geske

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