Volltextsuche über das Angebot:

16 ° / 6 ° Regenschauer

Navigation:
Premnitzer spenden für rumänische Kinder

Havelland Premnitzer spenden für rumänische Kinder

Der Döberitzer Steffen Ebner und seine Frau sind gerade wieder mit dem 7,5-Tonnen-Laster vom nunmehr fünften Hilfstransport für das Kinderheim im rumänischen Dorf Zsobok zurück gekehrt. Der hat einen neuen Höchstwert seit Wiederbelebung der Aktion im Jahr 2013 gebracht: 380 Spendenpakete sind zusammen gekommen – so viele waren es noch nie.

Voriger Artikel
Weniger als 1000 Firmen zahlen Gewerbesteuer
Nächster Artikel
Rocco Buchta scheidet aus dem Kreistag aus

Steffen Ebner (hinten rechts) nach dem Ausladen in Zsobok mit einigen Kindern, hinten links Heimleiterin Elisabeth Ruzsa.

Quelle: privat

Premnitz. Mit einem erfreulichen Ergebnis ist die diesjährige Hilfsaktion der Evangelischen Kirchengemeinde Premnitz für das Kinderheim im rumänischen Dorf Zsobok zu Ende gegangen. Gerade sind der Döberitzer Steffen Ebner und seine Frau mit dem 7,5-Tonnen-Laster von der 2 600 Kilometer langen Fahrt zurück gekehrt. 380 Spendenpakete haben sie diesmal mitnehmen können, wie immer vorrangig stabile und gut stapelbare Bananenkartons. Die nun fünfte Fahrt seit Wiederbelebung der Aktion im Jahr 2013 hat einen neuen Höchstwert gebracht. Über 300 Pakete waren es immer, 380 noch nie.

„Der Laster war diesmal bis oben hin voll gepackt“, berichtet Rudolf Panschuk, der die Aktion leitet, „da hat nichts mehr weiter in den Laderaum gepasst.“ Ein fast neues Pflegebett sei auch mitgenommen worden, das werde in Zsobok dringend gebraucht. Ein Kühlschrank und eine Waschmaschine seien dabei gewesen. Über eine gebrauchte Tischtennisplatte hätten die Kinder sich gefreut, genauso wie über vier neuwertige Kinderfahrräder. Auch zwei Puppenwagen seien dabei gewesen, eine große Kiste mit Schoko-Osterhasen und ein großes Paket voller Trinkschokolade.

Das Ausladen beginnt

Das Ausladen beginnt. So voll war der Laster zuvor noch nie.

Quelle: privat

Über 2000 Euro an Bargeldspenden hat Steffen Ebner der Heimleiterin Elisabeth Ruzsa ebenfalls übergeben können. Damit nahm er ihr direkt eine aktuelle Sorge. Gemäß einer EU-Richtlinie müssen alle Beschäftigten des Kinderheimes in einer Übergangsfrist die für ihre Tätigkeiten erforderlichen Qualifikationen nachholen, falls sie die nicht haben. Gerade hatten die Küchenkräfte ihre Fortbildung hinter sich gebracht, doch die Heimleiterin wusste nicht, wovon sie den Lehrgang bezahlen sollte.

Rund 1000 Euro musste die Gemeinde bei dieser Fahrt allein für Treibstoff und Mautgebühren ausgeben, berichtet Steffen Ebner. Da sei es sehr hilfreich, wenn wie bisher die Rathenower Unternehmer Frank Dingler und Saeed Molaie die Kosten für den Laster übernehmen.

Elisabeth Ruzsa hat den Ebners einen ausführlichen Brief an die Premnitzer Gemeinde mitgegeben, in dem sie sich für die Spenden bedankt und die aktuelle Lage im Kinderheim schildert. Derzeit leben dort 49 Waisen und 18 Internatskinder. Obwohl das Heim staatliche Unterstützung bekomme, teilt sie mit, selbsterhaltende Tätigkeiten mache und sich bei Ausschreibungen um Zuwendungen bewerbe, brauche es auch die finanzielle und geistige Unterstützung von ausländischen Organisationen und Privatpersonen. Im vergangenen Jahr sei ein Viertel der Einnahmen aus solchen Zuwendungen gekommen.

Lebensmittel, Hygieneartikel und Schreibsachen

Ab 1991 gab es eine Hilfsaktion des Evangelischen Kirchenkreises für das Dorf Zsobok. Meist zweimal im Jahr gingen zwei 40-Tonner auf die Reise.

Im Jahr 2005 schlief die Hilfsaktion ein.

2013 belebte der Premnitzer Rudolf Panschuk die Aktion neu.

Ziel ist nur das Kinderheim. Träger der Aktion die Gemeinde Premnitz.

Gewünscht werden haltbare Lebensmittel, Reinigungs- und Hygieneartikel, Schreib- und Schulsachen für Kinder.

Gesammelt werden immer auch Geldspenden.

Gern genommen werden zudem Spielsachen und Süßigkeiten.

„Für das tägliche Leben sichert das Heim noch immer die Grundlebensmittel aus eigener Kraft“, schreibt sie, „die Bekleidung, Schuhe und Hygieneartikel für die Kinder werden durch Spenden gelöst.“ Für Jugendliche ab 14 Jahren sei das zu diesem Zweck sanierte Immanuel-Haus in Betrieb genommen worden. Die Jugendlichen könnten so unter Beaufsichtigung von Erwachsenen selbstständig und getrennt von den Kleineren wohnen. Sie kochen, waschen, putzen, heizen und kaufen selbst ein, was die Vorbereitung auf ein selbstständiges Leben fördert. „Für all Ihre Hilfe sind wir sehr dankbar“, schließt Elisabeth Ruzsa, „und wünschen Ihnen Gottes Segen für Ihre weitere Arbeit und Ihr weiteres Leben!“

Aus dem Kinderheim haben die Ebners in diesem Jahr erstmals eine mittlere Menge von Brot, Kuchen (derzeit eingefroren), Wein und einem höher prozentigem Getränk als Geschenk mitbekommen. Im Mai oder Juni soll damit in Premnitz ein Dankeschön-Abend für alle Helfer der Aktion veranstaltet werden.

Von Bernd Geske

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Havelland
MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg