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Priorter tritt bei Bürgermeisterwahl an

Wustermark Priorter tritt bei Bürgermeisterwahl an

Alexander Groh lebt in Priort. Als Einzelbewerber will der 33-jährige Parteilose am 25. Februar um die Stimmer der Wustermarker kämpfen und ins Rathaus einziehen.

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Alexander Groh




Quelle: privat

Priort. Die Wustermarker Kommunalpolitik ist für Alexander Groh Neuland. Neuland im Sinne von dabeisein, einmischen oder mitreden. „Ich war noch nie bei einer Gemeindevertretersitzung“, räumt er ein. Aber das werde sich ändern. Der 33-Jährige hat sich entschieden, als Einzelbewerber in den Bürgermeisterwahlkampf zu ziehen. „Meine Chancen, am 25. Februar zu gewinnen, sind relativ gering. Allein schon aus der Tatsache heraus, dass mich außerhalb von Priort kaum einer kennt. Aber als Außenseiter könnte man ja auch für eine Überraschung sorgen.“

Immerhin hat Alexander Groh bei einigen Wahlen bereits als Wahlleiter in Priort fungiert, zuletzt bei der Bundestagswahl 2017. „Andere ehrenamtliche Aufgaben habe ich bisher nicht übernommen, weil ich als Polizist im Schichtdienst arbeite und deshalb zu unterschiedlichen Zeiten frei habe. Wenn, dann möchte ich etwas ordentlich und nicht halbherzig machen. “ Übrigens müsste er seinen Job als Polizeibeamter im Falle eines Wahlsieges nicht aufgeben, sondern er würde sich freistellen lassen und hätte später die Chance, wieder einzusteigen.

Groh ist Ur-Priorter und fühlt sich in dem Dorf recht wohl. Aber in jüngster Zeit habe er sich immer öfter über zwei Dinge geärgert, die letztlich sogar den Ausschlag für seine Entscheidung gegeben haben, Bürgermeister werden zu wollen. „Das eine sind die fehlenden Kita-Plätze in der Gemeinde. Das andere die schlimme Verkehrssituation rings um das Outletcenter, wenn dort Sonderaktionen laufen. Wir Priorter brauchen an solchen Tagen eine halbe Stunde, um bis zur B 5 zu kommen. Da muss sich was tun“, sagt Alexander Groh. Ihn stört auch, dass die unterschiedlichen Parteien in Wustermark oft nicht im Sinne der Gemeinde handeln, sondern sich gegenseitig aufreiben würden. „Ich habe in Gesprächen mit Leuten gemerkt, wie der Unmut darüber wächst. Ich hoffe, als Einzelbewerber kann ich Dinge anders angehen.“ Aber auf Alleingänge in der Politik stehe er nicht: „Grundsätzlich finde ich es gut und richtig, wenn Entscheidungen getroffen werden, nachdem viele Meinungen eingeflossen sind.“

Wie sich fehlende Kita-Plätze in der Gemeinde Wustermark auf das Familienleben auswirken, könnten Alexander Groh und seine Lebensgefährtin bald zu spüren bekommen. „Wir haben einen drei Monaten alten Sohn, den wir gern in die Priorter Kita bringen würden. Noch aber ist die Entscheidung, ob wir einen Platz bekommen, offen“, sagt er.

Sollte der Priorter tatsächlich bei der Wahl im Februar gewinnen – zunächst muss er 36 Unterstützerunterschriften zusammen bekommen, um überhaupt zugelassen zu werden – will er eine „Brücke bauen zwischen Verwaltung im Rathaus und Gemeindevertretern. „Da stimmt offenbar einiges nicht“, schätzt er aus der Ferne ein.

Von Jens Wegener

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