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Projekt „Patientenbus“ endet bald

Amt Friesack Projekt „Patientenbus“ endet bald

Im September endet nach zwei Jahren das Demografie-Projekt „Patientenbus“. Bisher haben mehr als 40 Einwohner des Amtes Friesack die Gelegenheit genutzt und sind mit diesem Bus zum Facharzt nach Nauen, Neuruppin oder gar Potsdam gefahren. Das Amt Friesack muss sich jetzt überlegen, ob es das über den Demografie-Fonds finanzierte Projekt künftig selbst bezahlt.

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Der Patientenbus rollt in Zusammenarbeit mit der Awo-Betreuungsdienste gGmbH.

Friesack. Wer im ländlichen Raum wohnt und einen Termin beim Facharzt in den Städten wahrnehmen muss, für den kann die Fahrt dorthin zur Tagesreise werden, wenn er kein eigenes Auto hat. Wer gehbehindert ist, steht vor weiteren Problemen. Aus diesem Grund wurde im Herbst 2014 der Patientenbus fürs Amt Friesack eingeführt. Im Rahmen des Demografieprojektes des Landkreises haben die Menschen die Möglichkeit, zu Hause abgeholt und direkt zum Facharzt gefahren zu werden. Die beiden Allgemeinmediziner Robby Zschoyan und Hans-Peter Steffen beteiligen sich daran, vermitteln bei Bedarf Termin und Fahrt.

Mehr als 120 solche Fahrten gab es bereits, mehr als 40 Patienten nutzen bisher den Service, teils auch mehrmals. Doch im September dieses Jahres könnte damit Schluss sein. Denn dann endet das Projekt, das bisher über den Demografiefonds finanziert wurde, in den auch das Amt Friesack einzahlt. „Es geht jetzt darum, ob wir das Projekt aufrechterhalten wollen und dafür Mittel in die Hand nehmen“, sagte Amtsdirektor Christian Pust. Der Amtsausschuss muss dazu demnächst eine Entscheidung fällen.

Eines steht aber schon jetzt fest: Das Ganze könnte teurer werden als bisher, denn die Arbeiterwohlfahrt Betreuungsdienste als Partner, die die Fahrten koordiniert und das Auto unterhält, hat höhere Ausgaben als geplant. „Wir haben sehr hohe Fahrtkosten und die Awo hat bereits signalisiert, dass sie es für diesen Satz nicht weiter machen kann“, so Pust. So zeichnet sich ab, dass Fahrten auch in Richtung Potsdam und Berlin leicht zunehmen – was zum einen mehr Kilometer bedeutet, aber auch einen höheren Aufwand für den Fahrer, der bisher in der Regel noch ehrenamtlich unterwegs ist und nur eine Aufwandsentschädigung erhält. Da die Fahrtdauer immer mehr zunimmt, wird man künftig zunehmend auf ein geringfügiges Beschäftigtenverhältnis übergehen müssen.

Bislang sind im Jahr 5500 Euro eingeplant. Zwar liegen die Ausgaben momentan innerhalb des Budgets, doch wie Pust meint, sei es unberechenbar. Wenn die Patientenzahl etwa auf 60 oder 70 ansteigen sollte, könnten auch die Kosten fürs Amt deutlich zunehmen. Dann wäre auch zu überlegen, ob die Patienten mehr zur Kasse gebeten werden. Derzeit zahlen sie pauschal sechs Euro pro Fahrt, egal wie lang die Strecke ist. Eventuell müsste man künftig zehn oder mehr Euro nehmen. „Indirekt würden wir damit aber eine Sozialauswahl vornehmen. Das wollen wir eigentlich nicht“, sagt der Amtsdirektor. Einsparpotenzial sieht Pust hingegen nicht. Fahrten zweier Patienten zu kombinieren, funktioniere nicht.

Am häufigsten war bislang Nauen das Ziel der Patienten. Zum Stichtag 31. März führten 32 Fahrten dorthin, um beispielsweise einen Urologen oder Hals-Nasen-Ohren-Arzt aufzusuchen. Danach folgen Rathenow (24), Neuruppin (18) und Falkensee (18). Aber auch zu den Allgemeinärzten in Friesack gingen insgesamt 24 Fahrten von Dörfern im Amtsbereich. Das Durchschnittsalter der Patienten beträgt 71 Jahre. Ob die Patienten mit Hilfe des Patientenbusses nunmehr gesünder sind, lässt sich indes nicht erfassen, heißt es.

Von Andreas Kaatz

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