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Protest gegen Asylgegner: „Opa schämt sich“

Demonstration für Meinungsvielfalt Protest gegen Asylgegner: „Opa schämt sich“

Der Widerstand gegen die Asylgegner in Rathenow wächst. Die Stimmen, die sich gegen Hassparolen und für ein friedliches Miteinander aussprechen, werden lauter. Protestler hatten die Innenstadt rund um den Märkischen Platz mit Transparenten geschmückt und Gehwege und Straßen mit Kreide bemalt. „Opa schämt sich für Euch“, lautete eine der Botschaften.

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Die Künstlergruppe „Freunde der toten Kinder“ hängt Marionetten von Hitler und Assad an das Rathenower Kulturzentrum.

Quelle: C. Schmidt

Rathenow. Es ist längst nicht mehr nur das Aktionsbündnis Rathenow, dass sich gegen die Demonstrationen der Asylgegner in Rathenow zur Wehr setzt. Die Stimmen, die sich gegen Hassparolen und für ein friedliches Miteinander aussprechen, werden lauter. Das wurde am Samstag deutlich. Bereits in der Nacht zum Samstag hatte eine Gruppe junger Menschen die Innenstadt rund um den Märkischen Platz mit Transparenten geschmückt und Gehwege und Straßen mit Kreide bemalt. „Opa schämt sich für Euch“, „Menschenrechte statt rechte Menschen“ und „Rassismus tötet“ lauteten die Botschaften, mit denen die Demonstranten auf dem Märkischen Platz empfangen wurden.

Für Satire sorgte erneut die anonyme Gruppe „Freunde der toten Kinder“. „Wir haben heute zusammen mit dem großen Karikaturisten Arthur Szyk diese Strippenzieher im Hintergrund des Bürgerbündnisses sichtbar gemacht. Hitler, Assad und der Tod persönlich führen an diesem Nachmittag auf dem Märkischen Platz in Rathenow die Fäden“, erklärte die Gruppe in einem Schreiben an die Presse. Am Vormittag hatten sie in den Fenstern des Kulturhauses übergroße Figuren platziert und damit die Demonstranten als Marionetten sichtbar gemacht. „Vorhang runter für die Aufmärsche in unserer Stadt!“, fordern die Freunde der toten Kinder.

Auf der Seite des Aktionsbündnisses zeigten dieses Mal auch Unternehmer der Stadt Gesicht oder unterstützen die Kundgebung mit Spenden. Zwei Bäcker spendierten insgesamt 500 Brötchen, ein Fleischer gab dazu 500 Bratwürste. Der Erlös – rund 750 Euro soll dem Abenteuercamp für Kinder zu gute kommen. Nicht nur mit Spenden, auch mit Boykott kann man Flagge zeigen, wie ein Stendaler Unternehmen bewies. Das Bürgerbündnis hatte dort Dixi-Toiletten geordert, jedoch wartetet Organisator Nico Tews vergeblich auf die Lieferung. Die Stillen Örtchen wurden nicht gebracht, was lauten Protest und Empörung auf dem Platz auslöste. Wie ein hörbar wütender Nico Tews erklärte, teilte das Unternehmen auf Nachfrage mit, man wolle für das Bürgerbündnis keine Toiletten liefern.

Sogar Kabarettist Jürgen Becker, der am Samstagabend im Rathenower Kulturzentrum auftrat, besuchte zuvor die Kundgebung des Aktionsbündnisses. Mit Humor sicherte er den Rathenowern seine moralische Unterstützung zu. „Es war ein toller Nachmittag für Rathenow“, resümierte Elke Dartsch, die mit einem Stand des Projekts „Kinder der halben Sonnen“ am August-Bebel-Platz dabei war. „Dieses Gefühl heute haben wir gebraucht. Es tat unheimlich gut, eine solch breite Unterstützung zu erfahren.“

Von Christin Schmidt

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