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Prügel-Vorwürfe bestätigen sich nicht

Nauener Brüder freigesprochen Prügel-Vorwürfe bestätigen sich nicht

In der Neujahrsnacht 2015 flogen in Nauen nicht nur Raketen, sondern auch die Fäuste. Zwei Brüder sollen einen jungen Mann verprügelt und mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben. Als das Opfer zu Boden fiel, hagelte es weitere Schläge und Tritte, ehe der Mann fliehen konnte. Zumindest erzählte er das so der Polizei. Vor Gericht stellte sich die Situation etwas anders dar.

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Das Amtsgericht in Nauen entschied auf Freispruch.

Quelle: dpa

Nauen. In der Neujahrsnacht 2015 flogen in Nauen nicht nur Böller und Raketen, sondern auch die Fäuste. Der 17-Jährige Freddy Kunze und sein 25 Jahre alter Bruder Florian (alle Namen geändert) sollen in der Karl-Thon-Straße zusammen mit einem unbekannten Mittäter einen jungen Mann verprügelt und mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben. Als das Opfer zu Boden fiel, hagelte es weitere Schläge und Tritte, ehe der Mann fliehen konnte.

Florian Kunze ist als Fußballtrainer in einem Havelländer Verein tätig, was die Angelegenheit pikant gemacht hätte, wenn sie sich denn tatsächlich so abgespielt hätte. Das allerdings konnte bei der Verhandlung vor dem Amtsgericht Nauen nicht eindeutig geklärt werden, so dass die Brüder beide freigesprochen wurden. „Sie machen auf mich nicht den Eindruck, als würden Sie prügelnd durch Nauen ziehen“, so der Staatsanwalt.

Vor Gericht schilderten sie den Vorfall ganz anders als das vermeintliche Opfer. Er habe Silvester mit Freunden in seiner Wohnung gefeiert und einige seiner Gäste plötzlich lautes Gebrüll aus dem Hof gehört, sagte Florian Kunze. Die Wohnungstür eines Nachbarn sei eingetreten gewesen. Zusammen mit zwei Freunden – aber nicht mit seinem Bruder – sei er dann auf die Straße gelaufen, um Ausschau nach dem Täter zu halten, als dieser ihm auch schon in Begleitung zweier Polizisten entgegenkam.

Den Beamten gegenüber hatte das vermeintliche Opfer, das mit Freddy Kunze befreundet war, angegeben, er habe sich bei den Brüdern entschuldigen wollen und sei dabei angegangen worden. Falsch, beteuerte der Jüngere. Vielmehr habe er im Hausflur herumgeschrien, er habe noch eine Rechnung mit Fritz offen, einem weiteren Bruder der Kunzes, mit dem er sich zuvor Feier im Nauener Schwimmbad geprügelt hatte. „Er wurde aggressiv und drückte mich in die Haustür unseres Nachbarn, die dabei kaputt ging“, sagte Freddy Kunze. Gemeinsam mit einem Freund habe er ihn aus dem Haus bugsiert, danach aber nicht weiter verfolgt. Warum das Opfer dies trotzdem behauptete? „Wahrscheinlich will er aus der Sache mit der Schlägerei und der Tür rauskommen“, mutmaßte Freddy Kunze.

Nach Angaben der Angeklagten war das vermeintliche Opfer sehr betrunken gewesen – „zwölf auf Skala von eins bis zehn.“ Die Polizisten, die den jungen Mann gefunden hatten, bestätigten das: „Er war nicht mehr Herr seiner Sinne und gab wirres Zeug von sich.“

Mit einer Aussage hätte das Opfer zur Aufklärung beitragen können, doch der Nauener verweigerte die Auskunft, weil er sich nicht selbst belasten wollte. Gegen ihn läuft nämlich ebenfalls ein Strafverfahren wegen der Schlägerei im Schwimmbad, die ab kommender Woche verhandelt wird.

Von Philip Häfner

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