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Havelland Pulverdampf über dem Marktplatz
Lokales Havelland Pulverdampf über dem Marktplatz
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00:19 17.08.2017
Bevor sich der Festumzug in Bewegung setzte, böllerten zur Eröffnung des Kreisschützenfestes drei Kanonen um die Wette. Quelle: Andreas Kaatz
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Friesack

Der neue Schützenkönig der Schützengilde zu Friesack 1860 kommt diesmal nicht aus Friesack. Mit Wolfgang Schwandt aus Neuruppin hat ein noch relativ neues Mitglied im Verein am besten getroffen. „Ich habe mich sehr gefreut, dass es geklappt hat. Erst seit 2016 schieße ich jetzt im Friesacker Verein, wurde dort wunderbar aufgenommen. Es macht mir Spaß“, sagt der 67-Jährige.

Er löst Klaus Gottschalk ab, der zum 23. Schützenfest am Sonnabend zum Königsfrühstück zu seinem Haus geladen hatte. Dass er seinen Titel verloren hat, betrübte ihn keineswegs. Er hat schon den nächsten, ist zum zweiten Mal nach 2008 Kreiskönig geworden und bewies zuvor gute Orakeleigenschaften: „Ich hatte gesagt: Sie bleibt in Friesack und hier ist sie“, so Gottschalk und zeigt stolz die Scheibe mit dem Motiv des alten Kurfürsten im Hohenzollernpark.

Erneut war das Friesacker Schützenfest auch gleichzeitig Kreisschützenfest und die Friesacker erweisen sich als gute Gastgeber für zahlreiche Schützenvereine im Landkreis und darüber hinaus. Los ging es offiziell gegen Mittag mit dem Kanonenböllern vor dem Rathaus. Auf dem Marktplatz hatten die Havelberger, Linumer und Friesacker Gilden schwere Geschütze aufgefahren. Dreimal knallte es hintereinander, anschließend vernebelte dichter Qualm den Platz. Gut dran war der, der dabei auf Ohropax gesetzt hatte. Das Schützenlied von Fritz Kuhnert ertönte, danach setzten sich die Vereine in Marsch zum Königshaus von Gottschalk – quer durch die Stadt.

Die Resonanz der Friesacker auf das Event war jedoch nicht allzu groß, nur wenige schauten aus dem Fenster auf den bunten Zug, oder standen vor ihrer Haustür. Das geringe Interesse der Bevölkerung bedauerte auch Heinz-Günter Menzel, Vorsitzender des 2004 gegründeten Havelländer Schützenbundes. „Bei den ersten Umzügen nach der Wende waren die Straße voll. 27 Jahre seit der Wende haben aber nicht gereicht, damit die Schützen hierzulande den gleichen Stellenwert haben wie in den alten Bundesländern“, sagte er mit etwas Wehmut. Dabei seien die Schützenvereine in der hiesigen Gegend neben der Feuerwehr jene, die das gesellschaftliche Leben in den Orten mit befördern. „Was wegbricht, ist die Jugend“, benennt er das Problem der Nachwuchsgewinnung. „Nicht jeder Schulleiter steht dem Sportschießen positiv gegenüber.“

Das Kreisschützenfest sieht Menzel, gleichzeitig Präsident der Rathenower Schützen, vor allem als Öffentlichkeitsarbeit, auch um Mitglieder zu gewinnen. „Damit präsentieren wir uns nach außen. Ansonsten werden die Kreismeisterschaften im Wettkampfbetrieb organisiert, aber auch Aus- und Weiterbildungen.

Nachdem die Schützen sich bei Schmalzstullen, Wiener und Bier im Königshaus gestärkt hatten, ging es auf die letzte Etappe. Auf der B 5 stand kurzzeitig alles still. Die Autos mussten warten, bis die Umzug zur Schießanlage abgebogen war. Dort kam das Kommando: „Zur Belustigung nach hinten weggetreten.“

Auf die Anlage sind die Friesacker ganz besonders stolz, wie Klaus Gottschalk meinte, der auch ehrenamtlicher Bürgermeister in Friesack ist. „Wir haben dort zig tausende Arbeitsstunden geleistet im Wert von mehr als zwei Millionen Euro.“ 1995 waren die ersten vier Bahnen auf der früheren GST-Anlage betriebsbereit, zwei Jahre später die zweite Anlage. 2003 schließlich wurde das Schützenhaus eingeweiht. Das nächste Projekt ist nun die Einrichtung eines Traditionszimmers, das in der alten Baracke entstehen soll. „Wir wollen unter anderem die alten Bilder für die Nachwelt erhalten“, so Gottschalk, dem der Schießsport schon immer Spaß gemacht hat, wie er sagt.

Spaß hatte am Sonnabend aber auch einer der Jüngsten, nämlich Damian (7) vom Scheunenteam. Er fuhr mit einem Mini-Showtruck – ein vom Opa und Vater umgebauter Rasentraktor – im Festumzug mit. Hinten auf dem Auflieger die kleine Kanone der Friesacker Gilde. „Ich finde das gut, das war echt leicht“, beschreibt er sein Fahrerlebnis.

Von Andreas Kaatz

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