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Havelland Puppenspieler seit acht Generationen
Lokales Havelland Puppenspieler seit acht Generationen
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11:40 15.12.2017
Richard Kraus (Mitte) mit seinen Eltern Uwe und Karina. Gemeinsam führen sie den Familienbetrieb in achter Generation.  Quelle: Christin Schmidt
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Kriele

Seit 1979 gibt es den Berliner Puppenkoffer. Uwe und Karina Kraus haben das Familienunternehmen vor fast 40 Jahren ins Leben gerufen. Inzwischen ist auch ihr Sohn Richard eingestiegen. Zu dritt reisen sie von Kriele aus durch Berlin und Brandenburg, auch in Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern sind sie unterwegs.

„Wir waren auch schon in Lemgo und in Wuppertal zum Sommerfest in der Kinderkrebsklinik“, erzählt Sohn Richard. Selbst Altersheime buchen die Familie gern, denn Märchen wecken bei vielen positive Erinnerungen.

Die letzten Wochen waren für Familie Kraus besonders stressig, ein Auftritt jagt den nächsten. „Vor Weihnachten gibt es keine ruhigen Tage. Das beginnt im Oktober, ab November wird es richtig viel. Wochenenden gibt es keine und nach den Feiertagen kümmern wir uns bereits um die Werbung für Veranstaltungen im neuen Jahr. Am 8. Januar steht der erste Auftritt an“, so Richard Kraus. Mit 19 Jahren stieg er in das Geschäft seiner Eltern ein. Seit zwei Jahren ist er jetzt dabei und hat den Schritt nicht bereut.

Von Rotkäppchen bis Pumuckl

Vor bis zu 300 Kindern spielen Mutter, Vater und Sohn. Fünf bis sechs Stücke haben sie stets im Programm. Dazu gehören Grimm’sche Märchen wie Rotkäppchen, aber auch der Pumuckl und Räuber Hotzenplotz. „Zugtitel“ nennt die Familie diese Werke. Der gute alte Kasper gehört nicht dazu. „Der ist fast ausgestorben, den will leider keiner mehr sehen. Einzige Ausnahme ist unser Lehrstück zur Zahngesundheit, das wir in Kitas zeigen“, sagt Uwe Kraus.

Zwei bis drei Aufritte absolviert die Familie am Tag. Der Jüngste kümmert sich in erster Linie um die Werbung und die Technik. „Wenn Mama einen Hustenanfall hat, übernehme ich auch mal die Gretel“, verrät Richard Kraus.

Genau wie seine fünf Geschwister ist er mit dem Puppentheater groß geworden. Er liebt dieses Handwerk, das nachweisbar seit acht Generationen seine Familie ernährt. Seine Eltern sind beide in Theaterfamilien aufgewachsen, Karina Kraus im Personentheater, Uwe Kraus wurde mit dem Puppentheater groß.

Sohn Richard und ein älterer Bruder, der ebenfalls ein eigenes Puppentheater betreibt, führen diese Tradition fort. Stolz berichtet der Nachwuchspuppenspieler, dass er mit seinen Eltern die alten Märchen noch so auf die Bühne bringt, wie es schon seine Großeltern taten – bis auf wenige Ausnahmen.

In einigen Kita sind Hexen und Teufel tabu

„Früher hat der Kasper mit der Kelle den Teufel tot geschlagen, das können Sie heute so nicht mehr spielen, weil es unpädagogisch ist“, erklärt Uwe Kraus. Manche Kitas würden generell keine Hexe und keinen Teufel in ihrer Einrichtung dulden. Uwe Kraus kann die Bedenken zum Teil verstehen. Seine Frau meint, den Kindern wird eine heile Welt vorgegaukelt, die es nicht gibt. „Uns hat es auch nicht geschadet, dass wir die Hexe kannten. Es hat uns etwas gelehrt und wir wurden vorsichtiger“, sagt Sohn Richard.

Genau wie seine Eltern hat er alle Stück des aktuellen Programms im Kopf, die Texte kann er auswendig. Nur bei ganz neuen Werken hängen sie sich den Text schon mal als Gedankenstütze auf. „Dabei ist das Spielen an sich nur noch das i-Tüpfelchen“, so Richard Kraus.

Kunstvoll bemalte Kulissen, Licht- und Toneffekte und natürlich authentische Puppen – auf all das und vieles mehr kommt es an. Die Erwartungen der Zuschauer sind hoch. Zudem ist die Konkurrenz groß. Etwa 400 Puppenspieler gibt es hierzulande, schätzt die Familie.

Wer den Berliner Puppenkoffer live erleben will, am Samstag, 16. Dezember, ist Familie Kraus um 15.30 Uhr zu Gast im Rathenower City Center. Zu sehen ist das Grimm’sche Märchen „Hänsel und Gretel“.

Von Christin Schmidt

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