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Havelland Puppentheaterwerkstatt öffnet jeden Ferientag
Lokales Havelland Puppentheaterwerkstatt öffnet jeden Ferientag
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17:31 26.10.2017
Im Atelier des Karl-Mertens-Kunstvereins an der Semliner Straße haben die Kinder Öllampen aus Ton geformt, stehend Anette Mertens. Quelle: Bernd Geske
Rathenow

Wo sich andere in den Ferien ausruhen, kommt die Puppentheaterwerkstatt der Kulturen erst auf Touren. An jedem Tag der Herbstferien machen die Organisatoren deutschen und Flüchtlingskindern ein Angebot zum Malen, Basteln, Spielen und mit Ton arbeiten. Das Bündnis für Familie, der Karl-Mertens-Kunstverein und der Verein Aktiv hatten zum Beginn der Sommerferien zum zweiten Mal ein Integrationsprojekt aufgelegt, bei dem Kinder aus verschiedenen Kulturkreisen sich gemeinsam durch aktives Gestalten dem Thema Puppentheater nähern. Sie fühlten sich ermutigt, weil die Premiere im Vorjahr gut gelaufen war.

Nachdem es beim ersten Mal um das deutsche Märchen „Hänsel und Gretel“ gegangen war, sollte es diesmal ein Märchen aus dem arabischen Raum sein. Die Wahl fiel auf „Aladin und die Wunderlampe“. Das inspirierte Anette Mertens zu der Idee, mit den Kindern aus Ton einfache Öllampen zu bauen. Die Beziehung zur Wunderlampe lag auf der Hand. „Wenn wir das Märchen zeigen, wollen wir alle Öllampen anzünden“, hat sie erklärt, „das sieht bestimmt schön aus.“

Bei manchen Arbeitsgängen haben die Kinder sich auch gegenseitig geholfen. Quelle: Bernd Geske

Am Donnerstag haben die Kinder nun unter ihrer Anleitung im Atelier an der Semliner Straße aus Tonblöcken ihre Lampen geformt. Manche in Kugel- bzw. Flaschenform, manche als Schale, einige auch als Kürbis. Ging es am Anfang ein bisschen schwer, als die Kinder den zunächst etwas festen Ton „weichkneten“ mussten, hatten sie schnell den Bogen raus und formten schöne Stücke. Anette Mertens wird sie nach dem Trocknen brennen, glasieren und bemalen. Zu Beginn der Woche hatte Detlef Frenkel im Stadtatelier des Vereins den Kindern verschiedene Maltechniken gezeigt.

Als neue Akteurin war diesmal Anna Nabrdalik mit dabei. Sie hat gerade ihren Abschluss als Sozialarbeiterin gemacht, stammt aus Rathenow und hat ihre Bachelor-Arbeit über die Integration von Flüchtlingen am Beispiel der Puppentheaterwerkstatt im vergangenen Jahr geschrieben. Sie hat mit den Kindern am Dienstag die Stadtbibliothek besucht, wird am Montag mit ihnen über ihre Alltagserfahrungen in Syrien und Deutschland sprechen. Am nächsten Freitag hält sie für die am Projekt beteiligten Erwachsenen einen maßgeschneiderten Fachvortrag.

Erstmals zeigen werden die Kinder ihr Aladin-Puppenspiel am 30. November beim Tag der offenen Tür der Grundschule Geschwister Scholl. Der Gedanke lag nahe, schließlich besuchen viele der Flüchtlingskinder diese Schule.

Von Bernd Geske

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