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Havelland Quasselstrippe Désirée Nick geht auf Lesetour
Lokales Havelland Quasselstrippe Désirée Nick geht auf Lesetour
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17:10 26.02.2018
Wenig zimperlich: Désirée Nick auf Lestour. Quelle: Robert Recker
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Falkensee

Désirée Nick ist vieles. Lifestyle-Lady, Diseuse, Autorin, Tänzerin, Zickenkriegerin, Dschungelkönigin, Blondine, Nervensäge – und seit einigen Jahren auch Falkenseerin. MAZ sprach mit ihr vor ihrem Auftritt am 1. März in der Falkenseer Stadthalle.

Sie gehen mit ihrem Best-of-Programm auf Tour. Was ist das Beste an Desiree Nick?

Désirée Nick: Nicht, dass Missverständnisse entstehen: Ich gehe als Autorin auf Lesetour. Also mit einem Best of aus meinen Bestsellern. Nicht als Showstar, Diseuse oder Schauspielerin. Meine Vielseitigkeit ist so umfassend, dass ich eigentlich einen Talent-Co-Ordinator bräuchte. Meine kabarettistischen Lesungen mit Publikumsgespräch und Meet and Greet mit Anfassen und Autogrammstunde sind eine extrem authentische und unmittelbare Begegnung, bei der man sich auch Fotos, meine Telefonnummer und Haarlocken abholen kann.

Seit einigen Jahren wohnen Sie in Falkensee, geben jetzt hier erstmals in der Stadthalle ein Gastspiel. Rechnen Sie mit einem Heimspiel?

Mein Lebensmittelpunkt ist Berlin-Mitte. Falkensee ist mein persönlicher Rückzugsort, da ich dort Platz habe, Ruhe finde und vor allem gärtnern kann. Ich brauchte auch dringend Büroräume, um meine umfassenden Steuerunterlagen und die Buchhaltung zu archivieren, das alles ist in einer Zwei-Zimmer-Wohnung gar nicht mehr unterzubringen. Bei mir sieht es aus wie auf einer Behörde, da ich ja meine gesamte Kreativität in allen Schritten nachweisen und belegen muss. Das Gastspiel ist aber die perfekte Gelegenheit, dass meine Nachbarn und mein Umfeld mich an meinem Arbeitsplatz aufsuchen und mir die Hand schütteln können. Es ist sowas wie eine öffentliche Audienz mit Aufforderung zum kollektiven Amüsement, quasi ein Volksfest. Und das inmitten der Fastenzeit!

Desiree Nick als Gast beim Neujahrsempfang der Stadt Falkensee in der Stadthalle, nun liest sie dort am 1. März. Quelle: Tanja M. Marotzke

Brandenburger, Berliner, Bayern – unterscheiden sich die regionalen Reaktionen des Publikums auf Ihre frische, zupackende und wenig zimperlich Art? Unterscheiden sich die Reaktionen der Männer und der Frauen?

Oh ja, die Berliner haben nun mal den besten Humor (Désirée Nick ist gebürtige Berlinerin, Anm. d. Red.) und teilen ihn mit den Brandenburgern, wobei der Berliner mehr Eigenironie hat. Die Bayern lieben eigentlich nur Lokalpatrioten und sind nur glücklich, wenn sie ihren eigenen Dialekt hören. Ich glaube, für die Bayern sind wir Brandenburger und Berliner wie Ausländer. Für einige beginnt Polen wahrscheinlich direkt am Alexanderplatz, man muss schon staunen, was für Grenzen innerhalb Deutschlands gezogen werden. Ich bin aber eine ebenso stolze Lokalpatriotin und halte den Humor und das Flair der Metropole mit ihrer großartigen Mundart für das einzig Wahre. Allerdings sollte man beachten, dass ich von der DNA her eine in Charlottenburg geborene Ostlerin bin, da meine Mutter aus Weimar stammt und mein Vater aus Dresden. Die erste Sprache, die ich gelernt habe, war sächsisch. Ich habe das x-mal in Interviews und Talkshows erzählt. Aber die Leute wollen es nicht wahrhaben oder nicht verstehen, weil es nie wirklich ankommt, obwohl es doch sehr viele Fragen zu meiner Person beantworten würde. Mit einer ungewöhnlichen Herkunft ist die Welt von heute aber bereits überfordert, weil man in keine Schublade passt.

Kabarett, Comedy – das waren wie in vielen gesellschaftlichen Bereichen Männerdomänen, in ihnen wurde auf Kosten der Frauen Witze gemacht oder die Frauen dienten als Stichwortgeber, damit Männer die Pointen absammeln können. Sind Sie so etwas wie eine Vorkämpferin für die Gleichberechtigung der Frauen – auch auf der Bühnen und im Showgeschäft?

Man nannte mich vor etwa 25 Jahren die „Erfinderin des Damenwitzes!“ Die Comedyszene hat mich aber ignoriert, weil ich ein Gesamtkunstwerk bin und Revue, Burleske, Show, Entertainment und Chanson in meinen Programmen vereine. Was ich am wenigsten bin, ist eine Kabarettistin, am meisten bin ich eine Schauspielerin.

Diese Mischung macht Sie zu einem Unikat?

Genau. Vor allem bin ich ein nicht kopierbares Original. Comedians sind allesamt kopierbar und bewegen sich in einem überschaubaren Rahmen. Sie schreiben auch ihre Shows nicht selber, was ich seit jeher tue. Es gibt sogar Fans, die ordnen mich der Travestie zu. Das muss erst mal einer nachmachen.

Moderatorin und Dschungelkönigin Desiree Nick mit Ex-Partner und Verleger Heinrich Prinz von Hannover im April 2011 in Potsdam Quelle: Christel Köster

Männer reagieren schon mal mit Schnappatmung, wenn Frauen Witze über Sex oder Wechseljahre oder Sex in Wechseljahren machen. Sie die Herren noch nicht reif für diese Art von Aufklärung?

Ältere werden in unserer Gesellschaft allesamt diskriminiert. Was die Knalltüten aber übersehen, ist die Tatsache, dass ich der Babyboomer-Generation entstamme: Statistisch sind die meisten Deutschen zwischen 50 und 60, das bedeutet, wer übers Alter lästert, legt sich mit ganz Deutschland an. Wir in der Mitte des Lebens haben die Macht, denn wir verfügen über das Portemonnaie, die Freizeit, wir sind es, die für die Familie, Kinder und Enkel einkaufen gehen, Zeitungen lesen und die Quote liefern. Junge Leute schauen ja gar kein TV mehr und blättern auch nicht in einer Tageszeitung. In der digitalen Welt sind dies Relikte einer anderen Ära, manche können sich ja nicht mal vorstellen, dass Deutschland einst geteilt war und wissen über Kultur und Geschichte praktisch gar nichts. Klar, dass dann die falschen Entscheidungen getroffen werden! Die Wechseljahre - vor allem die der Männer - und das Altern sind für mich doch alles Steilvorlagen, um die sich auch meine Bücher drehen. Ich löse damit natürlich humoristisch die Probleme meiner Generation.

Lifestyl-Lady, Kabarettistin, Autorin, Tänzerin, Zickenkriegerin, Dschungelkönigin, Blondine, Nervensäge – die medialen Attribute für Ihre Person zeigen, wie schön Sie offensichtlich polarisieren. Wie halten Sie Lob und Gegenwind aus?

Aber ich bitte Sie, in der Dekade von Fake News, Hatern und Shitstorms wird man ohne Kritik doch gar nicht wahrgenommen. Wenn man beschimpft wird, ist das wunderbar, denn dann kann man wenigstens zurückschießen. Letztlich lassen Menschen mit der Art, wie sie mit anderen umgehen, doch die Hosen runter und erzählen nur von sich selbst. Wer nicht sensibel und gebildet ist, kann natürlich auch die Bildung und Sensibilität anderer nicht erfassen. Ich sage mal so: Ein Hammer hält die ganze Welt für einen Nagel! Woher soll er es auch besser wissen? An die eigene Beschränktheit erinnert zu werden, macht so manchen Hammer traurig und weil er eben ein Hammer ist, kennt er nur Wut. Um die abzulassen, gibt es neuerdings für Feiglinge die Foren, wo es sich anonym pöbeln lässt. Aber an sowas orientiere man sich doch nicht. Weichgespülte Beliebigkeit darf nicht den Anspruch erheben, sich Kunst zu nennen und ich bin nun mal rundum eine Künstlerin. Auch wenn einige Menschen gar nicht verstehen, was das überhaupt ist. Umso mehr fliegen mir die Herzen jener zu, die mich lieben. Ich existiere auch nicht durch die Presse, sondern durch meine leibhaftigen Fans. In Zeiten der Digitalisierung ist die Wahrhaftigkeit des Theaters wichtiger denn je, es ist die letzte Bastion von Authentizität. Wer mich nicht auf der Bühne erlebt hat, weiß gar nicht, wer ich bin.

Auf der Bühne ist Désirée Nick ein wenig laut und direkt, fällt anderen ins Wort, wenn Sie sich durchsetzen will, lässt sich nicht unterbuttern. Gibt es auch eine leise Désirée Nick?

Entschuldigen Sie, wenn Sie in einer Talkshow mit Herrn Gysi oder ähnlichen Kandidaten nicht ins Wort fallen, dann ist die Sendung irgendwann vorbei und Sie haben nichts gesagt. Dann heißt es hinter: „Die ist aber auch nicht mehr das, was sie mal war!“ Leider Gottes verfügen die Leute heutzutage nicht über die Manieren und die Höflichkeit, mir als Dame den Vortritt zu lassen. So bin ich gezwungen, mir mein Recht, Redezeit zu bekommen, bitter zu erstreiten. Schließlich heißt es Talkshow und nicht Schweigeshow! Ich mache dort nur meine Arbeit. Und ich erfülle wahnsinnig gerne meine Verträge. Deswegen werde ich auch immer wieder eingeladen.

Von Marlies Schnaibel

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