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Havelland Radio aus imposantem Muthesiusbau
Lokales Havelland Radio aus imposantem Muthesiusbau
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00:16 08.08.2017
Der Klinkerbau der einstigen Großfunkstelle. Quelle: Astrid Wiebe
Nauen

Wer auf der Bundesstraße 273 von Nauen Richtung Börnicke fährt, kann linkerhand über den Baumwipfeln mit ein wenig Glück sonderbar abgeknickte Riesenantennen erkennen. Kein Wegweiser am Ortsausgang Nauen und an der Bushaltestelle Trappenweg – Ecke Graf-Arco-Straße deutet auf die technische Sensation hin, die, verborgen hinter hohen Zäunen, ihresgleichen sucht. Hier steht nämlich die älteste noch in Betrieb befindliche Sendeanlage der Welt. Die Großfunkstelle Nauen. Im Jahr 1906 begann die Firma Telefunken auf dem weitläufigen Gelände mit ihren ersten Hochfrequenz-Experimenten, benutzte Knallfunkensender und errichtete einen Stahlfachwerkmast mit Schirmantenne, der schon damals Funksignale bis ins 1 300 Kilometer entfernte St. Petersburg schickte.

Führung im alten Muthesiusbau. Quelle: Astrid Wiebe

Nur zu den Tagen des offenen Denkmals oder zu vorher angemeldeten Führungen öffnet das einstige Funkamt Nauen seine Pforten und Besucher können das denkmalgeschützte Herzstück – den imposanten Muthesiusbau - von außen und innen besichtigen. Denn das Gebäude mit seinen Sendeanlagen und gigantischen Antennen ist im Besitz eines Übertragungsdienstleisters, der von dort auch heute noch täglich 24 Stunden lang Programme und Nachrichten in die ganze Welt verbreitet.

Die Firma Telefunken betrieb einst die Anlage. Quelle: Marlies Schnaibel

Wolfgang Johl vom Nauener Verein Heimatfreunde 1990 e.V. arrangiert seit Jahren Führungen durch die Großfunkstelle und weiß um deren Popularität weit über die Grenzen Deutschlands hinaus. „Wir hatten sogar schon einmal Besuch von einer technikbegeisterten Gruppe aus Neuseeland“, begrüßt er die 18 Schüler und drei Lehrer vom Leonardo da Vinci Campus aus Nauen, als diese zur Besichtigung des Muthesiusbaus gekommen sind. Schon von außen übt das fast martialisch anmutende Klinkergebäude eine Faszination aus, der sich kaum jemand entziehen kann und zum ersten Einsatz der Handykameras bei Schülern und Lehrern führt.

Kein Wunder, denn das Sendegebäude, das von dem Werkbund Architekten Hermann Muthesius im Jahr 1920 errichtet wurde, sollte nicht nur funktional sein, sondern auch Repräsentationszwecken dienen.

Repräsentativer Nebensaal. Quelle: Michael Hübner

„Die Firma Telefunken wollte ihre für damalige Zeiten bahnbrechende Rundfunktechnik in die ganze Welt verkaufen und empfing in Nauen Kaiser und Könige aus aller Herren Länder. Sogar der König von Siam kam zu Besuch“, erzählt Wolfgang Johl, der in elegantem Anzug und mit schwarzer Melone auf dem Kopf einen ehemaligen Telefunken-Inspektor mimt und die Gruppe in den Konferenzraum bittet. „Das ist viel mehr als Heimatkunde“, flüstert Geschichtslehrer Andreas Hoffmann beim Betreten des riesigen Saals mit meterhohen bleiverglasten Fenstern und 18-armigen Leuchtern an der Decke. „Hier spürt man noch heute den einstigen Prunk und kann sich in die Zeit zurückversetzen, als gekrönte Häupter an dem Konferenztisch saßen.“

Der sich anschließende atemberaubende Maschinensaal mit freitragender Decke und kunstvollen Balustraden nimmt die Schülergruppe mit auf eine Zeitreise der drahtlosen Nachrichtenübermittlung mittels Kurzwellentechnologie. Senderöhren gewaltigen Ausmaßes, Schaltschränke und Transformatoren präsentieren eindrucksvoll die analogen Anfänge des Rundfunks und deren Bedeutung für den weltumspannenden Radioempfang bis in die heutige Zeit.

„Über ein Transistorgerät kann ich auch dann immer noch Radio empfangen, wenn Twitter oder Facebook ausfallen. Und ich bleibe als Hörer anonym und nicht identifizierbar“, erklärt Wolfgang Johl und führt die Gruppe zum Abschluss in die Sendezentrale, in der Radioprogramme privater und öffentlich-rechtlicher Anbieter sowie politischer und religiöser Organisationen noch heute weltweit verbreitet werden.

Von Astrid Wiebe

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