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Raimond Heydt für mehr direkte Demokratie

Landratswahl Raimond Heydt für mehr direkte Demokratie

In wenigen Wochen wird im Havelland ein neuer Landrat gewählt. Am 10. April sind die Bürger erstmals direkt aufgerufen, einen neuen Kreischef zu bestimmen. Die MAZ hat allen Kandidaten dieselben Fragen zur Person und aktuellen Themen der Kreispolitik gestellt. Diesmal antwortet Raimond Heydt, 42, von der Piratenpartei.

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Raimond Heydt

Quelle: Hans-Peter Theurich

Havelland. In wenigen Tagen wird im Havelland ein neuer Landrat gewählt. Am 10. April sind die Bürger erstmals direkt aufgerufen, einen neuen Kreischef zu bestimmen. Die MAZ hat allen Kandidaten dieselben Fragen zur Person und aktuellen Themen der Kreispolitik gestellt. Diesmal antwortet Raimond Heydt, 42, von der Piratenpartei.

Warum halten Sie sich für den geeigneten Kandidaten für den Posten des Landrats?

Raimond Heydt: Ich habe den Mut neue Wege zu gehen. Unter meiner Verwaltung werden Kommunikation und Geldflüsse des Landkreises offen gelegt. Bei mir entscheiden die Bürger über wichtige Fragen in direkter Abstimmung und nicht mehr 28 mittelmäßig interessierte Kreistagsabgeordnete. Ich kann den Graben zwischen Verwaltung und Bürgern überwinden. Weil ich offen und ehrlich bin. Weil ich eigene Fehler eingestehen und meinen Kurs korrigieren kann, wenn ich falsch liege. Und weil ich auch mal Fünfe gerade sein lasse und der Menschlichkeit Vorrang vor den Paragrafen gebe. Aber vor allem werde ich um jedes Stückchen unserer Freiheit kämpfen und vor dem Innenministerium nicht den Schwanz ein kneifen.

Wie soll der Landkreis Havelland nach einer möglichen Kreisgebietsreform aussehen?

Heydt: Menschlich, bürgernah und viel weniger bürokratisch. Grundlegende politische Fragen, wie zum Beispiel die Kreisgebietsreform, sollten von den Bürgern in direkter demokratischer Abstimmung entschieden werden. Eine weitere von oben übergestülpte Verwaltungsreform lehne ich ab, auch wenn ich verstehen kann, warum die Landesregierung hier Handlungsbedarf sieht. Politik ist in der Pflicht die Menschen mitzunehmen. Zu sagen, wir, die Politiker, wissen alles besser und ihr, die Wähler, seid sowieso zu blöd, um das Ganze zu verstehen, weshalb wir euch die Kreisgebietsfusion jetzt durch den Landtag aufs Auge drücken, halte ich für fundamental falsch. Was die Bürger auch entscheiden, trage ich als Landrat mit.

Viele Havelländer klagen über schlechte Bus- und Bahnverbindungen. Was wollen Sie in diesem Bereich unternehmen?

Heydt: Es gibt zwei grundverschiedene Problemlagen im Landkreis. Als Pendler erlebe ich regelmäßig überfüllte Züge ab Falkensee. Hier brauchen wir zu den Stoßzeiten mehr Fahrzeuge auf den Schienen beziehungsweise Straßen. Im ländlichen Raum sind Bus und Bahn die meiste Zeit kaum ausgelastet. Die Gebiete sind dünn besiedelt, die Verbindungen dürftig getaktet und von der Haltestelle bis zum eigentlichen Ziel ist oft noch eine größere Fußstrecke zu überwinden. Gerade älteren Menschen wäre mit der Förderung kreativer „Tür zu Tür“-Lösungen, wie zum Beispiel (Sammel-)Taxis besser geholfen, als mit fast leeren Buslinien. Als Landrat würde ich freie Gelder aber zuerst in die Bildung und Erziehung unserer Kinder stecken.

Wie kann der Landkreis die Flüchtlingsfrage bewältigen?

Heydt: Die Vorstellung in Europa Millionen Menschen zwangsweise zu deportieren lehne ich ab. Das hatten wir schon und es war nicht gut. Ich sage: Gleiche Rechte für alle Menschen. Wir brauchen unbürokratische Genehmigungen für private Investoren, welche billigen Wohnraum schaffen. Wir brauchen mehr pädagogisches Personal in Kita und Schule, um nicht nur Flüchtlingskindern mit ihren individuellen Bedürfnissen gerecht zu werden. Der Landkreis kann Vereinen und Privatpersonen, welche ehrenamtlich Integrationsarbeit leisten wollen mit wenig Aufwand sinnvoll helfen. Nicht zuletzt brauchen wir mehr Räume zur Begegnung und Freizeitgestaltung, welche am Ende allen Bewohnern des Havellands zu Gute kommen.

Von Philip Häfner

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