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Ralf Pleger erhält Filmpreis für Dokudrama

Nennhausen Ralf Pleger erhält Filmpreis für Dokudrama

Ein Film des aus Nennhausen stammenden Regisseurs Ralf Pleger ist beim Internationalen Festival Golden Prague ausgezeichnet worden. In der „Florence Foster Jenkins Story“ porträtiert Pleger die schlechteste Sängerin aller Zeiten. Der Film wurde von der Jury wegen seiner Originalität und der Hauptdarstellerin gelobt.

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Regisseur Ralf Pleger mit der Filmproduzentin Maria Willer bei der Preisverleihung in Prag. Willer hat mit ihrer Firma 3B-Produktion Berlin „The Florence Foster Jenkins Story“ produziert.

Quelle: Festival Zlata Prag

Nennhausen/Prag. Schöne Überraschung am vergangenen Wochenende: Beim Internationalen Festival Golden Prague ist der Film „Die Florence Foster Jenkins Story“ des aus Nennhausen stammenden Regisseurs Ralf Pleger mit dem „Jury Prize for Originality“ ausgezeichnet worden. Das traditionsreiche Prager Festival zeichnet Filme aus, die sich dem Thema Musik widmen.

Pleger war erst am Freitag über die Auszeichnung informiert worden. Damit er und die Produzentin Maria Willer den Preis persönlich entgegennehmen konnten, organisierte die Festivalleitung für Samstag einen Flug nach Prag. Die Preisverleihung aus dem „New Stage National Theatre“ wurde im Tschechischen Fernsehen übertragen.

Die Auszeichnung ist der beste Beweis dafür, dass Ralf Pleger und sein Team im Übermaß über das verfügen, was der Protagonistin des preisgekrönten Films abgeht: Talent und Könnerschaft. Florence Foster Jenkins gilt als schlechteste Sängerin aller Zeiten. Dennoch macht die selbst ernannte Operndiva im New York der 1920er Jahre Karriere: In ausgefallenen Kostümen und mit hemmungsloser Hingabe trat sie vor einem stetig wachsenden Publikum auf – immer in dem festen Glauben, eine große Künstlerin zu sein. Sie veröffentlichte Schallplatten, wurde von Fans verehrt und brach 1944 mit ihrem legendären Auftritt in der Carnegie Hall alle Verkaufsrekorde.

In einer Mischung aus Drama und Dokumentarfilm erzählt „Die Florence Foster Jenkins Story“ die unglaubliche Geschichte der Königin der Dissonanzen. „Der Film taucht dazu in den skurrilen Kosmos einer Frau ein, die sich unbekümmert über Geschlechterrollen und ihren gesellschaftlichen Rang hinwegsetzte und durch ihre phänomenale Talentlosigkeit und exzentrische Selbstüberschätzung zur Kultfigur und frühen Camp-Vertreterin wurde“, heißt es auf der Seite der Produktionsfirma.

Das Besondere an dem Film ist, dass die Möchtegern-Diva von einer der besten Opernsängerinnen der Welt gespielt wird – der amerikanischen Mezzosopranistin Joyce DiDonato. „Für die Darstellung brauchten wir eine große Gesangsvirtuosin, die zugleich in der Lage sein muss, plötzlich ganz miserabel zu singen“, so Pleger zu der Herausforderung des Films. Joyce DiDonato sei von dieser Idee sofort angetan gewesen. Beim Studium der Aufnahmen von Florence Foster Jenkins habe sie dann festgestellt, dass diese eigentlich immer nur sehr knapp daneben lag. Genau das nachzuahmen sei besonders schwierig gewesen.

Das hat auch die Prager Jury beeindruckt, die den Film mit dem neu geschaffenen Preis für Originalität auszeichnete: „Der Coup des Dokumentarfilms ist die Besetzung der Rolle der Florence Foster Jenkins mit Joyce DiDonato“, heißt es in der Begründung. „Es ist ein Film, der einen zum Lachen bringt. Aber es ist zugleich die berührende Geschichte einer unerschrockenen Performerin, die sich ihrer eigenen Grenzen nie bewusst war – ein Paradox, das sich in der unkonventionellen Machart des Films widerspiegelt.“

Von Markus Kniebeler

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