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Havelland Rasur für die Gräben im Havelland
Lokales Havelland Rasur für die Gräben im Havelland
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07:26 14.08.2014
Mit dem Freischneider wird der Bewuchs Meter für Meter beseitigt und das Schnittgut anschließend hochgeharkt. Quelle: Andreas Kaatz
Havelland

Da haben die Männer vom Wasser- und Bodenverband Nauen Glück gehabt. Vorarbeiter Manfred Möckel zeigt auf eine unscheinbare dunkle Stelle im noch ungemähten Teil der Grabenböschung. Davor ein Gewimmel: Erdwespen. Es wäre nicht das erste Mal gewesen, dass die angriffslustigen Tiere einen seiner Kollegen gestochen hätten. „Das letzte Mal musste ich mit einem Kollegen, der allergisch darauf reagierte, gleich zum Arzt“, sagt er. Jetzt hat der Wasser- und Bodenverband Imkeranzüge bestellt, damit der Handarbeitstrupp beim Mähen der Gräben im Fall der Fälle geschützt ist.

Die Wespen sind allerdings die einzigen, die etwas dagegen haben, dass die Gräben von Schilf und anderer Vegetation befreit werden – so wie kürzlich an der Straße Dachsbau in der Falkenseer Siedlung Waldheim. Und das ist dringend erforderlich. Denn ein Jahr hat ausgereicht, dass die Halme mehr als zwei Meter in die Höhe schießen konnten, das Grabenprofil zwischen zwei Grundstücken kaum noch erkennbar ist. Das Problem: Das Regenwasser kann dann nicht mehr richtig ablaufen. Im Extremfall drohen feuchte Keller.

Sebastian Steiner zeigt, wie hoch das Schilf gewachsen ist. Quelle: Andreas Kaatz

Da es in vielen Siedlungsbereichen im Grabenbereich sehr eng ist, haben dort Traktoren oder Bagger mit Mähtechnik keinen Platz. Die Leute vom Verband müssen deshalb per Hand mähen, dabei Schilf, Gras und Kraut kurz über dem Boden kappen. Das ist mühsam und zeitraubend. Meter für Meter arbeiten sie sich mit dem Freischneider vor. Das Schnittgut kommt auf einen Hänger und wird zum Lagerplatz abtransportiert.

Einmal im Jahr wird dies gemacht – von Juli bis Dezember sowie von Januar bis März erhalten die Gräben im Verbandsgebiet eine „Rasur“. Dafür zahlen die Kommunen beziehungsweise die Flächeneigentümer entsprechende Beiträge.

Handarbeit ist insbesondere im Osthavelland nicht so selten. Wie Verbandsingenieur Sebastian Steiner sagt, sei dieser Anteil gerade in und um Falkensee sehr hoch. „80 Prozent werden per Hand gemacht, 20 Prozent maschinell“, sagt er. Für die Siedlungsgebiete in Brieselang, wo die Arbeiter bereits fertig sind, gelte das Gleiche. Nach Falkensee geht’s weiter nach Dallgow-Döberitz, Wustermark und Nauen – so wie es der mit Naturschutz- und Wasserbehörden abgestimmte Gewässerunterhaltungsplan vorsieht.

„Es ist eine schwere Arbeit“, sagt Steiner. Dabei hat der Handarbeitstrupp derzeit Glück. Es steht dieses Jahr meist kein Wasser in den Siedlungsgräben, was die Arbeit zusätzlich erschweren würde – wie etwa im verregneten Sommer 2011. Auch nach den Sturzregenfällen der vergangenen Tage kann Möckel feststellen: „Im Großen und Ganzen ist es nicht der Rede wert.“ Sonst müsste das Kraut mit einer Art Heckenschere unter Wasser abgetrennt und danach hochgeharkt werden.

Mähen und Krauten im Verbandsgebiet

Das Gebiet des Wasser- und Bodenverbandes Großer Havelländischer Hauptkanal-Havelkanal-Havelseen umfasst eine Fläche von rund 160.500 Hektar. Die Geschäftsstelle befindet sich in Nauen. Zudem gibt es zwei Stützpunkte mit Werkstatt in Paretz und Möthlow.
Der Verband bewirtschaftet für seine Mitglieder 2116 Kilometer Gräben II. Ordnung, 37 Schöpfwerke von öffentlichem Interesse, 663 Stauanlagen und 2143 Durchlässe.

Im Auftrag des Landesumweltamtes kümmert er sich auch um 40 Kilometer Havelländischer Hauptkanal. Dieser wird mit zwei Booten gekrautet, was bedeutet, dass dabei der Bewuchs unter Wasser gekürzt wird.
Bei der alljährlichen Mahd sind sechs Handarbeitskräfte und 14 Maschinisten im Einsatz. Der Verband verfügt über zehn Traktoren und vier Bagger mit Mähtechnik sowie über einen Bagger für die Grundräumung von Gräben. ak

Mehr als 2000 Kilometer Gräben muss der Verband jedes Jahr in seinem Gebiet mähen und krauten, das von Potsdam bis Brandenburg, von Tietzow bis Fichtenwalde reicht. Der größte Teil kommt einmal an die Reihe. Einzig Brieselang bezahlt eine zweite Mahd. Aber auch der Große Havelländische Hauptkanal, ein so genanntes Gewässer I.Ordnung, kommt zweimal an die Reihe, ebenso wie der Schlaggraben, der das Wasser aus Falkensee hauptsächlich ableitet. „Das erste Mal wird dort im Juni gekrautet das zweite Mal im August/September, damit die Vorfluterfunktion erhalten bleibt“, sagt Ingenieur Steiner. Das Wasser wird dann unterm Havelkanal hindurch in den Havelländischen Hauptkanal geleitet.

Und die Arbeit des Verbands wird immer wichtiger – sowohl das Krauten als auch die immer notwendiger werdenden Grundräumungen (Entschlammung und Neuprofilierung) der Gräben. „Wir haben seit 2006/2007 nachweislich immer höhere Grundwasserstände im Verbandsgebiet“, sagt Steiner. So habe Brieselang jetzt eine Untersuchung zum Entwässerungskonzept in Auftrag gegeben, um zu erfahren, wo es Defizite gibt, wo Durchlässe zu klein sind, wo alte Gräben reaktiviert werden müssten.

„Bisher sind in diesem Jahr rund 30 Prozent der Gräben gemäht worden“, schätzt Sebastian Steiner. Allerdings sei man nicht ganz so schlagkräftig wie sonst. So hatte man beim Werkstattbrand in Paretz im Mai zwei Traktoren verloren. Für das ebenfalls abgebrannte Krautungsboot lieh sich der Verband ein Ersatzboot aus.

Von Andreas Kaatz

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