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Wie die Bank zum Rathaus werden soll

Rathenow Wie die Bank zum Rathaus werden soll

Der Umbau der ehemaligen Dresdner Bank in der Berliner Straße 74 ist nach dem klaren Votum der Stadtverordneten beschlossene Sache. Die Kommunale Wohnungsbaugesellschaft Rathenow wird das Gebäude im Auftrag der Stadt umbauen. Bürgerfreundlich, barrierefrei und einladend soll das denkmalgeschützte Haus werden.

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Soll zum Rathaussitz umgebaut werden: Die ehemalige Dresdner Bank.

Quelle: Markus Kniebeler

Rathenow. Das Gebäude, in dem bis vor einigen Jahren die Dresdner Bank ihren Sitz hatte, ist ohne Zweifel eines der prächtigsten Häuser in der Rathenower Innenstadt. Wenn man davon ausgeht, dass ein Rathaus auch repräsentative Aufgaben hat, dann das Haus in der Berliner Straße mit der Nummer 74 sicher nicht die schlechteste Wahl. Und – was noch wichtiger ist: auch baulich eignet sich das Objekt, um die öffentlichkeitswirksamen Teile der Stadtverwaltung darin unterzubringen. Das behauptet jedenfalls Hartmut Fellenberg, Geschäftsführer der Kommunalen Wohnungsbaugesellschaft (KWR) Rathenow, die von der Stadt mit den Umbauarbeiten beauftragt worden ist.

Fellenberg ist nicht der Typ, der das mit der Eignung so dahinsagt. Zur Bekräftigung seiner These legt er ein Umbaukonzept vor, in dem die künftige Nutzung konkrete Gestalt annimmt. Vom Erdgeschoss über das 1. und 2. Dachgeschoss bis zum Obergeschoss sind alle vier Etagen durchgeplant. Mit der Umsetzung des Konzepts will die KWR beginnen, sobald das Ergebnis des Bürgerbegehrens (und möglicherweise Bürgerentscheids) vorliegt. Spätestens Ende Oktober ist hundertprozentig sicher, ob das Rathaus aus dem jetzigen Gebäude auszieht und die Dresdner Bank ab 2018 als Teilsitz nutzen wird.

Mit Entkernung kann schon begonnen werden

Das heißt nicht, dass der KWR bis dahin die Hände gebunden sind. Gekauft ist die Dresdner Bank bereits, ab dem 1. August wird die KWR in dem Gebäude nach Belieben schalten und walten können. Jetzt geht es darum, den Vorentwurf in einen Genehmigungsplan zu überführen, auf dessen Grundlage der Umbau erfolgen wird. All diese planerischen Arbeiten laufen bereits, und auch mit Entkernungsarbeiten wird schon vor dem Bürgerentscheid begonnen. Mit dem spezifischen auf Rathausbedürfnisse angepassten Umbau geht es los, sobald in der Rathausfrage alles klar ist.

Umgebaut wird das Gebäude nach den Vorgaben der Verwaltung. Die hat genau festgelegt, welche Bereiche in dem ehemaligen Bankgebäude untergebracht werden sollen. Das ist – im Erdgeschoss – der Bürgerservice mit sieben Büros, einem offenen Wartebereich und Sanitäranlagen. Im ersten Obergeschoss werden der Bürgermeister und der Erste Beigeordnete ihre Büros haben. Außerdem ist dort das Standesamt untergebracht. Das Zweite Obergeschoss wird das Ordnungsamt sowie die Sachgebiete Gewerbe und Bildung beherbergen sowie die Bußgeldstelle. Unter dem Dach schließlich soll ein Raum für Eheschließungen hergerichtet werden. Außerdem ist ein fast 70 Quadratmeter großer Mehrzweckraum geplant, der für Versammlungen, Ausschusssitzungen, Vorträge, Workshops und Feierlichkeiten genutzt werden kann.

Läuft alles nach Plan, wird die Stadtverwaltung am 1. Januar 2018 mit knapp 40 Mitarbeitern hier einziehen. Der Rest der Verwaltung wird ins Technologie- und Gründerzentrum im Grünauer Fenn umgesiedelt. Gelingt es den Initiatoren des Bürgerbegehrens, den beschlossenen Rathausumzug zu kippen, muss sich die KWR als Eigentümer des Gebäudes über eine andere Nutzung Gedanken machen. Die spezifischen Umbaupläne zum Rathaussitz könnten dann zu den Akten gelegt werden.

Erst Miete, dann Kauf

Das Gebäude in der Berliner Straße 74, in dem zuletzt die Dresdner Bank eine Filiale hatte, gehört seit dem 23. Juni dieses Jahres der Kommunalen Wohnungsbaugesellschaft Rathenow (KWR). Die städtische Gesellschaft hat das Objekt, das einer Immobilienfondsgesellschaft gehörte, rechtskräftig erworben.

Das Gebäude hat eine Nutzfläche von rund 1100 Quadratmetern, die sich auf vier Etagen verteilt. Knapp 40 Mitarbeiter der Verwaltung werden hier ab dem 1. Januar 2018 ihren Arbeitsplatz haben.

Die KWR ist für den Umbau verantwortlich. Nach dem Umbau wird die Stadt das Gebäude für die Dauer von 14 Monaten (1.11.2017 bis 31.12.2018) für 11000 Euro pro Monat mieten und dann ab dem 1. Januar 2019 für den festgelegten Preis von 2,5 Millionen Euro von der KWR erwerben. Auf diese Art refinanziert die KWR den Erwerb und Umbau des Gebäudes.

 

Von Markus Kniebeler

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