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Rathenow: Debatte über die Erstklässler

Schülerverteilung mit Sprengstoff Rathenow: Debatte über die Erstklässler

Die Verteilung der Rathenower Einschüler könnte eine schmerzvolle Angelegenheit werden: weil nach Willen der Abgeordneten in der Grundschule in Rathenow-West zwei erste Klassen gebildet werden sollen, die Anmeldungen dafür aber bei weitem nicht ausreichen, müssten viele Schüler aus der Innenstadt nach West umgeleitet werden.

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Die Otto-Seeger-Grundschule in Rathenow-West.

Quelle: Markus Kniebeler

Rathenow. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: 33 Eltern wollen, dass ihre Kinder im Sommer ihre Schulkarriere in der Otto-Seeger-Schule in Rathenow-West starten. So viele Anmeldungen liegen dem Sachgebiet Bildung im Rathenower Rathaus vor. Zieht man die übliche Rückstellerquote von 20 Prozent ab, kommt man auf 27 Schüler. Das ist nach Vorgabe des staatlichen Schulamtes fast die ideale Klassenstärke.

Allerdings haben die Mitglieder des Bildungsausschusses im vergangenen April festgelegt, dass in West zwei erste Klassen eingeschult werden sollen. Das heißt, das gut zwei Dutzend Schüler, die eigentlich eine Grundschule im Zentrum besuchen wollen, nach West umgeleitet werden müssten. Zu welchen Aufregungen das führen wird, davon konnte man am Montagabend bei der Sitzung des Bildungsausschusses eine Ahnung bekommen.

Änderung der Schulbezirke unvermeidlich

„Wir haben nur eine Möglichkeit, diese Umverteilung rechtsfest hinzubekommen“, hatte Hans-Jürgen Lemle erklärt. „Wir müssen den Schulbezirk für die Seegerschule vergrößern.“ Konkret sei in der Arbeitsgemeinschaft Schulentwicklungsplanung der Vorschlag gemacht worden, den Stadtteil Rathenow-Süd, der bislang zum Schulbezirk der Schollschule gehöre, dem Schulbezirk der Seegerschule zuzuordnen.

Kaum hatte Lemle diese Variante ausgesprochen, brach der Protest los. „Wollen wir Kinder aus Süd, die auf bequeme Art zur wenige hundert Meter entfernten Schollschule gelangen können, etwa durch die ganze Stadt schicken?“, fragte Andreas Gensicke (CDU). „Das ist doch absurd.“ Wenn man an der Zweizügigkeit der Seegerschule in West festhalte, habe man keine andere Wahl so Lemle. Es habe auch die Überlegung gegeben, die Altstadt dem Schulbezirk der Grundschule West zuzuschlagen.

Aber dann komme es zu ähnlichen Situationen. Lemle machte das an einem Beispiel klar: Ein Kind, das auf dem Kirchberg wohnt und nur über die Brücke muss, um zur Weinbergschule zu gelangen, müsste dann den ungleich weiteren Weg in die Pfarrer-Fröhlich-Straße auf sich nehmen. „Es gibt keine optimale Lösung für dieses Problem“, so Lemle abschließend. Ein Problem, auf das die Verwaltung übrigens schon seit Jahren hinweise, ohne bei den Stadtverordneten Gehör zu finden.

Kinder durch die ganze Stadt schicken?

Jean-Luc Meier (Bündnis 90/Grüne) war es, der das Naheliegende aussprach: „Wenn die Anmeldezahlen für die Grundschule West eine Zweizügigkeit nicht hergeben, dann sollten wir den Beschluss des Ausschusses rückgängig machen und dort nur eine Klasse einschulen“, sagte er. Damit entspreche man nicht nur dem Elternwunsch, sondern handele vor allem im Sinne der Kinder, deren Schulweg ja so kurz und sicher wie möglich sein soll.

Lemle fasste die Situation am Ende der Debatte wie folgt zusammen: Wenn man in West zwei Züge einschulen wollen, komme man nicht umhin, die Schulbezirke zu ändern – mit den genannten Ungerechtigkeiten. Wenn man diese vermeiden wolle, müsse der Beschluss der Zweizügigkeit rückgängig gemacht werden. „Die Verwaltung wird umsetzen, was ihr von den Stadtverordneten in Auftrag gegeben wird“, sagt er. „Was wir brauchen, ist eine klare Handlungsempfehlung.“ Eine solche könnte, so die Meinung im Ausschuss, auf dessen Sondersitzung am Montag gegeben werden.

Verteilung nach klaren Kriterien

In der Stadt Rathenow gilt die freie Grundschulwahl. Eltern können also entscheiden, in welche der vier städtischen Grundschulen (Jahn-, Scholl-, Weinberg- und Seegerschule) sie ihr Kind schicken.

Praktisch allerdings wird diese Wahlfreiheit eingeschränkt durch die Kapazitäten der jeweiligen Schule. Werden in einer Schule mehr Kinder angemeldet, als Plätze vorhanden, muss eine Auswahl getroffen werden. Dabei kommt den vier den Grundschulen zugeordneten Schulbezirken entscheidende Bedeutung, Anmeldungen von Kindern aus dem zur Schule gehörenden Schulbezirk werden bevorzugt berücksichtigt.

Wenn bereits ein Kind der Familie an der Erstwunschschule unterrichtet wird, erhöht das die Chance, dass der Bruder oder die Schwester an dieselbe Schule kommt, erheblich.

Kann der Erstwunsch nicht berücksichtigt werden, bemüht sich die Rathenower Verwaltung, zumindest dem Zweitwunsch Rechnung zu tragen. Wurde bei der Anmeldung kein Zweitwunsch angegeben, wird das Kind an eine der drei verbleibenden Schulen verwiesen.

Von Markus Kniebeler

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