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Die Grundschuldebatte ist eröffnet

Rathenow Die Grundschuldebatte ist eröffnet

Die Zukunft der Rathenower Grundschullandschaft ist wieder völlig offen. Ungeklärt ist vor allem die Frage, wie viele Grundschulen mittelfristig am Netz bleiben sollen. Im Herbst steht die Fortschreibung des Schulentwicklungskonzepts an. Mit ihr könnten unangenehme Begleiterscheinungen verbunden sein.

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Die Schließung der Schollschule ist erst mal vom Tisch.

Quelle: Markus Kniebeler

Rathenow. Die Zukunft der Rathenower Grundschullandschaft ist wieder völlig offen. Weder ist klar, wie viele Grundschulen mittelfristig am Netz bleiben, noch, wie viele Schüler in den einzelnen Schulen unterrichtet werden. Im Herbst steht die Fortschreibung des Schulentwicklungskonzepts an.

Klar ist derzeit nur, dass das vor drei Jahren beschlossene Schulentwicklungskonzept geändert werden muss. Denn der Plan, ab dem Sommer 2017 zwei dreizügige Schulen in der Innenstadt vorzuhalten – die Weinbergschule und die Jahnschule – und eine kleine anderthalbzügige Schule in Rathenow-West, hat sich bereits als unrealisierbar erwiesen. Weil der Umbau der Weinbergschule in der ursprünglich geplanten Frist nicht zu schaffen ist, wurde die Inbetriebnahme des umgebauten Schulkomplexes bereits um ein Jahr nach hinten verschoben. Auch die für Sommer 2017 festgelegte Schließung der Schollschule wurde ausgesetzt. Zum einen, weil die Zusammenführung mit der Weinbergschule wegen der erwähnten baulichen Verzögerung nicht umgesetzt werden kann. Zum anderen, weil nach Aussage des 1. Beigeordneten Hans-Jürgen Lemle wegen steigender Schülerzahlen ein Mehrbedarf besteht.

Fraglich ist mittlerweile aber auch, ob der Ursprungsplan, die Jahngrundschule künftig als dreizügige Schule zu etablieren, umgesetzt werden kann. Der jüngste SVV-Beschluss, den Umbau des ehemaligen Rathauses in der Jahnstraße 34 zum Jahnhort zu stoppen, entzieht dieser Überlegung jegliche Grundlage. Denn ohne zusätzliche Horträume reicht der Platz in der Schule nicht für eine durchgehend dreizügige Schule. „Wir werden künftig nur noch zwei erste Klassen an der Jahngrundschule bilden können“, hatte Bauamtsleiter Matthias Remus jüngst gesagt. Der gestoppte Hortausbau lasse keine andere Wahl.

Vize-Bürgermeister Hans-Jürgen Lemle, in dessen Dezernat die Schulentwicklung liegt, weiß auch nicht, wo die Reise hingehen wird. „Die Entscheidung treffen die Stadtverordneten“, sagt er. „Ich würde die Dreizügigkeit der Jahnschule nicht in Frage stellen wollen“, fügt er hinzu. Denn es sei erwiesen, dass eine Schule mit drei Zügen pädagogisch und organisatorisch optimal funktioniere. Wo allerdings nach dem Umbaustopp des ehemaligen Rathauses die dringend benötigten Hortplätze herkommen sollen, weiß Lemle auch nicht. Er macht allerdings darauf aufmerksam, dass bei einer Zweizügigkeit sehr viel Schüler, die eigentlich zur Jahnschule wollen, zu anderen Schulen umgeleitet werden müssen. „Dann werden wir voraussichtlich die freie Grundschulwahl aufheben und wieder Schulbezirke einführen müssen“, so Lemle. (siehe Infokasten) Dann sei über den Wohnort des Kindes verbindlich festgelegt, welche Schule besucht werden müsse.

Eines ist bei allen Unwägbarkeiten sicher: In diesem Jahr müssen in Sachen Bildungspolitik viele schwierige Entscheidungen getroffen werden. Die AG Schulentwicklungsplanung, in der Vertreter der Parteien, der Verwaltung und der Schulen sitzen, wird sich schon bald mit dem Thema befassen. In der ersten Sitzung des Bildungsausschusses nach der Sommerpause Anfang September wird die Schulentwicklungsplanung auf der Tagesordnung stehen. Bis zum Ende des Jahres soll das Konzept beschlossen sein.

Freie Schulwahl oder Zuweisung

In Rathenow gilt momentan die freie Schulwahl. Man kann seine Kinder also in jeder der vier städtischen Grundschulen anmelden, egal ob man in der Nähe wohnt oder nicht. Bei der Berücksichtigung des Erstwunsches ist allerdings die Nähe des Wohnorts zur Schule das entscheidende Kriterium. Je näher eine Familie an der Schule ihrer Wahl lebt, desto größer die Chance, dass das Kind dort unterkommt.

Die von Hans-Jürgen Lemle ins Gespräch gebrachte Einführung einer Schulbezirkssatzung würde die freie Schulwahl aufheben. Denn dann entscheidet der Wohnort des Kindes verbindlich, welche Grundschule besucht werden muss. Wer etwa im Bezirk der Schule West wohnt, kann sein Kind dann nicht in der Jahnschule anmelden.

Von Markus Kniebeler

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