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Ein Amateurfilm macht Karriere

Rathenow Ein Amateurfilm macht Karriere

Am 17. Januar wurde ein Film, der die Entwicklung der Stadt Rathenow in den letzten 100 Jahren dokumentiert, erstmals gezeigt. Der Streifen, den der Rathenower Amateurfilmer Eberhard Rabe aus dokumentarischem Material zusammengestellt hat, ist ein großer Erfolg. Fast 2000 Menschen haben ihn gesehen.

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Der Rathenower Amateurfilmer Eberhard Rabe hat den beliebten Streifen nicht nur geschnitten, sondern auch eigene Sequenzen beigesteuert.


Quelle: Markus Kniebeler

Rathenow. Als am 17. Januar im Brandenburger Dom die offizielle Feiezum Jubiläum Rathenows und anderer märkischer Städte über die Bühne ging, fand im Haveltorkino ein kleiner lokaler Festakt statt, mit dem Bürger der Ersterwähnung Rathenows vor 800 Jahren gedachten. Nach der Eröffnungsrede wurde ein Film gezeigt mit bewegten Bildern aus den vergangenen 100 Jahren.

Dieser Rathenow-Film, man kann es nicht anders sagen, ist eingeschlagen wie die sprichwörtliche Bombe. Ursprünglich sollte einer der vier Kinosäle für die Vorführung frei gehalten werden. Am Ende waren alle vier Säle bis auf den letzten Platz besetzt. 640 Menschen sahen den über anderthalbstündigen Streifen und amüsierten sich dabei köstlich.

Dass der Film so ein Erfolg wurde, ist vor allem Eberhard Rabe zu verdanken. Der Amateurfilmer, der in Rathenow bekannt ist wie ein bunter Hund, hat das Material, das die Stadt Rathenow ihm zur Verfügung gestellt hat, um etliche Sequenzen ergänzt und zu einem ansehnlichen Film montiert. Außerdem hat er mit dezenten Kommentaren die Einleitung und die Übergänge zwischen den einzelnen Filmteilen moderiert.

Kern des Films sind Aufnahmen, welche der Stadt vom deutschen Rundfunkarchiv zur Verfügung gestellt wurden. Dabei handelt es sich um Sequenzen, die zwischen den 40er und 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts in Nachrichten- und Magazinsendungen des DDR-Fernsehens gesendet wurden. Rabe hat das Material angereichert mit Aufnahmen des Amateurfilmstudios Premnitz, mit Fotos, welche die Vor- und Nachkriesgzeit dokumentieren und mit Filmaufnahmen, die er selber gemacht hat. Diese bunte Mischung ist es, welche die Zuschauer begeistert hat.

Dass es sich bei dem Rekordbesuch am 17. Januar nicht um eine Eintagsfliege gehandelt hat, dafür gibt es handfeste Belege. Zwei Mal wurde die Vorführung seitdem wiederholt, und immer waren alle vier Kinosäle voll bis auf den letzten Platz. Dass sich Eberhard Rabe von diesem Zuspruch geehrtt fühlt, versteht sich von selbst. „Das ist wie ein Ritterschlag für mich als Filmemacher“, sagt er. Als am Ende der Premiere das Publikum spontan applaudiert habe, da seien ihm Schauer über den Rücken gelaufen.

Jörg Zietemann, Hauptamtsleiter der Stadt Rathenow, ist hocherfreut über den Erfolg. „Das beweist, dass die Rathenower sich sehr für ihre Stadt und deren Geschichte interessieren“, sagt er. Diese Erkenntnis werde übrigens nicht nur durch das Interesse am Rathenow-Film bestärkt. Das große Interesse an nahezu allen Jubiläums-Veranstaltungen habe gezeigt, wie sehr den Rathenowern ihre Stadt am Herzen liege. Zietemann lobte Eberhard Rabe für sein Engagement. Und er bedankte sich bei Christl Schneewind, der Betreiberin des Haveltorkinos, die sich sofort bereit erklärt habe, die Säle für die Vorführungen kostenlos und unbürokratisch zur Verfügung zu stellen.

Für den leidenschaftlichen Filmer Eberhard Rabe, der seine Werke bislang im kleinen Kreis präsentiert hat, ist der Rathenow-Film ein Höhepunkt seiner Karriere. Fast 2000 Menschen haben das Werk bislang gesehen – und das ist noch nicht das Ende. Am 15. Januar gibt es im Kino die vierte Vorführung. Und die Nachfragen lassen vermuten, dass es wieder ein volles Haus wird.

Von Markus Kniebeler

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