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Rathenow: Flächennutzungsplan überarbeitet

Regelwerk fürs Bauen Rathenow: Flächennutzungsplan überarbeitet

Im Flächennutzungsplan der Stadt Rathenow ist festgeschrieben, wie sich die Stadt entwickeln soll. Er ist damit das wichtigste Steuerungsinstrument, was das Bauen, die Ansiedlung von Gewerbe und die Ausweisung von Grünflächen angeht. In diesem Jahr soll nach einem langen Prozess die überarbeitete Variante des Papier verabschiedet werden.

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Wie sich die Stadt Rathenow entwickeln soll, ist im FNP festgelegt.

Quelle: Gisela Arnold

Rathenow. Das Wort Flächennutzungsplan hat nicht das Zeug, Begeisterungsstürme auszulösen. Ein typischer Begriff aus der Bürokratie, nüchtern, sperrig, Behördendeutsch eben. Doch mit dieser Einschätzung tut man dem Thema unrecht. Denn im Flächennutzungsplan einer Kommune ist festgeschrieben, wie sich das Gemeinwesen entwickelt hat und wohin es sich entwickeln soll. In Rathenow soll in diesem Jahr die Fortschreibung des im Jahr 2001 erstellten Planes verabschiedet werden.

112 Quadratkilometer groß ist das vom FNP abgedeckte Gemeindegebiet, das aus der Stadt Rathenow und ihren fünf Ortsteilen besteht. Wer sich den Plan ansieht, der erkennt ein Nebeneinander verschiedenfarbiger Flächen. Gewerblich genutzte Areale, bebaute und für die Bebauung vorgesehene Grundstücke, Landschafts- und Naturschutzgebiete – all das ist grafisch so präzise dargestellt, dass man auf einen Blick erkennen kann, wie welche Teile des Stadtgebiets genutzt werden.

Diese Überblicksdarstellung ermöglicht vor allem der Verwaltung eine schnelle Orientierung. Will etwa ein gewerblicher Betrieb sich in der Stadt ansiedeln und eine Halle bauen, dann kann ihm mit Verweis auf den Plan schnell mitgeteilt werden, wo das möglich wäre – und wo nicht. Auch der private Häuslebauer kann sich nur dort entfalten, wo eine Wohnbebauung definiert ist. Und wer beispielsweise mit dem Ziel im Rathaus vorstellig wird, ein Windrad aufzustellen, der wird mit Hinweis auf den FNP erfahren, dass es für sein Projekt keine ausgewiesene „Windeignungsfläche“ im Rathenower Gemeindegebiet gibt.

Neben den verschiedenen Flächendefinitionen – Wohnen, Gewerbe, Industrie, Natur – enthält der Plan weitere wichtige Informationen, die für mögliche Nutzer von Belang sind. So sind im Bereich der Havel die Hochwasser- und Überflutungsflächen eingezeichnet, die unangetastet zu bleiben haben. Vermerkt sind außerdem Bodendenkmale, Altlastenverdachtsflächen und Naturschutzkorridore, auf denen sich eine Nutzung verbietet oder nur unter Einschränkungen möglich ist.

„Weil sich die Welt verändert, ist auch der Flächennutzungsplan kein starres Regelwerk“, sagt Jens Hubald, Leiter des Sachgebiets Stadtentwicklung im Rathenower Rathaus. Deshalb seien im aktuellen Plan auch einige Dinge nachjustiert worden, die bei der Erstellung 2001 noch nicht abzuschätzen waren. Zum Beispiel habe man das Gebiet östlich der Breitscheidstraße (zwischen Polizei und Scharnhorststraße), das ursprünglich für eine Wohnbebauung vorgesehen war, nun als Grünfläche definiert. „Es gibt genügend innerstädtische Brachen im Stadtgebiet, auf denen gebaut werden kann“, so Hubald. Es bestehe also kein Bedarf, die naturnahe Fläche in der Breitscheidstraße zu versiegeln.

Hinter dieser Entscheidung steht das allem übergeordnete Ziel, mit den freien Flächen schonend umzugehen. Damit bewegt man sich auf der von der Bundesregierung vorgegebenen Linie, den Flächenfraß im Land einzugrenzen. Nicht mehr als 30 Hektar Freiland sollten bundesweit pro Tag versiegelt und bebaut werden, so die Zielgröße. Davon ist man in Deutschland übrigens derzeit noch meilenweit entfernt. Der Grad der Versiegelung liegt bei 90 Hektar pro Tag.

Langer Prozess

Der Flächennutzungsplan, der jetzt überarbeitet wurde, stammt aus dem Jahr 2001. Weil das Stadtgebiet sich durch die Eingemeindung der Ortsteile vergrößert hat, ist das im Plan dargestelle Gebiet mit 112 Quadratkilometern so groß wie nie.

Der überarbeitete Plan ist bislang zwei Mal öffentlich ausgelegt worden. 30 so genannte Träger öffentlicher Belang wurde beteiligt. Berechtigte Einwendungen wurden in den Plan eingearbeitet.

Noch in diesem Jahr soll der Plan den Stadtverordneten zur Abstimmung vorgelegt werden. Danach muss das Werk vom Kreis genehmigt werden.

Von Markus Kniebeler

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