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Rathenow: Frauen aus Ost und West erzählen

Kultur im Gemeindehaus Rathenow: Frauen aus Ost und West erzählen

Einmal im Monat lädt die Evangelische Hoffnungskirchengemeinde im Elb-Havel-Winkel zu einem kulturellen Abend in das Gemeindehaus in Rathenow ein. Zum Beispiel am 23. Mai. Dann ist die Autorin Barbe Maria Linke zu Gast und wird ihr Buch „Wege, die wir gingen“ vorstellen. Dafür hat sie zwölf Frauen, jeweils sechs aus Ost- und Westdeutschland interviewt.

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Barbe Maria Linke

Quelle: Geest

Rathenow. Einmal im Monat lädt die Evangelische Hoffnungskirchengemeinde im Elb-Havel-Winkel zu einem kulturellen Abend in das Gemeindehaus in der Gebhardtstraße in Rathenow-West ein. Auf dem Programm steht stets ein anderes Thema. Mal geht es um Regional- oder Zeitgeschichte, auch Reiseberichte sowie verschiedene kirchliche Themen und Fragen des Glaubens werden behandelt. Dabei sind keineswegs nur Gemeindemitglieder eingeladen. „Die Veranstaltungen sind für alle offen und das wollen wir gern noch deutlich öffentlich kommunizieren“, macht Pfarrerin Katrin Brandt deutlich. Bewusst wählen man ein Programm aus, dass ein breites Publikum interessiert.

Zum Beispiel am 23. Mai. Dann ist die Autorin Barbe Maria Linke zu Gast und wird ihr Buch „Wege, die wir gingen“ vorstellen. Dafür hat sie zwölf Frauen, jeweils sechs aus Ost- und Westdeutschland interviewt. Die Frauen sprechen über ihre Kindheit, Ausbildung, über Freundschaft und Liebe. Sie denken nach über Gott und die friedliche Revolution und folgen dabei stets ihrer eigenen sinnstiftenden Wahrheit. In den Gesprächen beharrt die Autorin auf wenigen vergleichbaren Momenten, etwa dem Mauerbau und der Maueröffnung als historisch einschneidende Ereignisse. Ansonsten lässt Linke die Frauen aus ihrem Leben erzählen.

Obwohl ich es weiß, verblüffte mich erneut, wie unterschiedlich sich jedes Leben gestaltet. Hier Demokratie, dort Diktatur. Aber so einfach ist es nicht. Das bunte Leben innerhalb einer Diktatur, von dem ich aus diesem Buch erfahre, fasziniert mich. Die Texte zeigen sehr klar, dass sich die Menschen in der DDR viel stärker mit der Bundesrepublik Deutschland auseinandergesetzt haben, als wir im Westen mit der DDR“, schreibt Rita Süssmuth im Vorwort zu „Wege, die wir gingen“.

Barbe Maria Linke wurde 1944 in Köslin /Pommern geboren und wuchs in der DDR auf. Sie studierte Theologie an der Humboldt-Universität Berlin, wirkte an der Gründung der Friedenswerkstatt Berlin mit und gilt als Mitbegründerin der Gruppe Frauen für Frieden. 1983 wurde sie im Zusammenhang mit der Lichterkette zwischen der amerikanischen und der sowjetischen Botschaft in Ost-Berlin verhaftet und reiste anschließend nach Westberlin aus.

Am 23. Mai liest Barbe Maria Linke um 19 Uhr im Rahmen des nächsten offenen Gemeindeabends im Gemeindehaus, Gebhardtstraße 40.

Von Christin Schmidt

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