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Havelland Europa-Freunde müssen umziehen
Lokales Havelland Europa-Freunde müssen umziehen
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02:15 08.02.2018
Erste Kinomatinee der Freunde für Europa: Besucher im Gespräch mit Mike Stampehl („Demokratie leben!“) und Kinobetreiberin Christl Schneewind (re.). Quelle: Uwe Hoffmann
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Rathenow

Zur Fortsetzung der Kino-Matinee der „Freunde für Europa“, nach der Weihnachtspause, am vergangenen Sonntag waren die Initiatoren überrascht. „Wegen der großen Resonanz mussten wir aus dem kleineren Kinosaal in einen größeren umziehen“, so Kinobetreiberin Christl Schneewind.

Neue Gäste kamen auch

Rund 80 Zuschauer, darunter einige Erstbesucher bei den Europafreunden, kamen zur ersten von insgesamt acht Veranstaltung in diesem Jahr. Gezeigt wurde der deutsche Politthriller „Der Staat gegen Fritz Bauer“ (2015). Der mehrfach ausgezeichnete Film (unter anderem „Bester Film“ beim Deutschen Filmpreis 2016) basiert auf wahren Begebenheiten im Nachkriegsdeutschland. Fritz Bauer (1903 bis 1968) strengte als hessischer Generalstaatsanwalt in Frankfurt/Main den Strafprozess gegen SS-Obersturmbahnführer Adolf Eichmann, Organisator des Holocaust im Reichssicherheitshauptamt, an.

Selbst verfolgt

Bauer war als Sozialdemokrat 1933 selbst im KZ. Adolf Eichmann wurde, unterstützt durch Fritz Bauers Ermittlungen 1960 durch den israelischen Geheimdienst aus Argentinien entführt und nach dem Prozess 1962 in Israel gehängt. Bauers Bemühungen die Zeit des Nationalsozialismus aufzuarbeiten und die Deutschen mit ihrer Vergangenheit zu konfrontieren, zeigten vor allem mit den „Auschwitzprozessen“ in den Jahren 1963 bis 1968 Erfolg.

Wolfgang Hundt (li.) im Gespräch mit Felix Doepner, der die Kino-Matinee am 4. März vorbereitet. Quelle: Uwe Hoffmann

„Der Film hat mich sehr beeindruckt“, so Wolfgang Hundt sichtlich bewegt nach dem Film. „Angesichts der Darstellung der behördlichen und gesellschaftlichen Widerstände gegen die Aufarbeitung des Nationalsozialismus in der damaligen BRD, aber auch des ‚staatlich verordneten’ Antifaschismus in der DDR dürfen wir nicht nachlassen, die Demokratie zu stärken.“ „Wir müssen uns mit jeglichen Anfängen von Nationalismus, Rassismus und Diskriminierung auseinandersetzen“, stimmte ihm der Galmer Künstler Gerhard Göschel zu. „Die Politik der etablierten Parteien der letzten Jahre haben unsere Gesellschaft sozial weiter auseinander driften lassen und zu heutigen Verhältnissen mit hohen Wahlergebnissen für AfD geführt.“

Bekannt auch in Berlin

Mittlerweile hat sich die im Juli 2017 ins Leben gerufene Westhavelländer Initiative, gemeinsam mit der Deutsch-Französischen Gesellschaft Premnitz, auch bis in die Hauptstadt herumgesprochen. „In der letzten Woche war ich als Vertreter der DFG Premnitz in die französische Botschaft nach Berlin eingeladen. Die Rede der neuen französischen Botschafterin hat mich sehr bestärkt, mit unserem Engagement für Europa weiter zu machen“, erzählt Ehrenvorsitzender Wolfgang Hundt. „Wir haben ihr von unserer Kino-Matinee erzählt und die Botschafterin oder ein Botschafts-Attaché wollen eine unserer nächsten Kino-Matinees besuchen.“

Preisverleihung

Während dieses Tages wurde erneut der „Joseph Rovan“-Preis zur Festigung der Deutsch-Französischen Beziehungen verliehen. Bereits vor zehn Jahren, im April 2008, zeichnete der damalige französische Botschafter Bernard de Montferrand die DFG Premnitz aus. Im Mai 2016 gab es dann die Europaurkunde des Ministeriums für Justiz, Europa und Verbraucherschutz entgegen.

Das nächste Ereignis

Zur nächsten Kino-Matinee, unterstützt durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“, am Sonntag, den 4. März, 10 Uhr, greifen die „Freunde für Europa“ noch einmal das Thema Aufarbeitung der Zeit des Nationalsozialismus auf. Der Film „Geschichte einer Liebe – Freya“ (2016), mit Nina Hoss und Ulrich Matthes in den Hauptrollen und dokumentarischen Teilen, gibt einen Einblick in den bürgerlichen Widerstand gegen die Nationalsozialisten im „Kreisauer Kreis“ um Helmuth Graf von Moltke und seine Ehefrau Freya.

Von Uwe Hoffmann

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