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Rathenow: Haftstrafe für Wiederholungstäter

Diebstahl und Alkohol-Fahrten Rathenow: Haftstrafe für Wiederholungstäter

Das Amtsgericht Rathenow verurteilte am Dienstag den 29-jährigen Steffen S. zu einer Haftstrafe von einem Jahr und sechs Monaten. Es sah es als erwiesen an, dass er zweimal unter Alkoholeinfluss und ohne Fahrerlaubnis Auto gefahren war und mit zwei anderen Tätern einen Diebstahl begangen hatte. Das tat er, als noch zwei Bewährungsstrafen gegen ihn liefen.

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Das Rathenower Amtsgericht.

Quelle: Bernd Geske

Rathenow. Ein Diebstahl und zweimal Autofahren unter Alkoholeinfluss. Der 29-jährige Rathenower Steffen S. hat etwas geschafft, das es selten gibt. Während zwei Bewährungsstrafen noch gegen ihn liefen, hat er drei neue Straftaten begangen. Das sah der Rathenower Richter Robert Ligier bei der Verhandlung am Dienstag als erwiesen an und sprach für den Beschuldigten eine Haftstrafe von einem Jahr und sechs Monaten aus. Wegen anderer ähnlicher Vergehen hatte das Amtsgericht Rathenow ihn erst im Januar dieses Jahres zu einer einjährigen Haftstrafe verurteilt. Doch weil Steffen S. dagegen in Berufung ging, ist es noch nicht rechtskräftig geworden.

Die kriminelle Karriere begann bereits 2004

Nach den verlesenen Vorstrafen hat die kriminelle Karriere des jungen Mannes 2004 begonnen. Wiederholt ging es um Diebstahl und Fahren ohne Fahrerlaubnis, zweimal um Körperverletzung. Steffen S. hat schon lange keine Fahrerlaubnis mehr, setzt sich aber unter Alkoholeinfluss doch hinters Steuerrad. So wurde ihm nun vorgeworfen, am 9. August und 22. Oktober 2015 mit einem Blutalkoholwert von 1,36 bzw. 1,58 Promille Auto gefahren zu sein. Sein Anwalt teilte dazu mit, das gebe sein Mandant „ohne Wenn und Aber“ zu. Mit dem angeklagten gemeinschaftlich begangenen Diebstahl, dem dritten Vorwurf, habe er aber nichts zu tun.

Im Raum stand nun, dass der Rathenower am 12. März 2015 zusammen mit zwei anderen jungen Männern in einem Supermarkt vier Flaschen Jägermeister gestohlen haben soll. Einkaufswert 45,16 Euro. Das Gericht hörte nun als Zeugen den Ladendetektiv des Marktes, der die Täter seinerzeit erwischt hatte. Er habe beobachtet, wie die drei Männer in die Spirituosenabteilung gingen, berichtete er. Dann habe Steffen S. auf die Flaschen im Regal gezeigt, vier entnommen und jeweils einem seiner Begleiter zwei übergeben. Ein Stück weiter in der Weinabteilung hätten die beiden dann die Flaschen in ihrer Kleidung versteckt und aus dem Geschäft schmuggeln wollen. An diesem Ablauf gebe es „nichts zu rütteln“, betonte der Ladendetektiv. Das sei auf Video dokumentiert, die drei Beteiligten seien ihm schon vor dieser Zeit bekannt gewesen.

Vater von drei kleinen Kindern

Als bitte zu berücksichtigen im Sinne des Angeklagten trug dessen Anwalt vor, dass dieser sich um drei kleine Kinder (fünf, drei und zwei Jahre) kümmert, die er mit seiner Lebensgefährtin hat. Sie mache eine Umschulung, er bringe die Kinder in die Kita und hole sie ab. Die Familie bekommt Hartz IV. Die persönlichen Verhältnisse könne er nicht als Entlastung gelten lassen, entschied Richter Ligier, denn das sei Steffen S. klar gewesen, als er die Straftaten beging. Was er gegen seine Trunksucht tue, wollte er noch vom Angeklagten wissen. Er gehe seit 2015 zum Treff eines Wohlfahrtsverbandes, antwortete er. Seit Januar trinke er keinen Alkohol mehr und seitdem sei auch „nichts mehr passiert“. Eigentlich habe er vor, dass es weiter so bleibt.

Von Bernd Geske

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