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Havelland SVV vertagt Beschluss zum Hortausbau
Lokales Havelland SVV vertagt Beschluss zum Hortausbau
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00:30 12.12.2015
Soll zum Hort umgebaut werden: das ehemalige Rathenower Rathaus. Quelle: Markus Kniebeler
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Rathenow

Der Umbau des ehemaligen Rathauses in der Jahnstraße 34 zu einem Hort für die Jahngrundschule ist beschlossene Sache. Allerdings wird das Vorhaben, das ursprünglich mit Kosten in Höhe von 750 000 Euro veranschlagt worden war, um rund 140 000 Euro teurer. Weil die Stadtverordneten sich über diese Verteuerung von der Verwaltung nicht ausreichend informiert fühlen, verwiesen sie die Beschlussvorlage am Mittwoch in die Fachausschüsse zurück.

Nach Auskunft von Rathenows Bauamtsleiter Matthias Remus im vergangenen Bauausschuss gibt es mehrere Gründe für die Kostensteigerung. Zum ersten habe sich die ursprüngliche Kostenrechnung auf den einst in Erwägung gezogenen aber dann verworfenen Umbau des Gebäudes zum Verwaltungssitz bezogen. Da aber an eine Hortnutzung ganz andere räumliche Anforderungen gestellt seien, habe man die ursprünglichen Pläne ändern müssen. Zum Beispiel seien die Sanitäranlagen den kindlichen Bedürfnissen anzupassen, was Mehrkosten verursache. Außerdem hätten die Erzieherinnen des Hortes bei den Detailplanungen in bezug auf die Raumgrößen klar gemacht, dass die Standard-Büros zu klein seien für die Arbeit mit Kindern. Deshalb müssten etliche Trennwände herausgenommen werden. Diese ganzen Umbau- und daraus folgenden Anpassungsarbeiten seien nun in die aktuelle Berechnung eingeflossen.

Bauamtsleiter Matthias Remus. Quelle: Markus Kniebeler

Remus hatte im Bauausschuss noch einen zweiten Grund für die Mehrkosten genannt. Die Überprüfung durch einen Statiker habe ergeben, dass im Gebäude Stabilisierungsarbeiten erforderlich seien. So müsse die Kellerdecke mit Trägern verstärkt werden, um die gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen. Und im Obergeschoss werde man Teile der Estrichschicht herausstemmen müssen, um die Deckenlast zu verringern.

Die Finanzierung der Zusatzkosten kann, so erklärte es Remus am Mittwoch, im Haushalt durch eine „überplanmäßige Mehrauszahlung“, so heißt es im Finanzjargon, abgesichert werden. Gebe man dieses Geld, das vom Land einst für Rückbaumaßnahmen bewilligt, aber nicht abgerufen worden war, jetzt nicht aus, dann müsse man es im kommenden Jahr zurückzahlen.

Das ging den Stadtverordneten alles zu schnell. Horst Schwenzer (FDP), Daniel Golze (Linke) und Andreas Gensicke (CDU) forderten, das Thema in die Ausschüsse zurückzuverweisen. Es geschehe immer wieder, dass die Stadt den Fachausschüssen wichtige Dinge vorenthalte, so Schwenzer. Das sei nicht hinnehmbar. Dass Remus die Lage im Bauausschuss detailliert geschildert hatte, reichte den Kritikern offenbar nicht.

Selbst Remus’ Erklärung, die Entscheidung habe wegen der sich jüngst veränderten Haushaltslage schnell getroffen werden müssen, akzeptierte die Mehrheit der Abgeordneten nicht. Und auch der Appell von Jean-Luc Meier zeigte keine Wirkung. „Das Geld für dieses wichtige Vorhaben liegt bereit, der Umbau ist beschlossen, lasst uns endlich in die Pötte kommen“, hatte Meier gesagt. Die Mehrheit sah das anders. Nun wird das Thema in der kommenden Woche in den Ausschüssen für Finanzen und Bildung auf die Tagesordnung gehoben. Und könnte in der Sondersitzung der SVV am kommenden Mittwoch noch einmal zur Entscheidung vorgelegt werden. Fällt diese nicht, müsste die Stadt die 100000 Euro dann wohl tatsächlich ans Land zurückgeben.

760 Quadratmeter Nutzfläche

Im Raumplan für den künftigen Hort in der Jahnstraße ist festgehalten, wie die 760 Quadratmeter Nutzfläche (ohne Toiletten, Flure, Treppenhaus) in dem Gebäude aufgeteilt werden sollen, um den einstigen Rathenower Verwaltungssitz in einen zeitgemäßen und kindgerechten Hort zu verwandeln.

Auf jeder Etage werden für die jeweiligen Gruppen drei bis vier Horträume eingerichtet. Außerdem sind Räume für zusätzliche Betreuungsangebote geplant: Einen Hausaufgabenraum soll es geben, einen Experimentierraum, einen Raum zum Entspannen und einen, in dem geturnt und getobt werden kann.

Da diese Räume größer sind als die früheren Büros, müssen etliche Zwischenwände beseitigt werden.

Von Markus Kniebeler

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