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Havelland Keine Datenbank für Hundehaufen
Lokales Havelland Keine Datenbank für Hundehaufen
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07:55 29.11.2016
So ist es richtig. Leider verhalten sich nicht alle Hundehalter vorschriftsmäßig. Quelle: Rainer Jensen
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Rathenow

Der Ärger über Hinterlassenschaften von Hunden auf Gehwegen, Straßen und in Vorgärten ist ein kommunalpolitischer Dauerbrenner. Auch in Rathenow wird über das Thema immer wieder debattiert. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie man Hundehalter an ihre Pflicht ermahnen kann, die Haufen ihrer Liebsten zu beseitigen. Und wie man diejenigen bestraft, die sich dieser Pflicht widersetzen.

Der jüngste Vorschlag in dieser Diskussion klingt ein wenig abenteuerlich. Daniel Golze, Fraktionschef der Rathenower Linken hatte bereits im vergangenen Jahr die Erstellung eines DNA-Katasters ins Spiel gebracht. Dabei geht es darum, alle in der Stadt gemeldeten Hunde genetisch zu erfassen.

100 Euro pro Haufen

Diese Liste würde es möglich machen, bei Hundehaufen im Stadtgebiet den Verursacher ausfindig zu machen. Dazu müssten Mitarbeiter des Ordnungsamtes vom betreffenden Hundehaufen Miniproben entnehmen. Spezielle Labors würden diese untersuchen. Anhand des genetischen Fingerabdrucks könnte dann nach Abgleich mit dem Kataster genau zugeordnet werden, von welchem Hund der Kot stammt und wer der Halter ist. Diesem könnte dann ein Bußgeldbescheid zugestellt werden. Neben dem eigentlichen Verwarngeld würden dem Hundebesitzer auch noch die Kosten für die Genanalyse in Rechnung gestellt. „Rund 100 Euro pro Verstoß könnten da schon fällig werden“, hatte Golze bei der Unterbreitung seines Vorschlags gesagt. Da überlege man es sich doch zweimal, ob man den Haufen liegen lasse oder doch besser beseitige.

Hört sich alles ganz plausibel an. Dennoch hat Alexander Goldmann, Leiter des Rathenower Wirtschaftsamtes, den Genkatasterplänen jüngst eine Absage erteilt. Grundsätzlich sei ein solches Verfahren machbar, erklärte Goldmann den Mitgliedern des Ordnungsausschusses. In Neapel etwa gehe die Stadt auf die geschilderte Weise gegen die Verschmutzung vor, in London sei jüngst ein Modellversuch gestartet. Allerdings sei ein solcher für Rathenow wenig praktikabel.

„Der Aufwand ist schlicht und einfach zu groß“, so der Amtsleiter. Allein zur Anlegung des Katasters müsste von jedem Hund eine Speichelprobe genommen und analysiert werden. Der Personalaufwand sei extrem, die Kosten immens hoch. Und auch die spätere Verfolgung der Kot-Sünder sei sehr aufwändig. Die Proben müssten an ein spezielles Labor geschickt, die Ergebnisse dann abgeglichen und die Bußgeldbescheide ausgestellt werden. All das werde eine Verwaltung von der Größe Rathenows komplett überfordern.

Bußgeld-Erhöhung vorgeschlagen

Dass man das Fehlverhalten mancher Hundehalter nicht klaglos hinnehmen will, steht außer Frage. In der Ordnungsbehördlichen Verordnung der Stadt Rathenow ist festgeschrieben, dass gegen Hundehalter, die den Haufen ihres Tieres nicht entsorgen, ein Bußgeld verhängt werden kann. Voraussetzung ist freilich, dass der Übeltäter auf frischer Tat ertappt wird. Im vergangenen Sommer wurde die Verordnung um einen Passus erweitert. Seitdem sind Hundehalter verpflichtet, eine Tüte oder ein anderes Behältnis zur Aufnahme von Hundekot bei sich zu führen. Tun sie das nicht und werden dabei ertappt, droht ein Verwarngeld von mindestens 35 Euro. Der jüngste Vorstoß der Stadt, die Hundesteuer zu erhöhen, fand in der Stadtverordnetenversammlung allerdings keine Mehrheit.

Zurück zum genetischen Hundekataster: Wenn das mit der Hundekot-Datenbank nicht klappe, dann müsse wenigstens die Verfolgung auf herkömmlichem Wege intensiviert werden, so die einhellige Meinung im Ordnungsausschuss. Das bedeutet vor allem, dass die Kontrollen verstärkt werden müssen. „Mehr Personal würde helfen“, sagte Enrico Fülöp-Daniel (CDU). Und aus seiner Sicht müsse das Bußgeld bei Verstößen drastisch erhöht werden. Die Amtsleiter Alexander Goldmann und Matthias Remus hörten genau zu.Versprochen haben sie aber nichts.

Datenbank für Hundekot

Von jedem Hund muss ein DNA-Profil erstellt werden, etwa durch einen Maul-Abstrich. Die Daten werden dann in eine Datenbank eingespeist.

Aus einer Hundehaufen-Probe wird im Labor die DNA extrahiert und mit der Datenbank abgeglichen. So lassen sich der Hund und dessen Halter ermitteln.

In einigen US-Städten wird bereits mit dieser Methode nach Hunden gefahndet, in Neapel ebenso. In London läuft ein Pilotprojekt.

Noch nicht geklärt ist, ob Kommunen in Deutschland Hundebesitzer zur DNA-Abgabe verpflichten dürfen. Zu dieser Rechtsfrage gibt es unterschiedliche Auffassungen.

Von Markus Kniebeler

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