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Rathenow: Keine Mehrheit für den Rathauskauf

Vorlage der Stad Rathenow: Keine Mehrheit für den Rathauskauf

Der Vorschlag der Rathenower Verwaltung, das Rathaus in der Berliner Straße zu erwerben, ist im Finanzausschuss mit knapper Mehrheit abgelehnt worden. Zuvor hatte Wirtschaftsamtsleiter Alexander Goldmann einen Kostenvergleich präsentiert. Beide verglichenen Varianten – Rathauskauf und dezentrale Lösung – liegen nah beieinander.

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Ob das Rathaus gekauft werden soll oder nicht, wird am Montag in der Stadtverordnetenversammlung entschieden.

Quelle: Markus Kniebeler

Rathenow. Der Vorschlag der Rathenower Verwaltung, das jetzige Rathaus in der Berliner Straße zu erwerben, ist im Finanzausschuss mit knapper Mehrheit abgelehnt worden. Vier Abgeordnete sprachen sich dagegen aus, drei dafür, zwei enthielten sich der Stimme. Am Montag entscheiden die Stadtverordneten über die Beschlussvorlage.

In dieser empfiehlt die Stadtverwaltung, das derzeit von der Fielmann AG gemietete Rathaus in der Berliner Straße 15 zu erwerben. Bürgermeister Ronald Seeger hatte zu Beginn der Sitzung ein Plädoyer für diese Lösung gehalten. Das Rathaus funktioniere gut, sei wegen seiner zentralen Lage sehr bürgerfreundlich und habe im innerstädtischen Leben eine Ankerfunktion. Seeger ging auch auf die Unterschriftenaktion der Geschäftsfrau Andrea Grün ein, die über 2000 Unterschriften für den Verbleib der Verwaltung am jetzigen Standort gesammelt hatte. Natürlich müsse man eine solche Willensbekundung aus der Bürgerschaft ernst nehmen, so Seeger.

Gestützt wurde die Position des Bürgermeisters durch eine detaillierte Wirtschaftlichkeitsberechnung, die Alexander Goldmann den Ausschussmitgliedern zu Beginn der Sitzung vorgestellt hatte. Goldmann hat die beiden aktuell zur Wahl stehenden Rathausvarianten – Kauf der Rathauses Berliner Straße und Aufteilung der Verwaltung auf zwei Standorte – verglichen, und ist zu dem Schluss gekommen, dass beide Varianten aus monetärer Betrachtung nah beieinander liegen, mit leichten Vorteilen für das alte Rathaus.

 Das Gebäude der Dresdner Bank – gemeinsam mit dem TGZ – ist als alternativer Rathausstandort im Gespräch

Das Gebäude der Dresdner Bank – gemeinsam mit dem TGZ – ist als alternativer Rathausstandort im Gespräch.

Quelle: Markus Kniebeler

Damit löst sich das Hauptargument für die dezentrale Lösung in Luft auf – die Kostenersparnis. Vor dem Kostenvergleich waren alle davon ausgegangen, dass die Aufteilung des Rathauses auf zwei Standorte erheblich billiger würde als der Kauf des jetzigen Rathauses. Dem ist nach den neuesten Berechnungen offenbar nicht so. Der Kauf und Umbau des Technologie- und Gründerzentrums im Grünauer Fenn, in dem rund 70 Rathausmitarbeiter untergebracht würden, und der Erwerb der ehemaligen Dresdner Bank inklusive Umbau zum Rathausstandort für knapp 40 Verwaltungsmitarbeiter wird – alle Kosten und Erlöse eingerechnet – ungefähr so teuer wie der Kauf des Rathauses in der Berliner Straße 15, der mit 4,6 Millionen Euro veranschlagt ist. Eines indes sei sicher, sagte Goldmann. „Beide Erwerbsvarianten sind erheblich billiger als eine Fortsetzung des jetzigen Mietverhältnisses.“

In der anschließenden Diskussion ging es – das ist in der Rathausdebatte Usus – lebhaft zu. Daniel Golze (Linke) sagte, er sei, was die vorgelegte Berechnung angehe, sehr skeptisch. So vermisse er in der auf 20 Jahre angelegten Vergleichsanalyse die Kosten, die für die Renovierung des jetzigen Rathauses anfallen. Wenn diese einberechnet würden, dann kippe die Rechnung zugunsten der dezentralen Lösung. Hartmut Rubach erklärte, er habe anfangs auch mit der dezentralen Variante geliebäugelt – weil sie eben anfangs erheblich billiger schien. Aber das sei ja nun offenbar nicht mehr so. Deshalb gebe es keinen Grund, aus der Berliner Straße auszuziehen. „Die Standort hat sich bewährt, ist bürgerfreundlich, zentral gelegen und versammelt die gesamte Verwaltung unter einem Dach.“

Goldmann appelllierte an die Abgeordneten, die Rathausfrage nicht auf die lange Bank zu schieben, sondern am kommenden Montagabend eine Entscheidung zu fällen – egal wie diese ausfalle. Wichtig sei, dass die Verwaltung Klarheit habe und zügig die Kredite beantragen könne, die für die Realisierung der einen wie der anderen Variante benötigt werden. Viel Zeit ist tatsächlich nicht mehr. Am 1. Januar 2018 soll die Verwaltung am neuen (oder alten) Standort an den Start gehen.

Behandelt wird das Thema noch im Hauptausschuss am Donnerstag (17.15 Uhr) bevor es bei der Sondersitzung der Stadtverordneten am Montag, den 13. Juni (18.30 Uhr), zur Abstimmung kommt.

Von Markus Kniebeler

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