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Havelland Drogen, Waffen, Alkohol: Die Jugend dreht frei
Lokales Havelland Drogen, Waffen, Alkohol: Die Jugend dreht frei
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09:33 28.03.2018
Hinter dem Kulturzentrum sieht es nicht gut aus. Quelle: Uwe Hoffmann
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Rathenow

Es ist knapp zwei Wochen her. Jugendliche attackierten sich auf dem Märkischen Platz und plötzlich hatte jemand ein Messer in der Hand. Die Polizei musste eingreifen – allerdings gelang es nicht, die Angreifer festzunehmen, sie verschwanden im Schutz der Dunkelheit.

Rechtsfreier Raum in der Nacht

Wir die Rathenower Innenstadt zum rechtsfreien Raum, sobald sich die Nacht über den Märkischen Platz legt? Für Hartmut Fellenberg, Geschäftsführer der Kommunalen Wohnungsbaugesellschaft Rathenow (KWR) steht das gar nicht mehr zur Debatte. Er berichtet von Leuchten, die mutwillig umgetreten werden, er berichtet von Sprayerattacken an Hauswänden von Gebäuden der KWR in der Innenstadt und er berichtet von Pöbeleien, denen auch die Anwohner am Märkischen Platz ausgesetzt sind.

Schon deshalb zieht die KWR in Erwägung, Kameras zu installieren. Hat man die Täter im Bild, sind sie einfacher zu fassen. Doch eigentlich ist das eine hoheitliche Aufgabe – also Sache von Polizei und Ordnungsbehörde.

Sinnlos zertreten: Vandalismus in Rathenow Quelle: Kniebeler, Markus

Der Meinung ist auch Karl-Reinhold Granzow, der für die Partei Die Linke in der Rathenower Stadtverordnetenversammlung sitzt. „Es kann nicht sein, dass sich die Leute am Abend und in der Nacht nicht mehr sicher fühlen“, sagte er. Es sei Sache des Ordnungsamtes, verstärkt Kontrollgänge zu organisieren. „Und zwar auch zu Zeiten, zu denen niemand damit rechnet.“

Verweis auf Studie

Matthias Remus leitet das Ordnungsamt der Rathenower Stadtverwaltung und muss mit dem Personal, das ihm hier zur Verfügung steht, zurecht kommen. „Wir können zu unterschiedlichsten Zeiten kontrollieren lassen – aber dann fallen die Mitarbeiter in anderen Bereichen wieder aus. Es gibt feste Arbeitszeiten, die einzuhalten sind.“ Remus verwies darauf, dass es bereits gemeinsame Kontrollen mit der Polizei gebe. „Aber es sind Grenzen da.“

Die Grenzen wurden durch eine Studie gesetzt, in der ausgeführt wurde, dass im Ordnungsamt weniger Mitarbeiter benötigt werden. Inzwischen sind die Vorgaben der Studie umgesetzt – abgesegnet von den Stadtverordneten. Das gibt Reinhold Granzow zu. „Aber wir können doch nicht sagen, dass das für immer und ewig so bleiben muss. Die Zeiten haben sich geänderet, die Lage ist eine andere. Also brauchen wir mehr Leute, die im Ordnungsamt für Kontrollen zur Verfügung stehen.“

Debatte erst zum nächsten Haushalt

Solche Forderungen nimmt Rathenow Bürgermeister Ronald Seeger (CDU) an. „Wir können sie aber erst im Zuge der nächsten Haushaltdiskussion ernsthaft besprechen“, sagt er. Und der Verwaltungschef verweist darauf, dass auch die Polizei ihren Pflichten nachkommen müsse.

Öfter kontrollieren

Inzwischen gibt es öfter mal eine Polizeikontrolle auf dem Märkischen Platz. „Wir kennen die beiden Gruppen mit jeweils 25 Leuten, die hier unterwegs sind“, sagt Lutz Gündel. Der Leiter der Polizeiinspektion Havelland kennt auch die Probleme, die entstehen, weil rund um die Bushaltestellen der Drogenhandel blüht. „Aber dazu muss man Täter ertappen“, sagt er. Und: „Wenn diese Personen hier zunächst nur stehen oder sitzen, dann ist das nicht verboten.“ Gündel hofft, dass mit gemeinsamen Streifen von Ordnungsamt und Polizei etwas mehr Ruhe einkehrt.

Auch die Rathauseingangstüre wurde zerstört. Quelle: Kniebeler, Markus

Derweil wollen Vertreter der Partei Die Linke und der SPD auch in Zukunft auf Konzepte mit Streetworkern setzen. Gerade hat das Kreisjugendamt eine weitere Stelle genehmigt. Es gebe viele Angebote, wo sich Jugendliche aufhalten können. Der Rideplatz, der gerade am Körgraben entsteht sei nur eines von vielen Angeboten.

Von Joachim Wilisch

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