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Rathenow: Mit Farbe gegen Graffiti

ICE-Schallschutzwand besprüht Rathenow: Mit Farbe gegen Graffiti

An vielen Häuser, Stromkästen und an der Schallschutzwand in Rathenow sind Graffiti zu sehen. Das ärgert nicht nur Ron Brüggemann. Der Stadtverordnete greift deshalb selber zur Farbrolle. Und er macht einen Vorschlag: Entlang der ICE-Strecke soll ein Kunstwerk die Graffiti-Sprayer abhalten.

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Enrico Brüggemann entfernt Graffitian Stromkästen.

Quelle: Uwe Hoffmann

Rathenow. Die vielen Graffiti und Schmierereien an Häusern, Bauwerken und im öffentlichen Raum ärgern viele Rathenower. Selbst durch Kinder und Jugendliche legal farblich gestaltete Wände und Kunstwerke werden nicht verschont. Im Juli 2009 hat die Stadt die „Ordnungspartnerschaft Graffiti“ ins Leben gerufen. Rathenower, wie Enrico Brüggemann und einige Stadtverordnete entfernen regelmäßig Graffiti und Schmierereien an Stromkästen in Rathenows Straßen.

„Kaum wurde die Schallschutzwand an der ICE-Strecke im Rathenower Stadtgebiet erneuert, wurde schon das erste Graffito wieder angebracht“, sagt Ron Brüggemann, der selber in der Nähe des Tunnels Grünauer Weg wohnt.

Hauseigentümer wollen kein Graffiti

„Direkt über dem Tunnel hat ein Rathenower seinen an der alten Schallschutzwand angesprayten Schriftzug innerhalb von drei Nächten erneuert. Da die Polizei nichts ausrichten konnte, haben wir zur Selbsthilfe gegriffen.“ Bevor der Sprayer sein über die sechs breiten Wandelemente gesprühtes Graffito vollenden konnten, hat Ron Brüggemann es mit einem Angestellten entfernt. Der Stadtverordnete will die Graffiti in der Stadt nicht mehr so hinnehmen.

Als Malermeister erhält er regelmäßig Aufträge von Hauseigentümern zur zeitnahen Entfernung von Graffiti an Hausfassaden. Als Mitglied des Ordnungsausschusses hatte Ron Brüggemann bereits vor der Bundesgartenschau den Vorschlag gemacht, dass die Stadt ein Sandstrahlgerät anschafft. „Ich habe so ein Gerät für 15 000 Euro schon einmal selbst testen können“, sagt Brüggemann. „Damit kann man Graffiti effektiv und umweltschonend entfernen“, berichtet er.

Die ICE-Schallschutzwand

Die ICE-Schallschutzwand

Quelle: Uwe Hoffmann

Jetzt möchte Ron Brüggemann seinen Vorschlag wiederholen und auch die Rathenower aufrufen, etwas gegen die vielen Graffiti und Schmierereien zu unternehmen. „Mit Unterstützung der Deutschen Bahn könnten prominente Stellen der Schallschutzwand, wie am Tunnel Grünauer Weg, künstlerisch gestaltet werden. Der Brandenburger Marco Brzozowski von ‚360art’ würde ein Bild mit Rathenower Ansichten oder Wahrzeichen für circa 3 000 Euro gestalten.“ In der Brandenburger Straße entstanden in Vorbereitung der Buga seine Fassadenbilder zu Bismarck und Duncker.

Ron Brüggemann hat sich noch mehr Gedanken gemacht, damit mehr Graffiti im Stadtbild verschwinden. „Für die Gestaltung legaler Graffiti könnte man ein Spendenkonto einrichten und auch Schulen und Vereine einbeziehen“, so Brüggemann weiter. „Die Ordnungspartnerschaft Graffiti müsste wieder belebt werden, damit Schmierereien gemeldet und zeitnah entfernt werden können. Und wir müssen die Deutsche Bahn mit ins Boot holen“, sagt Brüggemann.

Ron Brüggemann

Ron Brüggemann.

Quelle: Uwe Hoffmann

Mit Anregungen kann man sich an die Telefonnummern der „Ordnungspartnerschaft Graffiti“ unter „Rathaus online“ oder telefonisch an  033 85/59 64 31 wenden.

Von Uwe Hoffmann

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