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Radikaler Baumschnitt: „Eine Kastration“

Ärger in Rathenow Radikaler Baumschnitt: „Eine Kastration“

Der Baumschnitt auf dem Friedhof in Rathenow-West ist nicht bei jedem auf Verständnis gestoßen. MAZ-Leser Hans Thurm nennt die Aktion, von der rund ein Dutzend Linden betroffen sind, einen „brutalen Akt der Verstümmelung“. Nach Auffassung der Stadt, die den Auftrag erteilte, ist der Schnitt völlig unschädlich.

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Die beschnittenen Linden auf dem Friedhof in Rathenow-West. Doch lange werden sie nicht so kahl bleiben.

Quelle: Markus Kniebeler

Rathenow. Im Auftrag der Stadt Rathenow wurden auf dem Friedhof in Rathenow-West rund ein Dutzend Linden beschnitten. Diese Aktion ist längst nicht bei allen auf Verständnis gestoßen. MAZ-Leser Hans Thurm spricht in einem wutgeladenen Brief an die Redaktion von einem „brutalen Akt der Verstümmelung“. Nach Auffassung der Stadt, die den Auftrag erteilte, ist der Schnitt alles andere als schädlich.

Wenn man auf dem Friedhof in der Pfarrer-Fröhlich-Straße steht, bietet sich ein ungewöhnlicher Anblick. Die Linden zwischen den Grabreihen recken ihre mächtigsten Äste wie Gabelspitzen gen Himmel. Alle kleinere Äste und Triebe, die bis vor kurzem die Baumkrone bildeten, sind weg. Ein radikaler Schnitt, keine Frage. Hans Thurm findet in seinem Brief für diese Maßnahme harte Worte. Von „Verstümmelung“ schreibt er, und von „Kastration“. Der Stadt wirft er vor, die Bäume so radikal beschnitten zu haben, um sich das lästige Laubentfernen zu sparen.

Gerhard Range, im Rathaus verantwortlich für das Sachgebiet Grünanlagen, treiben solche Anschuldigungen auf die Palme – oder besser auf die Linde, um beim Thema zu bleiben. Der Baumschnitt sei von Experten beauftragt und von einer Fachfirma ausgeführt worden, sagt er. „Der Laie mag bei dem Blick auf die kahlen Bäume vielleicht einen Schreck bekommen, aber es hat alles seine Richtigkeit.“ Bei den Bäumen handele es sich um Kopflinden, die seien, ähnlich wie Kopfweiden, regelmäßig zu beschneiden – und zwar wie geschehen. Bei den Linden auf dem Friedhof habe man sogar ein paar Jahre zu lange gewartet, das Verhältnis der Kronen zum Stamm sei nicht mehr im Ordnung gewesen, auch seien aus den Kronen immer wieder Äste weggebrochen. Den Bäumen, die übrigens kerngesund seien, tue ein solcher Schnitt sehr gut. Das werde man schon bald sehen. Schon in den kommenden Wochen würden die Bäume austreiben, so dass bereits im Sommer von Kahlheit keine Rede mehr sein könne, erklärt Range.

Tatsächlich hatte ein ähnlicher Radikalschnitt in der Rathenower Bahnhofstraße vor Jahren einen kleinen Proteststurm ausgelöst. Nur drei Monate hatten sich die beschnittenen Bäume so gut entwickelt, dass niemand mehr etwas auszusetzen hatte. Übrigens sind in den vergangenen Monaten überall im Stadtgebiet Bäume beschnitten, ausgeästet oder, wenn sie krank waren, gefällt worden. Doch in Rathenow wird jeder gefällte Baum durch einen neuen zu ersetzen. So ist garantiert, dass die Zahl der Bäume im Stadtgebiet – davon gibt es rund 6000 – im Lauf der Jahre konstant bleibt.

Von Markus Kniebeler

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