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Auto Club hat Anschnallmuffel im Visier

Verkehrszählung zur Gurtpflicht Auto Club hat Anschnallmuffel im Visier

Seit Jahrzehnten ist es Pflicht, beim Autofahren einen Gurt anzulegen. Aber nicht jeder hält sich daran. Bei einer Zählung in der Berliner Straße in Rathenow registrierten die Mitstreiter des Auto Club Europa etliche Gurtmuffel. Überraschend war, dass sich unter den Gurtmuffeln überproportional viele Frauen befanden.

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Helmut Siemer (li.) und Peter Vogt bei der Zählung am Bebelplatz.

Quelle: Markus Kniebeler

Rathenow. Nur die älteren Autofahrer werden sich noch an jene Zeiten erinnern, in denen man sich ans Steuer setzen und einfach losfahren konnte. Seit 40 Jahren besteht die Gurtpflicht. Dennoch gibt es immer noch etliche Autofahrer, die es mit dem Anschnallen nicht so genau nehmen. Der Auto Club Europa (ACE), Abteilung Brandenburg West, wollte genau wissen, wie viel Gurtmuffel unterwegs sind. Und zählte an der Berliner Straße in Rathenow nach.

Das Ergebnis entspricht der durchschnittlichen Gurtmuffelquote in Deutschland: Rund zehn Prozent verzichtet aufs Anschnallen. Die ACE-Mitglieder Anita und Peter Vogt, die am Mittwochvormittag zwischen 10 und 11 Uhr jeden Autofahrer ins Visier nahmen, der in der Berliner Straße vor der Rathenower Post unterwegs war, hatten die exakten Zahlen. Von 793 Autofahrern waren 81 nicht angeschnallt. Außerdem hatten 15 Beifahrer auf das Anlegen des Sicherheitsgurtes verzichtet. Und es wurde beobachtet, dass unter den Gurtmuffeln die Frauen in der Überzahl waren.

Rathenower Quote entspricht dem Bundesschnitt

Helmut Siemer, Vorsitzender des ACE Kreisclubs Brandenburg West, war von dem Ergebnis der Zählung nicht überrascht. Seit Jahren liege die Quote der Gurtmuffel in diesem Bereich. Was allerdings Anlass zur Besorgnis gebe. Denn es sei erwiesen, dass der Sicherheitsgurt bei den meisten Unfällen Leben schütze. Und dass das Nicht-Anschnallen bei Kollisionen schwere, oft tödliche Folgen habe. Deshalb könne nicht oft genug darauf hingewiesen werden, dass der Gurt eine lebensrettende Funktion habe. „Viele sind der Meinung, dass ein Airbag im Auto ausreichenden Schutz bietet“, berichtet Siemer. Das sei ein Trugschluss. Ein Airbag entfalte seine schützende Wirkung nur im Zusammenspiel mit dem Sicherheitsgurt.

Auch Helmut Siemer weiß, dass die Quote der Gurtmuffel trotz Verwarngeld seit Jahren nicht mehr sinkt. Helfen könne nur noch die Politik. Wenn Hersteller verpflichtet würden, eine Anfahrsperre bei nicht angelegtem Sicherheitsgurt zu installieren, könne die Anschnallquote gesteigert werden.

Die Zählung in Rathenow hat übrigens keine Konsequenzen für die Autofahrer, die unangeschnallt unterwegs waren. Aber die Zahl geht in die Bundesstatistik des ACE ein, der ähnliche Zählungen an vielen Orten in Deutschland organisiert hat. Vielleicht lasse sich die Politik ja von den Zahlen beeindrucken, so Siemer.

Von Markus Kniebeler

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