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Havelland Wildschweine durchpflügen Stadtgebiet
Lokales Havelland Wildschweine durchpflügen Stadtgebiet
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21:51 12.03.2018
An allen Eingänge zum Weinberg hängt dieser Appell an die Besucher. Quelle: Markus Kniebeler
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Rathenow

Man muss nicht lange suchen, wenn man in Rathenow auf Wildschweinspuren treffen will. Auf dem Weinberg sieht die ehemalige Dahlienarena aus, als habe sie gerade jemand umgegraben. In der Vogelsiedlung, auf den Havelwiesen, in der Semliner Straße – überall haben die Tiere auf der Suche nach Futter den Boden aufgewühlt und dabei den ein oder anderen Garten verwüstet. Sogar in Vorgärten der Rudolf-Breitscheid-Straße tummeln sich in der Dämmerung die Schweine und kommen dabei ganz nah an die Haustüren heran. „Hier ist jeden Abend Schweineparty“ ruft eine Radlerin, die den Reporter passiert, der gerade ein Foto von der aufgewühlten Erde machen will.

Stadtförster Thomas Querfurth ist das Problem nur zu gut bekannt. Fast täglich erreichen ihn Anrufe von erbosten Bürgern, die sich darüber beschweren, dass gefräßige Wildschweine ihre Anlagen durchpflügt haben. „Das Problem haben wir jedes Jahr, insbesondere in der kalten Jahreszeit, wenn das Futterangebot knapp wird“, sagt Querfurth. Dann wagen sich die Tiere bis ins Stadtgebiet vor, wo sie ein reich gedeckter Tisch erwartet.

Aufgewühlter Randstreifen in der Rudolf-Breitscheid-.Straße. Quelle: Markus Kniebeler

Genau hier liegt das Problem, das, wie so oft, von Menschen gemacht ist. „Grundstücksbesitzer werfen ihre Garten- und manchmal auch Küchenabfälle auf einen Haufen und wundern sich dann, dass die Schweine kommen“, sagt der Stadtförster. Und wenn der Haufen im eigenen Garten nicht durch einen vernünftigen Zaun gesichert ist, dann wühlen sich die Tiere eben durch das gesamte Gelände.

Die Forderung, die Jagd zu verstärken, hört Querfurth immer wieder. Allerdings ist das leichter gesagt als getan. Sobald die Schweine im Siedlungsbereich sind, dürfen sie nur mit einer Sondergenehmigung geschossen werden. Zwar hat Querfurth eine solche, aber oft nützt sie ihm nichts. In der Breitscheidstraße etwa sind auch in der Dämmerung jede Menge Menschen unterwegs. Radler, Hundebesitzer beim Gassigehen, Autofahrer. Dass Querfurth da die Flinte stecken lässt, um niemanden zu gefährden, liegt auf der Hand. Gleichwohl hat er mit den betreffenden Pächtern die Jagd an den Stadträndern intensiviert. Und auch das ein oder andere Tier zur Strecke gebracht. Aber natürlich werden nie alle erwischt. „Da müssen wir mit leben“, sagt er. Wer die Schweine von seinem Grundstück abhalten wolle, der müsse einen stabilen Zaun aufstellen.

Bejagung und Vergrämung

Die Bejagung von Wildschweinen ist nicht nur innerhalb von besiedelten Gebieten kompliziert. Auch außerhalb geschlossener Ortschaften hat sich die Jagd erschwert. Grund sind nach einhelliger Meinung der Jägerschaft die riesengroßen Raps- und vor allem Maisfelder, in denen die Tiere Unterschlupf finden und nur äußerst schwer aufzuspüren sind.

Die Vergrämung der Wildtiere funktioniert auch nicht richtig. Vergrämung bedeutet, dass die Tiere mit Textilien abgeschreckt werden, die mit menschlichen Duftstoffen getränkt sind.„DieTiere, egal ob Rehe oder Wildschweine, haben sich längst an den Menschen und dessen Geruch gewöhnt“, sagt Stadtförster Querfurth. Menschlicher Geruch schrecke nicht mehr ab.

Von Markus Kniebeler

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