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Havelland Rathenow erhebt sich gegen Gewalt an Frauen
Lokales Havelland Rathenow erhebt sich gegen Gewalt an Frauen
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17:35 15.02.2017
Knapp 200 Menschen tanzten auf dem Märkischen Platz gegen Gewalt an Frauen und Mädchen. Quelle: Christin Schmidt
Rathenow

Gewalt gegen Frauen geht uns alle an, niemand darf wegschauen, alle sind gefragt!“ Mit dieser Botschaft wandte sich Brandenburgs Sozialministerin Diana Golze (Die Linke) am Dienstagabend auf dem Märkischen Platz an die knapp 200 Mitstreiter, die sich am globalen Tanzflashmob „One Billion Rising“ - „Eine Milliarde erhebt sich“ beteiligten. Pünktlich um 18 Uhr hatte sich der Platz gefüllt, zahlreiche Frauen und Mädchen mit pinken Jacken und Mützen und bester Laune hatten sich auf den Weg gemacht, um Teil einer weltweiten Bewegung zu sein und sich mit den Opfern von Gewalt zu solidarisieren.

Der Titel der Aktion weist auf eine UN-Statistik hin, nach der jede dritte Frau in ihrem Leben entweder vergewaltigt oder Opfer schwerer körperlicher Gewalt wird. Insgesamt sind das etwa eine Milliarde Frauen und Mädchen, für die sich am Dienstag Menschen in rund 190 Ländern erhoben und tanzten.

Zahlreiche Männer leisteten moralische Unterstützung

Ins Leben gerufen hatte die Aktion die New Yorker Künstlerin und Feministin Eve Ensler. 2013 fand „One Billion Rising“ zum ersten Mal statt – seither tanzt auch Rathenow mit. Zu verdanken ist das Catrin Seeger. Die Leiterin des einzigen Frauenhauses im Havelland und Sprecherin des Netzwerks brandenburgischer Frauenhäuser hatte den Tanzflashmob nach Rathenow geholt. Von der Idee begeistert war auch Janine Niezijewski von Family Fitness, die seither mit ihrem Team in kostenlosen Workshops allen Interessierten die Choreographie zum Tanzflashmob beibringt. Auch am Dienstagabend war sie wieder mit weiteren Vortänzerinnen dabei und animierte zum Mittanzen.

Rathenower stellten sich gemeinsam gegen Gewalt an Frauen und Mädchen. Quelle: Christin Schmidt

„Auch bei uns besteht das Risiko für jede dritte Frau Opfer von Gewalt zu werden. Das ist ein sehr ernstes Thema, das uns täglich beschäftigt. Uns geht es darum, ein positives Signal zu setzen, miteinander solidarisch zu sein und die Opfer von Gewalt nicht allein zu lassen“, betonte Diana Golze in ihrer Ansprache. Unter den zahlreichen Teilnehmern die ihr zuhörten, waren auch viele Männer, die sich zwar etwas weniger bewegten, die Aktion aber moralisch unterstützten. Gekommen waren zudem Vertreter von Vereinen, Mitglieder des Rathenower Kinder- und Jugendparlaments tanzten ebenfalls mit.

„Die Scham gehört auf die Seite der Täter“

Wie in den Jahren zuvor brachte die Trommelgruppe der Förderschule Spektrum die Gäste mit mitreißenden Rhythmen in Stimmung. „Heute tanzt die ganze Welt und Rathenow tanzt mit“, verkündete Catrin Seeger stolz. Dass zum wiederholten Mal so viele Menschen für die Rechte von Frauen einstanden – und das an einem kühlen Dienstagabend – berührte die Rathenowerin sichtlich.

„Wir stehen zusammen, wir lassen die Opfer von Gewalt nicht allein. Die Scham für diese Gewalttaten gehört nicht zu den Opfern, sie gehört auf die Seite der Täter“, mahnte Diana Golze. Sie erinnerte an die mehr als 3000 Straftaten im Bereich der häuslichen Gewalt, die allein im Jahr 2015 im Land Brandenburg zur Anzeige gebracht wurden. Und sie hatte auch eine Antwort auf die Frage, inwiefern ein solcher Tanzflashmob den Opfern nützt: „Diese Aktion macht den Betroffenen Mut, Straftaten überhaupt zur Anzeige zu bringen. Denn das ist ein wichtiges Mittel um Täter aufzuhalten. Zudem zeigt es den Tätern, dass eine große Gemeinschaft hinschaut und aufmerksam ist.“

Rathenow war nur eine Stadt von rund 140 in ganz Deutschland, in denen am Valentinstag Tausende ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen setzten und damit auf ein sensibles Thema aufmerksam machten. Nach wie vor schrecken Betroffene davor zurück, darüber zu sprechen und sich Hilfe zu suchen. Dabei sind Menschen wie Catrin Seeger und ihr Team rund um die Uhr unter: 0 33 85/50 36 15 erreichbar, um Frauen anonym und einfühlsam zu beraten.

Die Vortänzerinnen animierten die zahlreichen Teilnehmer mit zu tanzen. Quelle: Christin Schmidt

Von Christin Schmidt

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