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Havelland Rathenow erinnert sich an Paul Szillat
Lokales Havelland Rathenow erinnert sich an Paul Szillat
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00:18 23.04.2016
Die Veranstaltung zur Vereinigung von KPD und SPD interessierte nur wenige Rathenower. Quelle: Ch. Schmidt
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Rathenow

Er hat viel für Rathenow getan und ist dennoch in Vergessenheit geraten: Paul Szillat – Bürgermeister von Rathenow, letzter SPD-Fraktionsvorsitzenden im Preußischen Landtag und engagierter Verbandsfunktionär. Ihm wurde am Dienstagabend im Rathenower Kulturzentrum eine Diskussionsveranstaltung gewidmet. Eingeladen hatte Ulrike Poppe, Beauftragte des Landes Brandenburg zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur.

Thema der Veranstaltung, die nur knapp 20 interessierte Gäste in den Blauen Saal des Kulturzentrums lockte, war auch die Zwangsvereinigung von KPD und SPD vor nunmehr 70 Jahren. Um über dieses Ereignis und dessen Auswirkung auch auf das Leben und Schaffen von Paul Szillat zu sprechen, hatte Ulrike Poppe Professor Doktor Jürgen Hofmann, Mitglied der Historischen Kommission der Partei Die Linke und Doktor Siegfried Heimann, Historiker, Politikwissenschaftler, seit 1965 SPD-Mitglied und seit den 1990er Jahren Mitglied der Historischen Kommission der SPD eingeladen. Ebenfalls im Podium saß Brandenburgs Kulturstaatssekretär Martin Gorholt (SPD).

„Wir wollen unseren Bürgermeister Szillat wiederhaben“

Siegfried Heimann eröffnete den Abend mit einem Vortrag über das Leben des einst so beliebten Bürgermeisters von Rathenow. Dabei ging er auch darauf ein, dass Szillat sich im Gegensatz zu vielen seiner Parteigenossen für die Vereinigung von SPD und KPD aussprach. Wie populär Szillat war, wurde insbesondere am 17. Juni 1953, dem Tag des Arbeiteraufstandes, deutlich. Wie Heimann berichtete, versammelten sich damals vor dem Rathaus Demonstranten und skandierten: „Wir wollen unseren Bürgermeister Szillat wiederhaben! Szillat freilassen!“ Zu diesem Zeitpunkt saß Szillat bereits seit zwei Jahren in Haft wegen „umfangreicher politischer Schädlingsarbeit“. Aus der SED war er 1950 ausgeschlossen worden.

Ausgerechnet er, der sich voller Selbstbewusstsein und Illusion über den Neuanfang mit einer kommunistischen Partei für die Einheit von KPD und SPD ausgesprochen hatte und 1946 in den Zentralvorstand der SED gewählt wurde, galt nun als Verräter. Dass er öffentlich die Besatzungsmacht kritisierte, wurde ihm zum Verhängnis. 1951 verurteilte man Paul Szillat zu acht Jahren Zuchthaus, auch sein Status als „Opfer des Faschismus“ wurde ihm aberkannt. 1956 wurde er entlassen, zwei Jahre später starb Szillat an seinem Geburtsort in Charlottenburg.

Bronzerelief zu Ehren Szillats im Rathenower Rathaus

Heimann erinnerte auch daran, dass Szillat, der 1924 Mitglied des Preußischen Landtags wurde, am 18. Mai 1933 als einziger der Entmachtung des Landtags widersprach. Seine damalige Rede war eine der letzten öffentlichen Widerreden gegen das Nazi-Regime auf deutschem Boden. Trotz seiner Verdienste geriet Szillat aber in Vergessenheit. Erst zu seinem 105. Geburtstag im Jahr 1993 erinnerte man sich in Rathenow an den einstigen Stadtvater und enthüllte ihm zu Ehren ein Bronzerelief im Rathaus.„Man muss immer wieder neu an Paul Szillat und seine Verdienste erinnern“, mahnte Ulrike Poppe. Ein Bronzerelief mit Namen und Geburts- und Sterbedatum würden dafür aber nicht genügen, meinte die DDR-Bürgerrechtlerin.

Von Christin Schmidt

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