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Havelland Rathenow festigt Kontakte ins Reich der Mitte
Lokales Havelland Rathenow festigt Kontakte ins Reich der Mitte
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05:40 13.05.2016
Ein bisschen Zeit für Sightseeing blieb auch: Ronald Seeger in Peking vor der verbotenen Stadt. Quelle: privat
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Rathenow

Ronald Seeger gerät ein bisschen durcheinander, als er im Pressegespräch auf Fotos Orte, Personen und deren Funktionen zu benennen versucht. „Das war bei Wirtschaftsvertretern in Chengde“, sagt der Rathenower Bürgermeister. Und stutzt. „Oder war’s doch im Rathaus von Tangshan. Norbert?“ Auch Norbert Heise gerät ins Grübeln. Am Ende einigen sich die beiden auf Tangshan.

Eine Woche lang waren Seeger und TGZ-Chef Heise in China. Und an jedem Tag gab es Treffen, Gespräche, Empfänge, Führungen. Kein Wunder, dass die beiden Schwierigkeiten haben, das alles in die richtige Reihenfolge zu bringen. Tangshan, so viel ist sicher, stand am Anfang der Reise. Die fast acht Millionen Einwohner zählende Stadt hatte die beiden Rathenower zur feierlichen Eröffnung der internationalen Gartenschau eingeladen. Und wie absolute Ehrengäste behandelt. „Die Gastfreundschaft war umwerfend“, sagen Seeger und Heise unisono.

Dass die Rathenower – als einzige Deutsche überhaupt – in den Genuss der Einladung kamen, ist vor allem ein Verdienst Norbert Heises. Als Leiter des Rathenower Wirtschaftsamtes stand er in gutem Kontakt zu dem chinesischen Unternehmer, der Anfang des vergangenen Jahrzehnts die Firma Welz Gaszylinder übernommen hatte. Und baute die Kontakte ins Reich der Mitte aus. Heute sind im TGZ, dessen Geschäfte von Norbert Heise geführt werden, sechs Unternehmen aus China mit eigenen Büros vertreten.

Offizieller Empfang am Eröffnungstag. Quelle: privat

Und es könnten noch mehr werden. Am Tag nach den Eröffnungsfeierlichkeiten hielt Norbert Heise in Tangshan einen Vortrag vor 40 Unternehmern der Stadt. Heise stellte die Wirtschaftsregion Westbrandenburg vor und stellte dabei Rathenow als Stadt heraus, die bereits hervorragende Beziehungen zur chinesischen Wirtschaft unterhalte. Einen gewissen Eindruck muss das Referat hinterlassen haben. Denn danach unterzeichneten Norbert Heise als Geschäftsführer des TGZ und der Leiter des Handelsamts der Stadt Tangshan eine Rahmenvereinbarung. In dieser betonen beide Partner, die gegenseitigen Beziehungen auszubauen, und zwar nicht nur auf dem Feld der Wirtschaft, sondern auch auf den Gebieten Kultur, Wissenschaft, Bildung und Technik.

Norbert Heise will das Papier nicht überbewerten. „Das heißt nicht, dass morgen in Rathenow mit chinesischem Geld eine Millionenfabrik aus dem Boden gestampft wird“, sagt er. Aber immerhin seien die guten Rathenower Kontakte zu den Städten Tangshan und Chengde auf der Reise bestätigt worden. Flapsig könnte man sagen: Die Rathenower haben in China einen Stein im Brett. „Chinesische Unternehmer schätzen es sehr, wenn es etwa gibt, worauf sie aufbauen können“, sagt Heise. Dass Rathenow nachweislich an guten Beziehungen interessiert sei, werde in China sehr respektvoll registriert.

Norbert Heise und Ronald Seeger vor dem Deutschen Pavillon der Gartenbauaustellung in Tangshan – mit Rathenower Plakat. Quelle: privat

Wie groß der Respekt den Rathenowern gegenüber ist, das haben Ronald Seeger und Norbert Heise auf ihrer Tour immer wieder erfahren. Bei der Eröffnung der Gartenschau saß Ronald Seeger auf der VIP-Tribüne in der allerersten Reihe. Und dass das Duo aus Rathenow im Rathaus der 8-Millionen-Stadt empfangen wurde, spricht für sich. Ein Journalist einer der größten chinesischen Tageszeitungen will im Sommer nach Rathenow kommen, um eine Reportage über die Stadt zu schreiben. Und auch eine Delegation von Wirtschaftsvertretern hat einen Besuch angekündigt. Bass erstaunt waren Seeger und Heise, als sie auf dem riesigen Gartenschaugelände vor der Tür des Deutschland-Pavillons standen.

Auf dem Plakat der Eingangstür war nicht das Brandenburger Tor abgebildet, und auch nicht der Kölner Dom. Zu sehen war der Bismarckturm – daneben stand der Schriftzug „Rathenow – Stadt der Optik“. Das sei schon ein tolles Gefühl gewesen, sagt Seeger. Wie – trotz aller Anstrengung – die gesamte China-Reise. „Das war eines der größten Erlebnisse meiner Amtszeit“, sagt Seeger.

Von Markus Kniebeler

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