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Havelland Rathenow singt und tanzt für Toleranz
Lokales Havelland Rathenow singt und tanzt für Toleranz
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02:15 18.12.2015
Lebensfreude pur: Die Trommelgruppe „Einer für alle – Alle für einen“ aus Premnitz begeisterte das Publikum. Quelle: Ch. Schmidt
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Rathenow

Die Havelländer sind ein ziemlich ruhiges Volk. Euphorisches Tanzen und Singen, einfach mal laut in die Hände klatschen, ist nicht unsere Stärke. Das könnte sich bald ändern, wenn die Trommelgruppe „Einer für alle – Alle für einen“ aus Premnitz weiterhin mit so viel Energie begeistern. Am Dienstag haben die jungen Männer aus Kamerun das Familienfest des Aktionsbündnisses lautstark bereichert. Mit ihrer Energie ließen sie den Märkischen Platz vibrieren. Hier hatten sich am Nachmittag rund 150 Menschen eingefunden, die unter dem Motto „Unser Rathenow: Miteinander – Füreinander“ ein vielfältiges Kulturprogramm und jede Menge Herzenswärme erleben durften.

Zahlreiche Mitstreiter des Aktionsbündnisses hatten diesen Nachmittag organisiert, um den Zusammenhalt in der Stadt zu stärken, der in den vergangenen Wochen aufgrund diverser Demonstrationen und heftiger Diskussionen zum Thema Asyl gelitten hatte. Erstmals war der Dienstag wieder ein ruhiger Tag in der havelländischen Kreisstadt. Nur wenige Einsatzkräfte der Polizei waren zur Absicherung der Veranstaltung nötig. Für ein gelungenes Fest sorgten unter anderem das Diakonische Werk Havelland, die Evangelische Kirchengemeinde, das Kinder- und Jugendparlament, der Kita- und Hortbeirat, der Verein „Kinder der halben Sonnen“, Künstler-, Kulturschaffende und Unternehmer aus der Region, engagierte Bürger und Mitglieder demokratischer Parteien. Viele hatten einen Stand aufgebaut, schenkten Glühwein aus und boten Selbstgebackenes an.

Schwierige Fragen erwünscht

Jeder malt einen Stern für ein bisschen mehr Licht in dunklen Zeiten. Quelle: Ch. Schmidt

Vor allem die Kinder konnten sich kreativ auslassen. Die Theatergruppe Kellerkinder unterhielt mit zwei Stücken und Sängerin Nina Omilian erwärmte die Herzen mit ihrer Stimme. Gerhard und Annette Göschel sorgten dafür, dass ein Gemeinschaftskunstwerk entsteht. Sie hatten 36 Quadrate mitgebracht, die von den Gästen mit Sternen bemalt wurden, um später zu einem großen Kunstwerk zusammengefügt zu werden. Zum Nachdenken regte Gerhard Göschels Kunstinstallation an, die extra für das Fest gefertigt hatte. Sie zeigt Menschen hinter Stacheldraht, die auf ein zerrissenes Europa blicken. Pfarrer Andreas Buchholz, der die Veranstaltung gemeinsam mit Streetworkerin Kathrin Wittek moderierte, ermunterte die Gäste, schwierige Fragen zu stellen.

Flüchtlinge wollen Kontakt mit Deutschen

Unter anderem ergriff Sandy Kias das Wort, die den Fachbereich Migration der AWO Betreuungsdienste gGmbH leitet und für die Asylunterkunft am Birkenweg zuständig ist. Hier leben aktuell 225 Menschen. „Was die meisten von ihnen wollen, ist Kontakt mit Deutschen und Arbeit“, so Kias. Sie wünscht sich, dass die Bevölkerung sich mehr öffnet gegenüber Flüchtlingen. „Stellen Sie sich vor, sie sind in einem fremden Land und ich spreche hier nicht von Urlaub. Stellen Sie sich vor, sie wollen sich in einer fremden Kultur ein neues Leben aufbauen. Dann sind sie auf die Hilfe der einheimischen Bevölkerung angewiesen.“

Mit ein bisschen Farbe verwandelten sich die Kinder in bunte Fantasiewesen. Quelle: Ch. Schmidt

Von Christin Schmidt

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