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Rathenow zeigt weiter Flagge

Imageschaden soll abgewendet werden Rathenow zeigt weiter Flagge

Rathenow ist ein „Ort der Vielfalt“, es ist bunt und weltoffen. Um dieses Bild zu zeigen und in die Welt zu kommunizieren, veranstaltet das Aktionsbündnis „Rathenow zeigt Flagge“ am Dienstag, 24. November, um 18 Uhr eine vielfältige Kulturveranstaltung auf dem Schleusenplatz. Zugleich trifft sich das Bürgerbündnis Havelland zum fünften Mal.

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Markus Klein vom Mobilen Beratungsteam in Potsdam moderierte das Treffen des Aktionsbündnisses

Quelle: Ch. Schmidt

Rathenow. Wenn sich das Bürgerbündnis Havelland am 24. November zum fünften Mal in Rathenow trifft, um gegen die Asylpolitik der Bundesregierung zu demonstrieren, wird es nicht allein auf der Straße stehen. Rathenower Bürger werden auf dem Schleusenplatz, also wenige Meter von der angemeldeten Kundgebung des Bürgerbündnisses auf dem Edwin-Rolf-Platz, deutlich machen, das Ängste berechtigt sind, aber Hetze der falsche Weg ist. Mit Musik und Gesprächen statt „Wir sind das Volk“ und „Merkel muss weg“ Rufen soll eine friedliche und vielfältige Kulturveranstaltung organisiert werden.

Darüber haben sich die Mitglieder des Aktionsbündnisses „Rathenow zeigt Flagge - für Demokratie und Toleranz“ während eines Treffens am Mittwochabend geeinigt. Das Bündnis ist mittlerweile sehr breit aufgestellt. Zahlreiche Bürger beteiligen sich aktiv, vom Schüler bis zum Rentner.

Dabei ist auch die Kirche, das Diakonische Werk Havelland, Jugendkoordinatoren aus der Region, das Kinder- und Jugendparlament, die Partnerschaft für Demokratie Westhavelland und Nauen, ein Vertreter des Kita- und Hortbeirats, Kulturschaffende, Abgeordnete und Mitarbeiter der Stadtverwaltung, die entgegen diverser Gerüchte freiwillig dabei sind. Sie alle machen sich Sorgen um ihre Stadt und sind erschrocken angesichts der aktuellen Entwicklungen.

50 bis 60 Nazis sind unter den Demonstranten

Unterstützung bekommt das Aktionsbündnis auch aus dem Osthavelland, wo man ebenfalls besorgt die Ereignisse in der Kreisstadt verfolgt. „So darf niemand durch Rathenow laufen“, verwies Anke Bienwald, Koordinatorin der Partnerschaft für Demokratie, auf die Märsche des Bürgerbündnisses in den vergangenen Wochen. Diese seien aber kein Phänomen, dass es so nur in Rathenow gibt, stellte Markus Klein vom Mobilen Beratungsteam aus Potsdam klar, der das Treffen am Mittwoch moderierte.

Auch in Cottbus, Lübbenau, Velten, Oranienburg und Senftenberg gehen derzeit Menschen auf die Straße, aus Angst vor Überfremdung und Frust gegenüber der Politik. Darunter sind auch zahlreiche einschlägig bekannte Neonazis, so Klein. „In Rathenow mischen sich unter die Demonstranten und Ordner rund 5o bis 60 Nazis, die diverser Kameradschaften zuzuordnen sind.“

Imageschaden soll abgewendet werden

Umso wichtiger sei es deshalb nicht nur hinter verschlossenen Türen nach Lösungen zu suchen, sondern auch auf der Straße Gesicht zu zeigen und alle einzuladen, die bereits sind, gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Wenngleich die 400 bis 900 Menschen, die das Bürgerbündnis mobilisiert, nicht eine Stadt mit 25.000 Einwohner repräsentiert, so ist die Außenwirkung solcher Veranstaltungen doch immens. Ähnlich wie in Dresden könnte sowohl einen Imageschaden für Rathenow als auch ein wirtschaftlicher Schaden die Folge sein, sind sich die Mitglieder des Aktionsbündnisses einig.

Für sie ein Grund mehr, am kommenden Dienstag um 18 Uhr zum Schleusenplatz zu kommen. Die Polizei hat die Veranstaltung bereits genehmigt. Das Programm wird in den nächsten Tagen bekannt gegeben. Fest steht: Auch dieses Mal soll das Motto „Mein Rathenow, mit Herz statt Hetze!“ lauten.

Von Christin Schmidt

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