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Rathenow 500 niederländische Soldaten auf dem Truppenübungsplatz
Lokales Havelland Rathenow 500 niederländische Soldaten auf dem Truppenübungsplatz
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17:06 18.02.2019
Niederländischer Panzer im Wald des Truppenübungsplatzes. Quelle: Markus Kniebeler
Klietz

Der Klietzer Truppenübungsplatz ist seit einigen Tagen fest in niederländischer Hand. Das 17. motorisierte Infanterie-Bataillon aus dem limburgischen Oirschot trainiert auf dem gut 9000 Hektar großen Gelände den Ernstfall.

Logistische Herausforderung

Mehr als 500 Soldaten mit rund 120 Radpanzerfahrzeugen haben bereits Anfang der vergangenen Woche Stellung auf dem Platz bezogen. Die Verlegung aus den Niederlanden auf den Truppenübungsplatz war erster wichtiger Bestandteil der Übung. Und eine logistische Herausforderung. Schließlich legten die Soldaten mitsamt ihrer Ausrüstung die über 600 Kilometer lange Strecke von Limburg ins Havelland per Zug zurück.

Rund 500 Soldaten mit 120 Radfahrzeugen aus dem limburgischen Oirschot trainieren derzeit auf dem Klietzer Truppenübungsplatz den Ernstfall.

„Ziel ist es, uns hier möglich autark zu bewegen“, sagt Bert de Vries, der Presseoffizier der niederländischen Truppe. Deshalb haben die Soldaten nicht nur ihre eigene Technik, sondern auch die komplette Verpflegung mitgebracht.

Der Logistik-Bereich befindet sich übrigens nicht auf dem Klietzer Gelände, sondern auf dem Truppenübungsplatz in Altengrabow. Die Trennung von Logistik und kämpfender Truppe – aus strategischen Gründen Usus beim Militär – kann wegen der benachbarten Übungsplätze besonders realitätsnah trainiert werden.

Ideale Übungsbedingungen

Die militärsche Infrastruktur hierzulande ist der Hauptgrund dafür, dass die Niederländer für ihre Übung solch eine weite Reise auf sich genommen haben. „Bei uns zu Hause fehlt einfach der Platz für so eine umfangreiche Übung“, sagt Bert de Vries. Der Klietzer Platz biete wegen seiner Größe und Infrastruktur ideale Übungsbedingungen. Und weil der Übungsplatz in Altengrabow und das Gefechtsübungszenrum in der Colbitz-Letzlinger Heide nicht weit seien, könne das Manöver sehr komplex und realitätsnah gestaltet werden.

Die Colbitz-Letzlinger Heide wird in dieser Woche für die niederländischen Soldaten im Mittelpunkt des Geschehens stehen. „Wir verlegen aus dem Aufstellungsraum in Klietz in den Gefechtsbereich“, sagt Bert de Vries. In der Übungsstadt des altmärkischen Platzes werde man verschiedene Szenarien realitätsnah durchspielen.

Bert de Vries, Presseoffizier des niederländischen Bataillons, vor der Kommandozentrale auf dem Klietzer Truppenübungsplatz. Quelle: Markus Kniebeler

Die Möglichkeiten im Gefechtsübungszentrum seien einzigartig, sagt der Vries. Ein Blick auf die Dimensionen erklärt, warum. Auf einem Areal von mehr als sechs Quadratkilometern entstehen auf dem altmärkischen Platz derzeit über 550 Gebäude, 16 Kilometer Straße, 800 Meter Flusslauf und 600 Meter begehbare Kanalisation mit 20 Ein- und Ausstiegsmöglichkeiten. Die Übungsstadt wird nach ihrer Fertigstellung die größte in ganz Europa sein.

Schnelles Handeln in Krisensituationen

Und was sind das für Szenarien, die von den Niederländern trainiert werden? „Unsere Einheit ist sehr beweglich“, sagt der Presseoffizier. In Krisensituationen seien die Soldaten aus Oirschot die ersten, die losgeschickt werden. Es gehe darum, die Lage zu erkunden und schnell zu dem Krisenort vorzudringen.

Umsturz, terroristische Anschläge, Angriffe auf die Versorgungs-Infrastruktur eines Partnerlandes beispielsweise – alle möglichen Situationen sind denkbar. „Wir trainieren, zügig an den Einsatzort zu kommen und dort schnell aktiv zu werden“, sagt Bert de Vries. Das setze eine minutiöse Planung voraus.

Übrigens hat es im Szenario der Niederländer auch in Klietz bereits Kampfhandlungen gegeben. „Es kann ja passieren, dass wir bereits im Aufstellbereich angegriffen werden“, sagt de Vries. Auch auf solche Fälle müsse die Truppe natürlich vorbereitet sein.

Ein Erholungsurlaub sieht anders aus. Die Anspannung bei den Soldaten sei während der 14-tägigen Übung sehr groß, so de Vries. Allzu viel Zeit zur Erholung gebe es nicht. Aber das gehöre zu einer Übung, die möglichst nah an der Wirklichkeit sein soll, eben dazu.

Von Markus Kniebeler

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