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Rathenow Abgeordnete zu Gast in der Oase
Lokales Havelland Rathenow Abgeordnete zu Gast in der Oase
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18:01 17.04.2018
Mitglieder des Bildungsausschusses Rathenow haben am Montagnachmittag das Freizeithaus Oase besucht. Quelle: Markus Kniebeler
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Rathenow

Fläzen war angesagt, als sich die Mitglieder des Bildungsausschusses am Montagnachmittag versammelten. Ihre Sitzung hatten sie in das evangelische Jugendhaus Oase in der Bergstraße verlegt. Und weil im gemütlichen Versammlungsraum nur Sofas stehen, wurde den Stadtverordneten das Lümmeln ganz offiziell erlaubt.

Die Verlegung der Sitzung in die Bergstraße geht auf eine Tagung des Bildungsausschusses im vergangenen Herbst zurück. Damals war Carsten Schulz, der Leiter der Oase, zu Gast. Und weil die Abgeordneten ihn mit Fragen zu seiner Einrichtung löcherten, hatte er sie eingeladen, sich das Haus anzusehen.

Offenes Konzept ohne Zwang

Schulz führte die Ausschussmitglieder durch die Räumlichkeiten, in denen Jugendliche zusammenkommen, um ihre Freizeit miteinander zu verbringen. Das Besondere am Oase-Konzept sei, dass den jungen Leuten kein Programm vorgegeben wird, erklärte der Sozialpädagoge. „Wer hier herkommt, der muss nichts machen“, sagte er. „Es ist vollkommen okay, einfach nur dazusitzen und zu quatschen.“

Wer freilich etwas machen will, der hat die unterschiedlichsten Möglichkeiten, aktiv zu werden. Es gibt einen Sportraum mit Billard und Tischtennisplatte. Im schallisolierten Musikraum darf es richtig laut werden. Die Küche wird oft und gerne für Kochprojekte genutzt. Und im Außenbereich gibt es Platz genug – zum Chillen, zum Grillen, zu sportlicher Betätigung.

Jährlicher Zuschuss von der Stadt

Dass die Stadt um den Wert der Einrichtung weiß, zeigt die Tatsache, dass die Oase Jahr für Jahr eine finanzielle Unterstützung erhält. 2017 flossen 9000 Euro aus der Stadtkasse als Betriebskostenzuschuss an das Haus. Und auch in diesem Jahr wird es, wenn der Haushalt steht, wohl einen Zuschuss in dieser Größenordnung geben.

Carsten Schulz berichtete, dass zwischen 30 und 60 junge Leute pro Tag die Oase besuchen. Die jungen Männer seien in der Überzahl. Und in den letzten Jahren habe im Zuge der Flüchtlingskrise die Zahl ausländischer Besucher stark zugenommen.

Im schallisolierten Musikraum darf es auch mal laut werden. Quelle: Markus Kniebeler

Schulz machte keinen Hehl daraus, dass diese Veränderung auch Probleme mit sich gebracht habe. In der ersten Zeit hätten sich die angestammten Oase-Besucher im Angesicht der neuen Gäste aus der Einrichtung zurückgezogen. Aber nach und nach seien die meisten wieder zurückgekehrt. Mittlerweile gebe es ein harmonisches Miteinander. Nach einer Zeit des gegenseitigen Beschnupperns spiele die unterschiedliche Herkunft nur noch eine untergeordnete Rolle.

Der Leiter der Oase betonte, dass jeder willkommen sei, egal welcher Nationalität oder Religion er sei. „Es wird niemand ausgegrenzt“. Toleranz und gegenseitiger Respekt seien sie Leitlinien, auf denen das Zusammensein basiere. Hin und wieder brauche der eine oder andere eine klare Ansage. Aber in der Regel gehe es im Club sehr konfliktfrei zu.

Die Stadtverordneten lauschten den Ausführungen des Sozialpädagogen mit Interesse, fragten nach, brachten sich ein. Das offene Begegnungskonzept machte bei den meisten Eindruck. Am Ende einer ebenso informativen wie unterhaltsamen Sitzung galt es für die Abgeordneten nur noch ein Problem zu lösen – irgendwie mussten sie wieder aus den flauschigen Sesseln hochkommen.

Von Markus Kniebeler

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