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Rathenow Abzocke: 70 Euro fürs Parken
Lokales Havelland Rathenow Abzocke: 70 Euro fürs Parken
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17:13 12.07.2018
35 Euro Parkgebühr am Campingplatz Steckelsdorf – dagegen regte sich jetzt Protest. Quelle: foto: Christin Schmidt
Rathenow

70 Euro für zwanzig Minuten parken, das klingt nach einem schlechten Scherz – ist aber keiner. Das erfuhr Jana Möbius am Wochenende, als sie mit ihrer Familie das Dorffest in Steckelsdorf besuchte.

„Wie immer haben wir am Campingplatz geparkt und sind von dort zum Festplatz gelaufen. Als wir um 21.20 Uhr zurückgingen, kamen die Betreiber des Platzes mit einem Hund auf uns zu und maßregelten uns. Wir sollten für zwei Autos je 35 Euro Parkgebühr zahlen“, berichtet die Frau.

Die Campingplatzbetreiber machten sie auf ein Schild am Eingang des Parkplatzes aufmerksam. Dort ist zu lesen, dass es sich um ein Privatgelände handelt und das Parken von 8 bis 21 Uhr für Gäste des Campingplatzes, des Restaurants und Strandbesucher frei ist.

Von 21 bis 8 Uhr dürfen hier nur angemeldete Campinggäste stehen. „Bei Verstoß berechnen wir 35 Euro Gebühr“, heißt es. „Wir zahlten das Geld, auch weil wir uns durch den großen Hund bedroht fühlten. Im Nachhinein habe ich mich aber richtig geärgert. Das ist Abzocke und für uns nicht nachvollziehbar“, erklärt Jana Möbius.

Verwaltung wusste von den Parkgebühren nichts

Das kann auch Rathenows Bauamtsleiter Matthias Remus verstehen. Ihm war die vom Eigentümer getroffene Regelung bisher nicht bekannt. 35 Euro für 20 Minuten parken findet auch Remus teuer. Es sei aber dem Eigentümer vorbehalten, die Höhe der Gebühr festzulegen.

Das weiß auch Ortsvorsteher Corrado Gursch (CDU). Selbst er kannte die Gebührenordnung bisher nicht. „Natürlich haben die Eigentümer das Recht, Gebühren zu erheben, aber dadurch sollten keine Dorffestbesucher abgeschreckt werden. Ich werde versuchen, mit den Betreibern eine Regelung zu finden. Schließlich profitieren wir alle, wenn Gäste zu uns kommen“, betont Gursch.

Neu ist die Gebührenregelung nicht, wie der Geschäftsführer der Anlage, Marco Fiedler erklärt. Schon seit Jahren sei der Parkplatz nachts Campingplatzgästen vorbehalten. Das sei übliche Praxis.

Corrado Gursch kann dennoch den Unmut der Familie Möbius verstehen: „Das Ganze ist mir unangenehm. Ich möchte auf keinen Fall, dass Besucher einen schlechten Eindruck von Steckelsdorf haben.“ Gursch lädt die Familie jetzt zum Eisessen ein und will auch den Betreiber dazu holen.

Von Christin Schmidt

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