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Rathenow Spannende Tour durch heimische Museen
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06:13 29.10.2018
Najla Kathkasa aus Syrien lud zu einem kleinen Klavierkonzert im Blauem Saal ein. Quelle: Fotos: Uwe Hoffmann
Rathenow

 Am diesjährigen Aktionstag „Feuer und Flamme für unsere Museen“ beteiligte sich auch wieder das Optik-Industrie-Museum im Kulturzentrum der havelländischen Kreisstadt. Eine 45-minütige Filmvorführung über Seezeichen lud die Besucher zu einer Reise an die Ost- und Nordseeküste. Neben Leuchttürmen gab es dabei auch Feuerschiffe zu sehen.

Ein „Wochenschau”-Beitrag aus dem Jahr 1951 schilderte die Arbeit und das Lebend der Matrosen auf einem Feuerschiff, das gerade in der Elbmündung im Einsatz war.

Leihgabe von Christoph Rüdiger aus Lübeck: Das Modell des letzten bemannten, bis 1988 im Einsatz gewesenen Feuersschiffs „Elbe 1 – Bürgermeister Oswald” im Optik-Industrie-Museum. Quelle: Uwe Hoffmann

Im zweiten Film erklärte der Kapitän aus Anlass der Außerdienststellung des letzten bemannten Feuerschiffes an der deutschen Küste die Technik einer 172-jährigen Ära. 1988 wurde das Schiff in der Elbmündung durch ein unbemanntes, fernüberwacht gesteuertes Schiff ersetzt.

Im Optik-Industrie-Museum steht in einer der Vitrinen das Modell des Feuerschiffs „Elbe 1 – Bürgermeister Oswald”, das der Lübecker als Leihgabe zur Verfügung stellte.

Ein außergewöhnliches Klavierkonzert zum Aktionstag

Im Jubiläumsjahr zum 60-jährigen Bestehen des Kulturzentrums wurde von Juni bis August die Ausstellung „Deutschlands Leuchttürme“, unter anderem mit über 40 großformatigen Fotos des Hamburger Wissenschaftsfotografen Reinhard Scheiblich gezeigt.

Der Rathenower Rolf Merkel brachte diese Ausstellung als Mitglied der IG Seezeichen nach Rathenow. Zum Aktionstag führte Merkel, der das Programm mit entwickelte, viele Besucher durch die Ausstellung. Damit schloss sich der Kreis.

Um 15 Uhr lud Najla Kathkasa zu einem kleinen Klavierkonzert im Blauem Saal ein. „Vor zwei Jahren kam ich als Bürgerkriegsflüchtling aus Aleppo nach Deutschland. Zuerst zu meinem Bruder nach Aachen, dann nach Brandenburg.

In Russland und DDR Konservatorien besucht

Seit elf Monaten lebe ich nun in Rathenow”, erzählt Najla Kathkasa. „Davor waren wir in einem Flüchtlingslager im Oman, das wir wieder verlassen mussten. In Syrien sehe ich keine Zukunft mehr – vor allem nicht für meine beiden Söhne.”

Während ihres Konzerts spielte Najla Kathkasa eine Mischung aus klassischen Stücken von Chopin, Clayderman und anderen Komponisten sowie traditionellen syrischen Werken.

„Bereits mit sieben Jahren lernte ich das Klavierspielen und weilte als 14-Jährige längere Zeit im heutigen Russland und ein paar Tage in der damaligen DDR, um mich an Konservatorien zu verbessern”, so die Englischlehrerin.

: Im Naturparkzentrum Milow war die Brandenburgerin Charlotte Reschke von den vielen Mitmachangeboten in den Ausstellungsräumen begeistert. Quelle: Uwe Hoffmann

Auch das Naturparkzentrum in Milow öffnete am Aktionstag bei kostenfreiem Eintritt seine Türen. „Meine Freundin und ich haben im Internet gezielt Angebote zum Aktionstag in unserer Umgebung gesucht. Die drei Museen, die sich in unserer Heimatstadt Brandenburg/Havel beteiligen, kennen wir schon. Deshalb haben wir unseren Ausflug heute in der Rohrweberei Pritzerbe begonnen”, erzählt Charlotte Reschke.

„Im Naturparkzentrum sind wir auch das erste Mal. In den Ausstellungsräumen gibt es viel zum Anfassen. Die Mitmachangebote zum Entdecken und Mitraten sind toll. Wir haben viel Neues dazugelernt.”

Das Team des Naturparkzentrums stellt gerade das Programm mit neuen Veranstaltungen für das kommende Jahr zusammen. „Und vor wenigen Tagen haben wir von der Mosterei Ketzür die zweite Lieferungen Apfelsaft geholt. Der Saft wurde aus Äpfeln gepresst, die wir auf unseren Streuobstwiese gesammelt haben – mehr als 2000 Liter sind es, die in unserem kleinen Laden hier und bei einigen Kooperationspartnern im Westhavelland verkauft werden”, verriet Besucherbetreuerin Gabriele Matthies.

Zum 14. Mal öffneten 63 Museen in den Landkreisen Potsdam-Mittelmark, Oberhavel, Ostprignitz-Ruppin, Teltow-Fläming sowie in der Stadt Brandenburg/Havel zum Aktionstag ihre Türen und luden bei kostenlosem Eintritt zu besonderen Aktionen ein.

Im Havelland beteiligten sich neun Museen. So auch der Kolonistenhof Großderschau, das Spielzeugmuseum Kleßen, der Schwedenturm in Wagenitz, die Alte Schule in Ribbeck, das Schloss Paretz, Museum und Galerie Falkensee. Der Otto-Lilienthal-Verein Stölln lud zum 29. Landesfest der Il 62 „Lady Agnes“ ein.

Von Uwe Hoffmann

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