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Rathenow Mit Klöppeln zur inneren Ruhe
Lokales Havelland Rathenow Mit Klöppeln zur inneren Ruhe
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07:27 28.07.2018
Einmal im Monat treffen sich Frauen aus der Region zum Klöppeln in der Ladengalerie "Stein40" in Rathenow. Quelle: Christin Schmidt
Rathenow

Die einen machen Yoga, um sich zu entspannen, die anderen radeln oder laufen durch die Natur. Maren Reinhold findet zur inneren Ruhe, wenn sie Garn und Hölzchen in den Fingern hat. Seit mehr als 20 Jahren klöppelt sie leidenschaftlich gern und das inzwischen auch in der Gruppe. Alle zwei Wochen Donnerstag fährt sie von ihrem Heimatdorf Klietz in die havelländische Kreisstadt, um mit weiteren Frauen aus der Region zu klöppeln.

In der Ladengalerie „Stein40“ treffen sie sich, plaudern, trinken Kaffee und lassen nebenbei ihre Finger flink auf dem sogenannten Klöppelständer hin und her sausen. Die Damen pflegen in gemütlicher Runde die alte Handarbeitstechnik, die sich vermutlich im 16. Jahrhundert in Italien entwickelte und bis heute vor allem im Erzgebirge verbreitet ist.

Neben dem Klöppelständer haben die Frauen einen Klöppelsack dabei, den Klöppelbrief, also das Muster, dass entstehen soll, Garn, Nadeln und natürlich die Klöppel selbst. „Das sind die Dinge, die man kaufen. Außerdem braucht man gute Augen, viel Geduld und bewegliche Finger“, sagt Maren Reinhold.

Für einen Laien wirkt das Ganze zunächst wie ein undurchschaubares Wirrwarr an Fäden und Hölzern. Tatsächlich steckt dahinter ein ausgeklügeltes System. Maren Reihold beherrscht es nach 19 Jahren Übung im Schlaf. Als Profi will sie sich dennoch nicht bezeichnen. „Ich gebe den anderen gern Tipps und helfe auch mal“, erklärt Reinhold. Außerdem versorgt sie die Klöppelgruppe regelmäßig mit neuen Vorlagen.

Als Kind hatte sie das Klöppeln im Erzgebirge gesehen und sich geschworen, es selbst zu lernen, wenn sie groß ist. „Ein paar Jahre hat es dann noch gedauert, aber es ist ja kein Hobby, dass traditionell in diese Region gehört, sondern eher ins Erzgebirge und ins Vogtland. Dort wird es in einigen Schulen sogar als Unterrichtsfach angeboten“, weiß Maren Reinhold. Für sie und ihre Mitstreiterinnen ist es eine meditative Handarbeit. Voraussetzung ist natürlich, dass man es beherrscht.

Bleibt die Frage, wie funktioniert das Ganze? „Es ist immer ein kreuzen, drehen, kreuzen. Dann lege ich die Klöppel weg und nehme mir die nächsten. Anfangs geht es allerdings auch oft rückwärts“, sagt die geübte Klöpplerin aus Klietz mit einem Lächeln. Sie selbst hat etwa ein Jahr gebraucht, um vom konzentrierten zum meditativen Klöppeln zu kommen. „Umso mehr man sich dafür interessiert, umso schneller begreift man es“, fügt eine andere Dame hinzu.

Wer ihr und den anderem beim Klöppeln über die Schulter schauen möchte, kann das jederzeit tun. Die Gruppe freut sich über Publikum in der Ladengalerie. Hier setzen sie sich mit ihren Utensilien in die Café-Ecke, kommen mit der Kundschaft ins Gespräch und erklären gern, wie die filigranen Muster entstehen.

Die Idee dazu hatten Geschäftsinhaberin Petra Gottschalk und ihre Mutter. Sie sprachen Maren Reinhold auf der Buga an und fragten, ob sie nicht Lust hätte, in der Ladengalerie einen Klöppel-Treff anzubieten. Daraus ist nun eine feste Gruppe entstanden, die sich über neue Mitglieder freut – Vorkenntnisse sind nicht nötig.

Von Christin Schmidt

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