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Rathenow Urteilsspruch ohne Angeklagte
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14:46 29.11.2018
Das Amtsgericht Rathenow verurteilte Marion S. zu einer Freiheitsstrafe von vier Monaten. Das Urteil wird der Frau nun zugestellt. Quelle: Bernd Geske
Rathenow

Eine Gerichtsverhandlung ohne Angeklagten, auch das kann es geben. Am Mittwoch verurteilte Richter Axel Teckemeyer die 55-Jährige Marion S. im Rathenower Amtsgericht zu einer Freiheitsstrafe von vier Monaten, ausgesetzt zu zwei Jahren auf Bewährung. Und das, obwohl Marion S. selbst gar nicht vor Gericht erschienen war.

„Wir hatten keine andere Wahl. Es war bereits der dritte Verhandlungstag. Die Angeklagte ist nicht einmal Gerichtssaal erschienen und hatte sich jedes Mal mit einem fadenscheinigen Attest entschuldigt. Deshalb mussten wir nun die Konsequenzen ziehen“, erklärte Axel Teckemeyer. Auch am Mittwoch hatte er 15 Minuten auf die Angeklagte gewartet, vergebens.

Vorsorglich hatte Richter Teckemeyer für den dritten Verhandlungstag ein amtsärztliches Attest eingefordert und zugleich einen Pflichtverteidiger bestellt. Denn ohne Verteidiger kann das Gericht keine Freiheitsstrafe verhängen.

Marion S. klaute im Supermarkt in Friesack

Die war im Fall von Marion S. aber nötig. 14 Vorstrafen, zumeist wegen Ladendiebstahls, sind bereits in der Akte der Angeklagten vermerkt. Darunter auch eine Freiheitsstrafe. Zuletzt verurteilte sie das Amtsgericht zu einer Geldstrafe von 210 Tagessätzen.

„Angesichts all dieser Vorstrafen ist eine Freiheitsstrafe jetzt unerlässlich“, erklärte die Staatsanwältin und wies daraufhin, dass auch Ladendiebstahl mit Gefängnis bestraft werden kann. Dabei war die Straftat, für die sich Marion S. dieses Mal verantworten musste, eine Bagatelle. Sie hatte in einem Supermarkt in Friesack Fleisch im Wert von 7,83 Euro geklaut.

Als die Polizei sie später zu Hause besuchte, um sie zu dem Vorfall zu befragen, erklärte S., sie könne sich nicht daran erinnern, weil sie vorher Antibiotika und andere Tabletten genommen hatte.

Bei straffälligem Verhalten während der Bewährung droht Freiheitsentzug

„Es kommt immer wieder vor, dass Täter meinen, ein Ladendiebstahl sei lediglich eine Bagatelle und sie würden mit einer geringen Strafe oder gar mit einer Verwarnung davon kommen. Dabei vergessen sie, dass auch Ladendiebstahl zur Freiheitsstrafe führen kann, insbesondere bei Wiederholung“, mahnte die Staatsanwältin.

Zugleich weist sie daraufhin, dass Marion S. Gefahr läuft, ihre Strafe im Gefängnis absitzen zu müssen. Sollte sie während der Bewährungszeit erneut straffällig werden, droht ihr Freiheitsentzug.

Dass Angeklagte nicht vor Gericht erscheinen, sei keine Seltenheit. „Offenbar meinen einige, sie könnten so um die Strafe herumkommen. Dem ist natürlich nicht so“, betonte Axel Teckemeyer.

Von Christin Schmidt

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