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Rathenow Anti-Mobbing-Trainer Carsten Stahl an Rathenower Schule
Lokales Havelland Rathenow Anti-Mobbing-Trainer Carsten Stahl an Rathenower Schule
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18:03 09.04.2019
Schwungvolle Einzelbegrüßung durch Carsten Stahl im Saal am „Tag der Gemeinschaft“. Quelle: Bernd Geske
Rathenow

 Nein, es ist kein Gerücht. Carsten Stahl, der deutschlandweit bekannte Anti-Mobbing-Trainer, der bei seiner Kampagne schon mit Tausenden Mädchen und Jungen gesprochen hat und über Fernsehen und Internet viele Millionen Menschen erreicht, hat die Dunckeroberschule in Rathenow für sein aktuelles Projekt ausgewählt.

Fernsehleute machen sich ein Bild

In der vergangenen Woche waren mehrere Kamerateams wiederholt in der Schule. Die Fernsehleute haben mit Jugendlichen gesprochen, mit Eltern geredet, Lehrer kontaktiert und Schulleiter Thomas Winterfeldt ausführlich zu Wort kommen lassen.

Vor laufenden Kameras: Carsten Stahl spricht auf dem Hof der Dunckerschule mit deren Leiter Thomas Winterfeldt und der Lehrerin Jana Brandstäter. Quelle: Bernd Geske

Abschluss in der Stadthalle von Burg

Am Dienstag war mit dem „Tag der Gemeinschaft“ die große Abschlussveranstaltung angesagt. Weil sich in Rathenow und Umgebung kein Saal fand, der groß genug war, hat Carsten Stahl die Stadthalle von Burg dafür buchen lassen.

Zur Berichterstattung über die vielen einzelnen Gespräche und das große gemeinsame Abschlusstreffen mit dem Chef waren keine Journalisten zugelassen. Schließlich wird über alles zusammen ein Filmbericht zusammen geschnitten, der im Fernsehen läuft. Der Erscheinungstermin steht noch nicht fest.

Die Kamerateams von Carsten Stahl haben jede Menge Gespräche geführt. Quelle: Bernd Geske

Ehemalige Schülerin ist Praktikantin bei Produktionsfirma

Viele Schulen in Deutschland würden Carsten Stahl mit seiner „Stoppt Mobbing!“-Tour gern einmal bei sich haben. Denn er hat schon über 200-mal bewiesen, dass er schnell einen Draht zu Kindern und Jugendlichen findet und dass selbst vermeintlich unverbesserliche Typen sich von ihm ins Gewissen reden lassen. Dass die Dunckerschule ausgewählt worden ist, hat sie einem Zufall zu verdanken.

Denise Wespa aus Premnitz, die 2013 an der Dunckeroberschule ihren Abschluss der 10. Klasse gemacht hat, befindet sich gerade in ihrem dritten Lehrjahr der Ausbildung zur Mediengestalterin Bild und Ton. Sie arbeitet als Praktikantin bei der Produktionsfirma in Berlin, die für Carsten Stahl die Filmberichte dreht. „Ich finde das Projekt super“, sagt Denise Wespa, „Mobbing existiert überall.“ Deshalb habe sie in ihrer ehemaligen Schule angefragt, ob es dort Interesse gibt.

Denise Wespa aus Premnitz hat 2013 in der Dunckerschule ihren Abschluss der 10. Klasse gemacht. Jetzt gehört sie zum Team von Carsten Stahl. Quelle: Bernd Geske

Lehrer- und Schulkonferenz stimmten über Aktion ab

Wie Schulleiter Thomas Winterfeldt berichtet, ist die Entscheidung sorgsam vorbereitet worden. Lehrerkonferenz und Schulkonferenz haben darüber abgestimmt. Nicht alle waren dafür, aber Mehrheiten kamen zusammen. Die Stadt als Schulträger und das Staatliche Schulamt wurden informiert. Dann war der Weg klar. Wegen terminlicher Überschneidungen musste Carsten Stahl zweimal seinen Besuch verschieben, jetzt aber ist er leibhaftig da gewesen.

Seit fünfeinhalb Jahren kämpft er deutschlandweit gegen Mobbing: Carsten Stahl. Quelle: Bernd Geske

Zunächst mussten von allen Mädchen und Jungen Einverständniserklärungen der Eltern eingeholt wurden, dass sie vor der Kamera agieren dürfen. Die 10. Klassen waren wegen ihrer Prüfungsvorbereitungen raus. Von den 7. bis 9. Klassen haben 91 Schülerinnen und Schüler die Erlaubnis bekommen.

Alle Filmleute haben eine Schweigeverpflichtung abgegeben, dass sie nichts von den Aussagen der Mädchen und Jungen nach außen weitergeben. Insofern war Schulsozialarbeiterin Manuela Grygo leicht überfordert mit der Frage, wie die Jugendlichen so reagiert haben. Es sei gut, dass einmal Leute von außerhalb mit den Mädchen und Jungen über Mobbing reden, teilt sie mit. Die Filmleute hätten durchblicken lassen, dass viele der Kinder sich „schön geöffnet“ haben.

Gerne auskunftsbereit: Maria Ajayi aus der 7. Klasse. Quelle: Bernd Geske

Schüler brechen bei Gespräch über Mobbing in Tränen aus

„Es sind ja nicht nur unsere Engel, die hier mit Carsten Stahl und seinen Leuten reden“, teilt Schulleiter Thomas Winterfeldt mit. Auf Nachfrage sagt er, vom Projekt verspreche er sich, dass die Schüler im Anschluss fairer und respektvoller miteinander umgehen.

Eine verblüffende Beobachtung hat er selbst gemacht, als Carsten Stahl bei ihm in einer Schulstunde war und mit einer 8. Klasse über Mobbing geredet hat. Da seien Jungs, von denen er es nie erwartet hätte und die beim Thema Mobbing eher zu den Tätern gehören, in Tränen ausgebrochen.

Auch sonst sind bei manchen Schülern erstaunliche Effekte aufgetreten. Kurz vor der großen Abschlussveranstaltung haben sich ein paar Mädchen, die sonst zu den allerstillsten gehören, vor aufgeregter Fröhlichkeit gar nicht beruhigen können. Und ein Junge, der sonst meist nur für sich alleine ist, hat mit den anderen geredet, als hätte er schon immer dazu gehört.

Von Bernd Geske

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